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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ratskeller: Stadt zahlt rund 600 000 Euro
Zwischenüberschrift:
Ausschuss über Kosten der Grundsanierung nach Abschluss der Arbeiten informiert
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Sanierung des Ratskellers, der am Donnerstagabend mit einem Empfang und einer " Küchenparty" für geladene Gäste vom neuen Pächter feierlich offiziell eröffnet wurde, kostete die Stadt rund 600 000 Euro. Leise Kritik aus dem Rat: Die zuständigen Gremien, unter anderem der Vergabeausschuss, wurden von der Verwaltung erst nach den Arbeiten informiert.

Kämmerer Thomas Fillep versteht die Kritik nicht so recht: " Bauunterhaltungsmaßnahmen von Verwaltungsgebäuden wurden bislang von den zuständigen Betrieben der Verwaltung nicht mit der Politik in den Ausschüssen abgestimmt." Der Umbau des Ratskellers sei öffentlich über die Bühne gegangen, für jedermann sichtbar. Er wurde auch im Verwaltungsausschuss am 15. Januar wegen der notwendigen Nachvermietung angekündigt.

Allerdings: Der Ratskeller ist nicht nur mal kurz durchrenoviert worden. " Das spezielle Unterhaltungskostenbudget für den Bereich Verwaltungsgebäude, Gaststätten etc. beträgt rund 960 000 Euro", räumt der Kämmerer auf Nachfrage ein. Also deutlich etwa ein Drittel dieses Budgets wurde in diesem Jahr in die Ratskeller-Sanierung gebuttert. Um Missverständnisse zu vermeiden: Das Jahresbudget für die Instandhaltung aller städtischen Gebäude und Liegenschaften insgesamt, also auch für Schulen, Kitas und Museen, beträgt sechs Millionen Euro.

Der Pächter selbst hat sich auch beteiligt: Bei der Schlüsselübergabe mit dem damaligen Oberbürgermeister Boris Pistorius rechnete der neue Pächter Josef Lagg ner mit mindestens 500 000 Euro. Die waren eingeplant für die komplette Sanierung der Küchentrakte, die Umbauten und die Inneneinrichtung, eine helle, rustikale und gemütliche Ausstattung mit Wandpaneelen, Messinglampen und Ahorn-Mobiliar.

Die Stadt, so der Eigenbetrieb Immobilien, habe dagegen nur in die unabwendbare Substanzerhaltung und Modernisierung investiert. Die hätten eigentlich schon 2005 beim Umbau des Rathauses angepackt werden müssen. Mit Rücksicht auf den damaligen Pächter habe man das jedoch verschoben.

Beim Pächterwechsel die Stadt hatte den Vertrag mit der Osnabrücker Gastro-Familie Radloff nicht verlängern wollen habe es dann die Gelegenheit für die Grundsanierung gegeben. Neben unerwarteten Kosten, um an einigen Stellen Einsturzgefahr abzuwenden, wurden 100 000 Euro in die komplette Erneuerung der Abwasserleitungen investiert, berichtet der Immobilien-Eigenbetrieb. 190 000 Euro seien in den Ersatz der nicht mehr vorschriftsmäßigen Elektroinstallation im Keller und Erdgeschoss sowie in den notwendigen Brandschutz geflossen. Der Keller wurde für 50 000 Euro gegen eindringende Feuchtigkeit isoliert. Böden im Keller und in der Küche wurden neu beschichtet. Außerdem hatte sich der neue Pächter eine Umrüstung der Küche von Gas auf Strom gewünscht. Das schlug für die Stadt mit 25 000 Euro zu Buche. Für die Kühlung und Lüftung sowie den Ersatz eines kaputten Fettabscheiders waren dann noch einmal 160 000 Euro fällig.
Bildtext:
Der Ratskeller drohte offenbar einzustürzen. Ein Teil der 600 000 Euro, die die Stadt in die Grundsanierung des Ratskellers investiert hat, floss in statische Arbeiten.
Foto:
Hermann Pentermann

Kommentar
Besser hinschauen

Wenn man an langwierige Diskussionen im Rat und in den Ausschüssen denkt, bei denen es um wesentlich kleinere Beträge geht, staunt man schon über die Lässigkeit, mit der der neue Kämmerer Kritik am Vorgehen der Verwaltung vom Tisch wischt. Sicher ist das Projekt Ratskeller nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne gegangen. Sicher hätten auch die Ratsmitglieder schon mal früher nachfragen können: " Was kostet uns denn der Spaß, im eigenen Hause dem , La Vie′ nacheifern zu wollen?"

Aber die Verwaltung hätte sich die jetzt aufkeimenden Verschwörungstheorien vom Halse halten können, wenn sie von sich aus offensiv mit den Zahlen umgegangen wäre. So hätte der Vergabeausschuss die Möglichkeit gehabt, die Plausibilität der doch recht hohen Einzelpositionen zu prüfen. 190 000 Euro für Elektroinstallation und Brandschutz zum Beispiel, das ist ja eine Hausnummer, von der sich manch einer ein komplettes Eigenheim hinstellt. Das erklärt sich nicht von selbst. Der künftige OB und Verwaltung sollten hier für mehr Transparenz sorgen.
Autor:
Michael Schwager


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