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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Rollende Kühe bei Sonne und Regen
Zwischenüberschrift:
171 junge Piloten starten beim 13. Osnabrücker Seifenkistenrennen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zuerst war es grau doch dann kam die Sonne. Mit einer halben Stunde Verspätung konnte Bürgermeisterin Birgit Strangmann das 13. Seifenkistenrennen am Hauswörmannsweg eröffnen. " Toi, toi, toi!", wünschte sie den insgesamt 171 jungen Piloten. Sie kämpften am Donnerstag um die besten Zeiten und um die Gunst der rund 5500 Zuschauer: Diese durften die schönsten Seifenkisten wählen.
Timo überquerte als Erster die Startlinie: mit seiner schwarz-weiß gescheckten Seifenkiste im Kuh-Ambiente und aufmontiertem Kuhkopf. Am Vatertag startete Timo bereits zum dritten Mal, er ist auch in den vorherigen Jahren stets dabei gewesen. " Das Fahren" liebt er an der 300 Meter langen Strecke und war, wie auch die Male zuvor, " ein bisschen" nervös. Bürgermeisterin Strangmann kann das gut verstehen: " Als Mutter wäre ich ja total aufgeregt", sagte sie.
Das Osnabrücker Seifenkisten-Rennen gibt es seit über 20 Jahren. " Wir haben uns überlegt, was wir mit den Kindern in den Ferien machen können", erinnert sich Organisator Michael Fischer vom Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink. So seien sie auf Seifenkisten gekommen. Zunächst waren die Rennen kleine Veranstaltungen mit weniger als 30 Teilnehmern. Doch dann vor 13 Jahren haben Fischer und sein Team entschieden: Es soll größer werden. Seitdem existiert das Seifenkistenrennen in seiner jetzigen Form.
" Es ist einfach toll, dass alle dabei sind", sagte Bürgermeisterin Strangmann, " die stolzen Eltern mit ihren Kindern." Da machte es dann auch fast nichts aus, als gestern für eineinhalb Stunden das Rennen unterbrochen werden musste. Regen und eine nasse Fahrbahn stoppten die jungen Piloten: sicheres Fahren unmöglich.
" Oh nein, das kann doch nicht sein", dachte sich auch Muhammad (10), als er erfuhr, dass sich die Abfahrt verschob. Zusammen mit seinem Freund Benno (9) fuhr er einen Wildwest-Planwagen in Miniaturform: An ihm hingen eine gelbe Öllampe, ein alter Topf und ein Halfter. " Das Pferd ist abgehauen, hat sich frei gebissen", sagte Benno. In fast jeder Seifenkiste steckte eine Geschichte, manchmal eine reale, manchmal eine aus den Köpfen der Kinder.
Eine reale ist die einer 2006 gebauten Seifenkiste im Mini-Cooper-Look. Sie wurde vor rund zwei Wochen vom Gemeinschaftszentrum gestohlen und ist bislang noch nicht wieder aufgetaucht. " Mein Tipp: Die Diebe haben sich die für einen Mai-Gang geklaut", vermutete Ziegenbrink-Chef Fischer.
Yusuf und Jan-Philipp (beide 12) haben eine Miniatur-Sparkasse mit Plexiglas-Fenstern auf Rädern gebaut. Fünf Wochen lang haben sie gehämmert, geschraubt und geklebt. " Das Gefühl, etwas gebaut zu haben, ist toll", sagte Yusuf im roten Sparkassen-Overall. Gleich beim ersten Versuch fuhren die beiden die bessere Zeit und gewannen so zumindest einen von vier Versuchen. " Ich bin ganz stolz auf meinen Sohn", sagte Naime Ülbeyi, die Mutter von Yusuf.
Die Pläne für ein ganz großes Rennen in Osnabrück sind noch nicht ausgemachte Sache. Bereits in diesem Jahr hätte Osnabrück große Schaubühne für die deutsche Meisterschaft im Seifenkisten-Rennen werden können. " Da haben wir uns nicht rangetraut", gestand Ziegenbrink-Chef Fischer ein. Es sei eine teure Aktion, und die deutsche Meisterschaft brauche Helfer für drei Tage.
Mehr als 400 Seifenkisten-Piloten bei einer möglichen Meisterschaft zu managen das traut sich Fischer nicht allein zu: " Dessen müsste sich die Stadt annehmen", forderte Fischer, " es gibt viele, die das toll fänden." Ziegenbrink-Chef Michael Fischer spinnt noch ein wenig weiter herum, er wüsste schon einen Ort für die Meisterschaft: " Die Bremer Straße da ist doch ein schöner Berg!"

Bildergalerie sowie alle Ergebnisse auf www.noz.de
Bildtexte:
Mit großem Interesse verfolgte auch dieser Vierbeiner die tollkühnen Fahrer in ihren rasenden Kisten.
Der Regen stoppte das Rennen und trieb die Besucher und Fahrer unter die Schirme.
Snoopy von den Peanuts war auch dabei.
Hoffentlich ohne symbolischen Wert: Mit dem Rathaus ging es am Hauswörmannsweg bergab.
Fotos:
Michael Hehmann
Autor:
David Missal


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