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1.
Erscheinungsdatum:
12.04.2013
aus Zeitung:
Neue Osnabrücker Zeitung/ Neue OZ
Inhalt:
Straßenkunde
Überschrift:
Langstrecken-Kutscher der Sozialpolitik
Zwischenüberschrift:
Die Walter-Haas-Straße im Stadtteil Dodesheide
Artikel:
Originaltext:
Osnabrück.
"
Noch
nie
ist
im
Rat
einer
deutschen
Großstadt
jemand
so
lange
Fraktionsvorsitzender
gewesen
wie
Walter
Haas"
,
stellte
der
damalige
Oberbürgermeister
Hans-
Jürgen
Fip
fest,
als
er
1998,
zwei
Jahre
nach
dem
Tod
von
Walter
Haas,
das
Schild
der
nach
ihm
benannten
Straße
am
Limberg
im
Stadtteil
Dodesheide
enthüllte.
Damit
war
nur
einer
der
"
Zeitrekorde"
angesprochen,
die
der
Kommunalpolitiker
in
seinem
Leben
aufgestellt
hatte.
40
Jahre
lang,
von
1946
bis
1986,
gehörte
er
dem
Stadtrat
an,
davon
die
letzten
33
Jahre
als
Vorsitzender
der
SPD-
Fraktion.
15
Jahre
war
er
Mitglied
des
Niedersächsischen
Landtags
und
von
1970
bis
1974
dessen
Vizepräsident.
Die
Liste
seiner
Ämter
in
Partei
und
öffentlichen
Einrichtungen
ist
so
lang,
dass
man
damit
bald
eine
ganze
Zeitungsseite
füllen
könnte.
Dazu
kamen
die
Ehrungen:
Möser-
Medaille
und
Ehrenring
der
Stadt,
Landesverdienstkreuz,
Bundesverdienstkreuz.
Haas
selbst
zitierte
immer
gern
seinen
Wunsch
aus
Kindertagen,
später
einmal
Kutscher
zu
werden
und
die
Zügel
fest
in
die
Hand
zu
nehmen.
In
der
Demokratie,
die
auf
Wandel
angelegt
ist
und
Macht
immer
nur
auf
Zeit
verleiht,
muss
schon
Leistung
dahinterstecken,
wenn
einer
sich
so
lange
in
einflussreichen
Positionen
oder,
um
im
Bild
zu
bleiben,
auf
dem
Kutschbock
halten
kann.
Haas
wird
als
"
einer
der
großen
Lastenträger
der
gestaltenden
Politik"
beschrieben,
dessen
Handeln
stets
vom
Wunsch
nach
sozialer
Gerechtigkeit
und
Chancengleichheit
geprägt
war,
der
sich
für
nichts
zu
schade
war
und
den
Kopf
hinhielt,
statt
sich
bequem
anzupassen.
Seine
Offenheit
und
Zuverlässigkeit
wurden
auch
vom
politischen
Gegenspieler
gelobt,
wenn
etwa
der
CDU-
Fraktionsvorsitzende
Bernhard
Schomakers
ihn
als
"
menschlichen
Demokraten"
titulierte
und
ausführte:
"
Er
hat
nie
vergessen,
dass
wir
im
selben
Schiff
sitzen
und
gemeinsam
zusehen
müssen,
dass
wir
heile
ankommen."
Schwerpunkt
seines
politischen
Handelns
blieb
immer
die
Sozialpolitik.
Der
erste
Schulkindergarten
und
das
erste
Alten-
und
Pflegeheim
in
Osnabrück
gehen
auf
seine
Initiative
zurück.
Als
Aufsichtsratsvorsitzender
der
Osnabrücker
Wohnungsbaugesellschaft
sorgte
er
für
ordentlichen
Wohnraum
für
kinderreiche
und
sozial
schwache
Familien.
In
der
Freien
Wohlfahrtspflege
lag
ihm
die
Arbeiterwohlfahrt
besonders
am
Herzen.
Bei
Veranstaltungen
nutzte
er
seine
Prominenz
und
ging
mit
der
Sammelbüchse
durch
die
Reihen,
um
die
AWO-
Krebsberatungsstelle
weiterführen
zu
können.
Die
Osnabrücker
Stadthalle,
zunächst
von
der
CDU
abgelehnt,
wäre
vielleicht
nicht
gebaut
worden,
wenn
Walter
Haas
sich
nicht
so
engagiert
für
sie
eingesetzt
hätte.
Leidvolle
Erfahrung
Die
Herkunft
aus
einer
sozialdemokratischen,
gewerkschaftlich
engagierten
Familie
und
seine
leidvollen
Erfahrungen
mit
der
NS-
Gewaltherrschaft
haben
Walter
Haas
für
das
Leben
geprägt.
Ihn
trieb
die
Sorge
um,
dass
nachwachsende
Generationen
über
materiellem
Wohlstand
vergessen
könnten,
aus
der
Geschichte
und
insbesondere
den
Fehlern
der
Weimarer
Republik
zu
lernen.
Vater
Gustav
Haas
war
SPD-
Abgeordneter
und
Erster
Sekretär
des
Deutschen
Metallarbeiterverbandes.
Schon
vor
deren
Machtergreifung
geriet
er
in
offene
Gegnerschaft
zur
NSDAP.
1933
wurde
er
mehrfach
inhaftiert,
wodurch
sein
Tod
im
Alter
von
nur
47
Jahren
"
beschleunigt
herbeigeführt
wurde"
,
wie
es
in
der
Begleiturkunde
zu
dem
für
ihn
verlegten
Stolperstein
vor
dem
ehemaligen
Gewerkschaftshaus
am
Kollegienwall
heißt.
Walter
Haas
kam
am
9.
Januar
1920
in
Osnabrück
zur
Welt.
Nach
der
Volksschule
besuchte
er
das
Gymnasium,
musste
dieses
aber
1934
vorzeitig
verlassen,
weil
die
Mutter
nach
dem
Tod
des
Vaters
das
Schulgeld
nicht
mehr
aufbringen
konnte.
Sie
erhielt
für
sich
und
zwei
Kinder
genau
78
Reichsmark
Rente.
Die
Mutter
verdiente
etwas
hinzu,
indem
sie
sich
einen
"
Stadt-
Hausierschein"
ausstellen
ließ
und
Seifenartikel
verkaufte.
Haas
lernte
von
1934
bis
1938
Maschinenschlosser
in
der
Turbinenfabrik
Scholz
in
Osnabrück
und
wechselte
dann
zum
Stahlwerk.
Von
Februar
1942
bis
zum
Zusammenbruch
diente
er
in
der
Wehrmacht.
Nach
dem
Krieg
setzte
er
zunächst
seine
Tätigkeit
als
Schlosser
bei
Klöckner
fort.
1947
zog
er
den
Blaumann
aus
und
wurde
Angestellter
bei
der
Landkrankenkasse.
Von
1954
bis
1963
war
er
Geschäftsführer
der
AWO
und
ab
1964
im
Bauunternehmen
Fritz
Scholle.
Neben
diesen
beruflichen
Tätigkeiten
füllten
Politik
und
Ehrenämter
seine
gesamte
verbleibende
Zeit
aus,
Freizeit
war
für
ihn
ein
Fremdwort.
Am
10.
Februar
1996
starb
Walter
Haas
76-
jährig
an
den
Folgen
eines
Schlaganfalls.
Bildtexte:
Walter
Haas
(1920–1996)
Die
Walter-
Haas-
Straße
liegt
im
Stadtteil
Dodesheide
Fotos:
Archiv,
Joachim
Dierks
Autor:
Joachim Dierks