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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gegen eine Verkehrsstraße über die Muesenburg
Schützt den Westerberg!
Zwischenüberschrift:
Eine Entschließung des Bürgervereins von 1880 und des Bürgervereins Nordwest an den Rat
Bebauungspläne um mindestens 50 % einschränken! - Der Westerberg soll Erholungsgebiet bleiben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

Bevor die Tiefbauarbeiten im Westerberggebiet beginnen - der Rat gab am 9. Dezember 1958 rund 600 000 DM zur Kanalisierung frei -, haben die zwei zuständigen Bürgervereine durch ihre Vorstände in der Sitzung vom 10. Dezember 1958 hinsichtlich der Gestaltung des Westerberges folgende gemeinsame Entschließung gefaßt, die auch dem Rat der Stadt Osnabrück zugeleitet wurde:

Die Bürgerschaft der beiden Stadtteile südlich und nördlich des Westerberges hat mit großer Freude zur Kenntnis genommen, dass der freie Landschaftshügel nach Ankauf der Muesenburg als Erholungsgebiet gestaltet werden soll.
Im Laufe des Jahres hat die Öffentlichkeit zum ersten Gestaltungsplan wiederholt Stellung genommen und u. a. verlangt, dass das Hauptziel im Erholungsgebietplan eindeutig verwirklicht wird. Der Rat und seine Ausschüsse haben im Sommer durch Besichtigungen, durch Höhenmessungen und Beratungen Untersuchungen angestellt und Anfang September einen neuen zweiten Bebauungsplan beschlossen.
Danach ist an der Verkehrsstraße über den Westerberg vom Sedanplatz (wo sich daraufhin eine weitere Tankstelle niederließ) über die Muesenburg zur Lotter Straße festgehalten worden. Die Albrechtstraße wird etwa von der Schoellerstraße an auf der oberen Strecke von rund 300 Metern in einer geschwungenen Linienführung nach Westen verlegt. Die Strecke ist bereits vermessen worden.
Wir erheben nochmals schwere Bedenken gegen diese Verkehrsstraße und sehen darin eine Bevorzugung des Kraftverkehrs gegenüber dem erholungssuchenden Fußgänger. Der Kraftfahrzeugverkehr fragt nicht nach einem Umweg von einem Kilometer bei Vermeidung von Steigungen. Hinzu kommt, dass für die Verlegung und eventuelle Vertiefung der Straße auf der Scheitel- und Kreuzungshöhe vor der Muesenburg

mindestens 100 000 DM Kosten

entstehen, die eingespart werden können - die letzte Ratssitzung zeigte ja einmütig den absoluten Willen zum Sparen, eine Demonstration, die gewiß alle Bürger der Stadt begrüßen!
Die Anlieger der Albrecht-, Reimerdes-, Schoeller- und Caprivistraße - hier insbesondere die Insassen der Frauenklinik - verwahren sich auch ganz entschieden gegen den Verkehr an diesen reinen Wohnstraßen. Die Klagen und Beschwerden seitens der Patienten der Frauenklinik und deren Angehörigen über lärmenden Wagenverkehr wiederholen sich fast täglich. Mit fast " fahrplanmäßiger Pünktlichkeit" wird dieser die Nachtruhe störende Lärm schon morgens nach 4 Uhr durch die Rücksichtslosigkeit der Motor- und Autofahrer eröffnet. Am schlimmsten ist es, wenn beim Bergauffahren noch " Gas" gegeben wird. Auf die Klinik - als Krankenhaus - wird dabei überhaupt keine Rücksicht genommen.
Zur Erfassung und Versorgung der bebauten Randgebiete genügen vollauf Stichstraßen von der Natruper bzw. Lotter Straße aus, wie es jahrzehntelang der Fall war.

Wir wollen im Interesse des geschlossenen Erholungsgebietes überhaupt keine Überquerung des Westerberges durch eine Verkehrsstraße!

Warum wird denn die obere Barbarastraße aufgehoben? Etwa im Interesse der Besatzungsmacht, deren NAAFI-Anlage mit Schule und Kino an die untere Barbarastraße verlegt wird? Ist die Besatzungsmacht mit ihren Angehörigen ruhebedürftiger als die Frauen in der Klinik?
  An der jetzigen Albrechtstraße oberhalb der Schoellerstraße sind rechts vier und linksseitig drei Häuser vorgesehen. Dies Häuser würden vom anerkannten Aussichtspunkt - Kreuzung Albrechtstraße/ Edinghäuser Weg - aus im direkten Blickfeld zu Piesberg liegen. Sie sind also vom Standpunkt des Westerbergbesuchers abzulehnen, haben auch keineswegs die Aufgabe, einen häßlichen Blick zu verdecken. Mit der Genehmigung dieser Bauten werden auch Präzedenzfälle für die gleiche Höhenbebauung gegeben. Dazu kommt, dass die Kanalisationsstrecke im gewachsenen Felsen für 200 Meter Länge von den sieben Anliegern außerordentlich hohe Kosten verlangt Wir empfehlen daher dringend, diese Bauplanung fallenzulassen Das Gelände der Apfelbaumallee (Muesenburg) - oberhalb der Caprivikaserne -, zwischen Blumenthal- und Caprivistraße, sol nach dem neuesten Plan mit 38 Wohneinheiten und 13 Garagen bebaut werden. Es sind zweigeschossige Einfamilienreihenhäuse mit Frontlängen von 30, 24, 18 und 12 Meter, zwölf freistehende eingeschossige Einfamilienhäuser und elf Bungalowhäuser vorgesehen. Wir empfehlen, da keinerlei Bindungen an Eigentumsverhältnisse und Grenzen des Bodens bestehen, die Bebauung um mindestens 50 % einzuschränken, um damit in beiden Richtungen vom Höhenweg ein Blickfeld nach Südosten und Südwesten zu erhalten.
Es ist bedauerlich, dass die maßgebenden Instanzen nicht in den vergangenen wetterschönen Monaten eine Zählung der vielen Erholungssuchenden namentlich an den Nachmittagen der zwei Wochenendtage, vorgenommen haben. Man würde erstaunt sein über die " Bevölkerung" des Bergrückens und der Zuwege. Mit der Schaffung der Grün- und sonstigen Anlagen wird der Zustrom bedeutend wachsen. Bei einer nachträglichen Zählung vergesse man nicht, die vielen Kraftfahrzeuge zu zählen, deren Besitzer lieber sitzen als laufen!

Die unterzeichneten Bürgervereine appellieren noch einmal an die Einsicht der Ratsmitglieder, die aufgeworfenen Fragen im Interesse der Erholung und Gesundung, im Interesse des seit Jahrzehnten angestrebten Schutzes des Westerberges in unserem Sinne zu lösen.

Bürgerverein von 1880
Bürgerverein Nordwest


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