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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Für ein möglichst buntes Miteinander
Zwischenüberschrift:
Im Friedensgarten am Haster Weg in Osnabrück engagieren sich Menschen jeden Alters
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Vor zwei Jahren gab es am Haster Weg eine etwa 10 000 Quadratmeter große Fläche, die vornehmlich aus einer Wiese bestand. Aber hier ist viel geschehen, seit der Verein " Friedensgarten" das Areal übernommen hat. Inzwischen finden sich hier Menschen unterschiedlicher Herkunft und jeden Alters zusammen, dazu diverse Vereine und spontane Freiwillige, um Gemüse anzubauen und eine gute Zeit zu verbringen.

Erbsen gibt′s und diverse Kräuter. Kartoffeln sprießen aus dem Boden, daneben wächst Wirsing. Es gibt Johannisbeeren und Äpfel. Außerdem blühen Cosmea, Hummelwiese und Löwenmäulchen. Und auf den ersten Anblick ist klar: Gärtner, die mit der Nagelschere für Ordnung sorgen, haben in diesem Garten nichts verloren. Ohnehin ist gerade größeres Gerät gefragt. Denn auf einer sandigen Fläche entsteht eine große Pergola.
Junge Männer rammen die Fundamente in die Erde, auf die später die Konstruktion aufgeschraubt wird. Das Holz dafür hat die Heger Laischaft gespendet. Wie auch so vieles andere durch Spenden und Leihgaben entstanden ist. Geld hat der Verein kaum.

Unter der Pergola sollen künftig alle zusammensitzen können. " Hier ist Platz für etwa 100 Leute", sagt Doris Kube. Die Landschaftsplanerin und Umweltbildnerin hat mit dem Physiker Wieland Sack das Konzept für den Friedensgarten entwickelt. Die Stadt hat das Gelände zur Verfügung gestellt.

An der Kreuzung Haster Weg/ Lerchenstraße, ist nun ein " interkultureller Gemeinschaftsgarten" entstanden, an dem sich jeder beteiligen kann, der mag. So warb Doris Kube in entsprechenden Vereinen in der Stadt um Mitglieder.

Mit dabei ist Help-Age, der Osnabrücker Verein für ältere Menschen. Im vergangenen Jahr wurden mit Peruanern 40 verschiedene Kartoffelsorten gesetzt. Und auch aktuell geht es um Saatgut: Auf Einladung von Help-Age und dem Verein Friedensgarten sind Friedrich von Homeyer, Demeter-Fachberater, und Johannes Hartkemeyer vom Bio-Hof Pente in Bramsche gekommen. Den Zuhörern erläutern sie Verordnungen der Europäischen Union zum Saatgut recht. " Es sind unendlich viele Missverständnisse im Umlauf", erläutert Katja Busch von Help-Age. So dächten bereits viele Privatleute, dass sie in ihrem eigenen Garten kein eigenes Saatgut mehr vermehren dürften, sondern nur noch gekaufte Produkte verwenden müssen.

Stimmt nicht, betont Johannes Hartkemeyer. Im eigenen Garten sei das erlaubt. Da dürfe auch mit anderen Gärtnern getauscht und aus anderen Ländern Saat und Setzlinge mitgebracht werden. " Sofern das jeweilige Länderrecht nicht dagegen spricht", betont der Bio-Bauer. Anders hingegen sei das beim Saatgut für Landwirte, erläutert er Verordnungen aus Brüssel.

Die Friedensgärtner müssen sich dieser Frage nicht stellen. Sie bestellen ihr Saatgut bei der Firma " Dreschflegel". " Die achtet auf eine große Artenvielfalt", erläutert Kube. Denn das ist auch ein Anliegen im Friedensgarten: Möglichst viele verschiedene Sorten der einzelnen Gemüse anzubauen, um auch hier einem bunten Miteinander eine Chance zu geben.
Bildtext:
Für mehr Artenvielfalt an Ackersäumen sorgt die Wildpflanzenwiese, in der die Friedensgärtner sich gesetzt haben. Das Saatgut stammt von der Hochschule Osnabrück aus dem Projekt " Pro Saum".
Foto:
Elvira Parton

Kommentar
Idee trägt Früchte

Das Urban Gardening, das Gärtnern in der Stadt, macht weltweit Schule. In anderen Orten bezweifeln Experten inzwischen, dass dieses Konzept wesentlich zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse beiträgt.

Die Initiatoren des Osnabrücker Friedensgartens wollten zum Glück von Anfang an mehr. Für sie stand und steht der kommunikative Aspekt im Mittelpunkt: Menschen aus allen sozialen Schichten, aus verschiedenen Generationen und Herkunftsländern arbeiten gemeinsam und nicht gegeneinander. Der Austausch fördert die Integration und den sozialen Frieden im Stadtquartier. Diese Idee trägt Früchte, was unter anderem der Bau des neuen Treffpunktes am Haster Weg beweist.

Wünschenswert wäre es nun, dass es Friedensgärten auch in anderen Stadtteilen gibt in Eversburg etwa oder im Schinkel und am Kalkhügel. Dies sollte ein Ziel kommunalen Handelns sein zumal auch die Stadtökologie profitiert.
Autor:
Marie-Luise Braun, Holger Jansing


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