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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Umwelt baut Brücken: Schüler schreiben Artikel für die NOZ
 
Seltene Ente kämpft ums Überleben
 
Mogansee in Gefahr
 
Blume der Liebe gefährdet
 
Riesige Schule, große Verantwortung
 
Hilfe nur zögerlich umgesetzt
Zwischenüberschrift:
Lebensraum zunehmend zerstört – Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht
 
Die TED Ankara setzt sich in der Türkei für den Umweltschutz ein
 
Interview mit Damla Baykal vom Umweltministerium in Ankara
Artikel:
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Originaltext:
Ankara/ Meppen. Das Gymnasium Marianum Meppen und das TED Ankara Koleji Özel Lisesi Ankara sind Partnerschulen des Projekts " Umwelt baut Brücken", einem deutsch-türkischen Austausch-, Umwelt und Medienprojekt. Deutsche Schüler und Lehrer sind gemeinsam nach Ankara gereist, um vor Ort mit ihren türkischen Austauschpartnern zu Umwelt und Sozialthemen zu recherchieren. Die Schüler veröffentlichen jeweils eine Zeitungsseite in den Zeitungen der Medienpartner des Projekts, nämlich der Neuen Osnabrücker Zeitung und der Sonsöz. Die Projektgruppen der Partnerschulen besuchen sich gegenseitig und leben in dieser Zeit in den gastgebenden Familien. Durch den engen Kontakt lernen die jungen Menschen Land und Leute persönlich kennen.

ankara/ Meppen. Seit vielen Jahren ist die Population der Weißkopfruderente deutlich rückläufig. Denn mit der Zerstörung des Naturschutzgebietes Mogansee begann ihr Kampf ums Überleben. Mittlerweile ist sie eine stark vom Aussterben bedrohte Vogelart, von der weltweit nur noch 12 000 bis 13 000 Tiere existieren. Allein 6000 davon leben in der Region rund um den Mogansee. Noch vor etwa 50 Jahren war der Vogel in vielen Teilen der Türkei vertreten, doch heute findet man die Weißkopfruderente außer am Mogansee nur noch in wenigen Teilen Frankreichs und im Nahen Osten.
Gründe für den Rückgang sind vor allem die Menschen. Durch ihren intensiven Siedlungsbau und die Nutzung des Sees als touristisches Naherholungsgebiet wird immer mehr Schilf abgeholzt, wodurch die Brutplätze der Weißkopfruderente zerstört werden. Außerdem stört der Lärm die scheue Ente stark, sodass sie keine Ruhe findet, um sich fortzupflanzen. Des Weiteren gilt die starke Wasser- und Umweltverschmutzung des Mogansees durch Abfälle und Zufuhr von ungereinigtem Wasser der Fabriken und Siedlungen als Grund für den Populationsrückgang.
" Dabei sind die Vögel wichtig für das instabile Ökosystem des Sees. Außerdem können sie helfen, Gefahren für den Menschen aufzudecken", erklärt der Biologe Ilker Özbahar. Daher schlägt er vor, eine Datenbank für alle Tier-, aber auch Pflanzenarten anzulegen, um ihre Entwicklung besser überwachen und so gezielter eingreifen zu können. Eine Vogelzählung, wie sie seit 1963 durchgeführt wird, reiche nicht aus, um die rund 220 Vogelarten zu untersuchen. Zudem rät der Biologe, den See zu reinigen, die Umgebung von Abfällen zu befreien und das Brutgebiet der Tiere zu erhalten und speziell zu schützen, damit das Tier wieder eine Zukunft hat.

Ankara/ Meppen. Der Mogansee in der Nachbarschaft der Hauptstadt Ankara ist in Gefahr, er wurde in den vergangenen Jahren zunehmend von den Menschen verbaut und verschmutzt. Viele Tiere und Pflanzen, die nur dort leben, werden aus ihrem natürlichen Lebensraum vertrieben und haben keine weitere Möglichkeit mehr, ihr Überleben zu sichern.

Der Mogansee liegt in der Nähe der Stadt Gölbasi, einem 100 000 Einwohner großen Ort südlich von Ankara. In diesem Gebiet leben seit der Bronzezeit Menschen. Doch seit einiger Zeit wird der Zustand des Sees immer schlechter. So gab es beispielsweise vor zehn Jahren ein großes Fischsterben. Ursache: Die Wasserqualität wird von Jahr zu Jahr schlechter und eine Eutrophierung also eine unerwünschte Zunahme der Nährstoffe im Wasser des Sees findet statt. " Wenn sich nicht die Verantwortlichen auf konkrete Maßnahmen verständigen und diese auch baldmöglichst umsetzen, dann wird die Ökologie schwer geschädigt", sagt die Städteplanerin Gülru Mumcuögln aus Gölbasi.

Der Mogansee ist mit einer Größe von 5, 6 Quadratkilometern der größte See in der Region Ankara und ein wenig größer als das Zwischenahner Meer in Niedersachsen. Der See liegt in einem rund 274 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet, das ist also fast so groß wie die Stadt Dortmund in Nordrhein-Westfalen.

In diesem Gebiet leben zurzeit rund 240 Vogelarten, von denen 51 auf der Roten Liste stehen, unter anderem der kleine Turmfalke und die Weißkopfruderente. Auch für viele andere Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, stellt der See mit seinen Schilfgebieten ein Rückzugsgebiet dar. Durch seine Größe ist das Gewässer wichtig für die Menschen, die dort leben und zum Beispiel Ackerbau betreiben oder aus der Hauptstadt Ankara kommen, um sich zu erholen. Zusätzlich wird der See für verschiedene Freizeitaktivitäten wie Bootfahren und Angeln genutzt. Doch Bauern bewirtschaften die Flächen am Ufer, sodass verschiedene Düngemittel ins Wasser geraten.

Seit mehr als 50 Jahren wird versucht, die Nutzungs- und Schutzinteressen unter einen Hut zu bringen. So haben sowohl das Umweltministerium und die Stadtverwaltung in Ankara als auch die Stadtverwaltung in Gölbasi ein Mitspracherecht. " Neben den unterschiedlichen Interessen und den nicht geregelten Kompetenzen bleibt auch die Finanzierung offen", erklärt Damla Baykal, Umweltingenieurin vom Ministerium für Umwelt in Ankara.

Zwar sagt Bürgermeister Yakup Odabasi von Gölbasi: " Die Natur ist keine unendliche Quelle, die für uns da ist; sondern sie ist eine Gesamtheit, an der auch Menschen beteiligt sind." Doch bislang wurden noch nicht viele der Pläne zum Schutz des Mogansees durchgeführt. Auch mit der Absicht, den See auf der Basis der EU-Umweltschutzverordnung zu schützen oder die gewaltigen Schlammmassen, die sich am Boden des Sees abgelagert haben, zu entsorgen, ist man noch nicht weitergekommen. " Rund 4, 5 Millionen Kubikmeter Schlamm müssen in den nächsten Jahren aus dem See entfernt werden, aber man ist sich uneins, mit welcher Methode man dies durchführen will und wohin man den Schlamm bringen will", so Baykal.

Außerdem wurden in den vergangenen Jahren willkürlich Gebäude am See gebaut, ohne über die Folgen nachzudenken. Um neue Grillplätze anzulegen, wurden Schilfgebiete gerodet, damit wurde seltenen Tierarten ihr Lebensraum genommen. Sowohl die Touristen als auch die Bewohner der Stadt hinterlassen viel Müll am See, was eine weitere Bedrohung für die dort lebenden Tiere darstellt. Abwasser, welches über Flüsse in den See gelangt, und anliegende Restaurants verschmutzen das Biotop. Die intensive Landwirtschaft am Ufer verdrängt seltene Pflanzenarten, insbesondere auch die bei Türken sehr beliebte Flockenblume.

Der Schülergruppe wurden bei ihrem Besuch zwar sehr innovative Pläne zum Schutz des Sees vorgestellt, nur fehlen die Mittel und das Engagement für die Umsetzung.

Außerdem ist nicht klar, wer für den See und seine Umgebung verantwortlich ist: die Stadtverwaltung von Ankara, die Stadt Gölbasi oder die Zentralregierung in Ankara? " Hoffentlich werden die konkreten Maßnahmen umgehend umgesetzt, damit die Tiere und Pflanzen schnell geschützt werden, bevor es zu spät ist", sagt die 17-jährige Judith Wilke aus Meppen.
Bildtext:
Der Mogansee in der Nähe der türkischen Stadt Ankara ist durch die Verschmutzung der Menschen gefährdet
Foto:
Judith Wilke

Ankara/ Meppen. Die Flockenblume, auch " Liebesblume" genannt, ist eine stark gefährdete Pflanze, die nur in der Gegend des Dorfes Haci Hasan am Mogansee zu finden ist. Sie ist vergleichbar mit der Gattung der Korn- und Mohnblume und in der Türkei ein beliebtes Muttertagsgeschenk. Das ist unter anderem einer von vielen Gründen für die Gefährdung dieser Pflanzenart, da sie am Muttertag zu Zehntausenden verschenkt wird. Auch die immer stärkere Ausweitung der Baugebiete rund um den Mogansee spielt eine große Rolle bezüglich der Bedrohung der Flockenblume. Obwohl die " Blume der Liebe" auf einen lockeren Boden und damit auf die Landwirtschaft angewiesen ist, stellt gerade diese die größte Gefährdung dar. Um ihre Erträge zu verbessern, setzen die Bauern nämlich, wie in vielen Ländern auch, Pestizide ein, die der seltenen und speziellen Pflanze nachhaltig schaden. " Trotz vieler Versuche ist es sehr schwer, die Blume zu züchten. Zwar lässt sie sich künstlich anpflanzen, doch nach der ersten Saat kann sie sich nicht mehr vermehren, ist also biologisch unbrauchbar. Auch die Population der Blume ist stark schwankend. Mal gibt es einen starken Zuwachs, im nächsten Jahr einen starken Rückgang", erklärt Didem Ambarli, Biologin und Doktorandin an der Middle East Technical University Ankara. Zum Schutz der Blume, sagt sie, gäbe es nur die Möglichkeit der Extensivierung der Landwirtschaft.
Bildtext:
Liebespflanze: die Flockenblume.
Foto:
colourbox.de

Ankara/ Meppen. Die TED Ankara Koleji Vakfi (TED steht für Türk Egitim Dernergi ) ist eine der größten Schulen der Welt und Partnerschule des Gymnasiums Marianum Meppen. Sie arbeiten gemeinsam an dem Projekt " Umwelt baut Brücken". Und mit der Größe der Schule trägt die TED Ankara eine besondere Verantwortung der Umwelt gegenüber.
Die TED Ankara wird von gut 6000 Schülern besucht und ist somit eine der größten Schulen weltweit. Sie ist Arbeitsplatz für mehr als 700 Lehrer und andere Angestellte. Dementsprechend ist auch das Schulgelände enorm. Mit 309 000 Quadratmeter ist der Campus sogar einer der größten der Welt. Die Schule wird von Schülern im Alter von sieben bis 18 Jahren besucht und mit einer Hochschulreife abgeschlossen. Sie wurde 1928 von Atatürk, dem Staatspräsidenten und Begründer der modernen Republik Türkei, gegründet und lag ursprünglich im Stadtzentrum von Ankara. Aufgrund extremen Platzmangels aber ist die TED Ankara 2004 in einen Neubau in einem ehemaligen Waldgebiet umgezogen. Mit der neuen Schule kam auch weitere Zivilisation wie Infrastruktur und neue Hochhäuser ins Umfeld, und aus dem ehemaligen Waldgebiet wurde die neue Stadt Gölbasi.
Das Gelände erinnert an amerikanische Highschools, wie sie aus Film und Fernsehen bekannt sind. So ist die TED Ankara sehr modern ausgestattet, mit mehreren Mensen, weiteren vielfältigen Essensangeboten wie Ständen zum Verkauf von Pizza oder Döner, Fachräumen für Kunst- und Naturwissenschaften und vielen Sportmöglichkeiten wie einem Stadion und einem Schwimmbad. Außerdem gibt es in der Schule auch drei Ärztestationen. Doch kommt mit einer riesigen Schule auch eine große Verantwortung?
" Die TED Ankara setzt sich außergewöhnlich gut für den Schutz der Umwelt ein", sagt der stellvertretende Schulleiter Aydin Unal. So gibt es eine Fotothermie-Anlage zur Beheizung des Schwimmbades, ein Recyclingsystem und besonders in der Cafeteria wird der Schutz der Umwelt beachtet. Hier werden Essensreste an Tierheime gegeben, und altes Öl wird zu Biogas oder Seife weiterverarbeitet.
Bildtext:
Die TED Ankara in der Türkei.
Foto:
Manon Kohnen

Ankara/ Meppen. Die Schüler interviewten Damla Baykal von der Generaldirektion zum Schutz von Naturgütern aus dem Umweltministerium Ankara zur Problematik am Morgansee.
Welche Projekte hat die Umweltbehörde in den letzten drei Jahren konkret umgesetzt, um den Mogan-See zu schützen?
Es sind keine konkreten Projekte vorhanden, beziehungsweise es werden nur wenig Schritte unternommen, um den See zu schützen. Aber man darf nicht außer Acht lassen, dass das Ganze auch ein langer Prozess ist. Mehrere Projekte rund um dasGewässer laufen parallelund brauchen natürlich eine bestimmte Vorbereitungszeit. Es ist ein langer Prozess mit vielen Voruntersuchungen.
Sie haben vorhin gesagt, dass es in der Nähe des Sees Mülldeponien gibt. Wie kann verhindert werden, dass diese Abwässer aus den Wohngebieten und aus der Landschaft in den See geraten?
Wir haben Glück, dass dieser See in die Obhut der Großstadtverwaltung gekommen ist. Ankara hat mehrere Möglichkeiten, die andere Sonderschutzgebiete nicht haben. Zum Beispiel, dass das Abwasser, das auch von den Siedlungen kommt, durch technische Kläranlagen gefiltert wird. Auf der anderen Seite haben wir geordnete Abfallbeseitigungsanlagen, sodass da keine große Bedrohung besteht. In Bezug auf die Verschmutzung durch die Landwirtschaft haben wir bestimmte Projekte vorbereitet.
Im Mogansee ist die Eutrophierung ein Problem. Wir haben in Deutschland auch Seen, wo wir ähnliche Probleme haben. Da werden zum Teil extra technische Einrichtungen geschaffen, um Sauerstoff in das Wasser zu bringen. Ist das hier auch angedacht?
Wir verfolgen ständig technische Entwicklungen auf der ganzen Welt. Aber wir planen zurzeit keine technischen Maßnahmen. Wir bemühen uns jedoch, ein Verfahren zu finden, um die großen Mengen an Schlamm aus dem See zu bekommen.
Was kann man unternehmen, um das Umweltbewusstsein der Besucher oder Schüler zu fördern?
Wir sind bereits in Grundschulen gegangen und haben die Schüler informiert, was man machen muss, um die Tiere zu schützen. Außerdem haben wir versucht, ihr Bewusstsein zu schärfen, damit sie bei den Besuchen am See keinen Abfall wegwerfen.
Autor:
Anja Wisse, Antonia Kley, Pia Horstkamp, Christin Moß, Henriette Fickers, Sarah Schöning, Marlene Budden, Manon Kohnen, Laura Hanneken, Fynn Meyer, Judith Wilken, Lukas Pöker, Markus Nögel


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