User Online: 2 | Timeout: 20:02Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zoo-Nashorn Hans-Franz ist tot
 
Nashorn Hans-Franz ist tot
Zwischenüberschrift:
Gesundheitliche Probleme
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Zoo Osnabrück ist der Nashornbulle Hans-Franz eingeschläfert worden. Seit 1979 lebte das 38 Jahre alte Tier am Schölerberg. Zuletzt hatte er gesundheitliche Probleme. Woran genau Hans-Franz gelitten hat, soll nun eine Obduktion klären.

Osnabrück. Eine schwere Entscheidung musste vor einer guten Woche im Zoo Osnabrück gefällt werden: Nashornbulle Hans-Franz ging es gesundheitlich im bereits fortgeschrittenen Alter von 38 Jahren immer schlechter, sodass er eingeschläfert werden musste.

Es war der 26. Juli 1979 als Hans-Franz, gebürtiger Floris, im Waldzoo Einzug hielt. Der Bulle musste nicht alleine vom Safaripark Beekse Bergen ins 300 Kilometer entfernte Osnabrück reisen. Bianca, eine Breitmaulnashorndame, leistete ihm Gesellschaft. Hans-Franz war drei Jahre alt, als er sich auf den Weg nach Osnabrück machte in einer Holzkiste auf einem Lkw, die mit dem Spruch " Nashörner zum Osnabrücker Zoo" beschriftet war. 1000 Kilogramm wog der Jungbulle damals. Seine Gefährtin brachte es auf stolze 3000 Kilo.

Nun ist Hans-Franz nicht mehr. Sein Gesundheitszustand hatte sich bereits in den letzten Monaten stetig verschlechtert, wie Zootierarzt Thomas Scheibe berichtet. " Seit Oktober hatte er zunächst immer mehr Hautprobleme. Entzündungen breiteten sich am ganzen Körper und an den Füßen aus, und es entstanden teilweise großflächige Hautveränderungen, die wir nach Überprüfung der Blutwerte auch entsprechend behandelten. Mehrere labordiagnostische Blutanalysen ließen jedoch keine Rückschlüsse auf das Vorliegen einer spezifischen Erkrankung zu."

Trotz besonderer Vitamin- und Mineralstoffergänzungen verlor der Bulle bei stets gutem Appetit bis zu einem Viertel seines Körpergewichtes im Verlaufe der letzten zwei Monate. Er zeigte typisch für besonders alte Tiere eine immer mehr zunehmende Muskelschwäche.

Am ersten Samstag im Januar war es dann so weit: Hans-Franz konnte sich nicht mehr von seinem Nachtlager erheben. " Wenn so große Tiere festliegen, können sie meist infolge der fortlaufenden Zeit bei zunehmender Kreislaufbelastung nicht mehr selbstständig aufstehen. Infolgedessen sind alle vier angewinkelten Beine und die inneren Organe aufgrund des großen Körpergewichtes von fast zwei Tonnen schlechter durchblutet und überlastet. Hier mussten wir eine Entscheidung treffen, auch im Sinne des Tieres da tragen wir die Verantwortung", so Scheibe.

Gemeinsam mit dem Zooinspektor, den wissenschaftlichen Mitarbeitern und dem leitenden Tierpfleger aus dem Nashornrevier fällte er schließlich die Entscheidung, das Tier von seinem Leiden zu erlösen. " So eine Entscheidung ist nie leicht, allerdings ließ sein aussichtsloser Zustand uns keine andere Wahl", so der wissenschaftliche Mitarbeiter Tobias Klumpe.

Der Tierkörper wurde zum Institut für Pathologie der tierärztlichen Hochschule Hannover überführt, wo die Experten eine umfassende Untersuchung vornehmen werden. " Bis jetzt konnte lediglich festgestellt werden, dass der Bulle schwere Veränderungen der inneren Organe hatte. Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt. Wir wissen nicht genau, wann wir das endgültige Untersuchungsergebnis bekommen", so Zoodirektor Michael Böer. Man sei als wissenschaftlich geleiteter Zoo an sehr genauen Kenntnissen über die Todesursache bei alten Tieren interessiert.

Obwohl Hans-Franz sein Zuhause mit verschiedenen Weibchen teilte, zeugte er keinen Nachwuchs. " Für uns ist sein Tod natürlich ein großer Verlust. Hans-Franz war nicht nur ein Liebling der Tierpfleger und sehr zutraulich, sondern auch ein wertvolles Tier im Sinne der Nachzucht dieser bedrohten Tierart. Aber er hat ein stolzes Alter erreicht", so Klumpe. Für die drei Osnabrücker Nashornkühe Amali, Lia und Marcita sucht der Zoo nun einen passenden Nashornbullen weiterhin in der Hoffnung, mit Nachwuchs zur Arterhaltung der Breitmaulnashörner beitragen zu können.
Bildtext:
Nashornbulle Hans-Franz erreichte ein hohes Alter von fast 39 Jahren. Anfang des Jahres musste er wegen schwerer gesundheitlicher Probleme eingeschläfert werden.
Foto:
Zoo Osnabrück
Autor:
Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste