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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein Rundbogen-Bau reiner Ausformung
Zwischenüberschrift:
Piesberger Karbonquarzit: Das alte Haseschachtgebäude erstrahlt heute als Museum Industriekultur in altem Glanz
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Es thronte wie ein Wahrzeichen über der Stadt: Wer am Ende des 19. Jahrhunderts nach Osnabrück anreiste, nahm das Haseschachtgebäude auf dem Piesberg als eines der imposantesten Bauwerke der Region wahr. Heute befindet sich in dem architektonischen Relikt aus der Zeit des Piesberger Steinkohlenbergbaus das Museum Industriekultur.
Der Kohleabbau erlebte in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen wahren Boom: Immer mehr Haushalte heizten statt mit Holz und Torf mit der hochwertigen Anthrazitkohle, die unter dem Piesberg lagerten. Die steigende Nachfrage machte die Erweiterung der Kohleabbauanlagen notwendig. Daher wurde 1871 nach Plänen des Architekten Wilhelm Richard das Haseschachtgebäude errichtet, ein repräsentatives Bauwerk im " Rundbogenstil". Dieser Stil trägt seinen Namen, weil die Fassaden Tür-, Tor- und Fensteröffnungen mit im oberen Bereich halbkreisförmigen Bögen aufweisen. Da diese Stilistik an die Epoche der Romanik angelehnt ist, spricht man auch heute bisweilen von den " Kathedralen des Industriezeitalters".
Das Haseschachtgebäude ist eines der letzten erhaltenen Rundbogen-Bauten reiner Ausformung in Deutschland. Im Gegensatz zu Gebäuden, auf deren Rohbau quasi als Blendfassade eine Art Schmuck aufgesetzt wurde, ist der Bau auf dem Piesberg durchgestaltet. Er besteht aus drei Teilen: dem eigentlichen Schachthaus, dem höchsten Element, dem zweigeschossigen Maschinenhaus mit der Dampfmaschine und einem eingeschossigen Teil, der das Ensemble nach Westen abschließt und in dem sich die Fördermaschine mit dem Seilkorb befand. In den 1990er-Jahren entstand die Idee, das Gebäude zu sanieren und als Industriemuseum für die Nachwelt zu erhalten.
So erscheint das Haseschachtgebäude heute in altem Glanz: Das Mauerwerk aus handbehauenem, sprödem Piesberger Karbonquarzit schimmert wie einst in seinen grauen, ockergelben bis rostbraunen Farbtönen. Die vertikal strukturierenden Mauerverstärkungen, Lisenen genannt, enden im Hauptgebäude in Rundbögen, die das Wappen der Stadt Osnabrück sowie das typische Bergbauemblem mit dem Werkzeug der Steiger, Schlegel und Eisen, tragen.
Bildtexte:
Farbig wie einst: Museum Industriekultur.
Rundbögen für die Fenster.
Drei Gebäudeteile: Museum Industriekultur.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Tom Bullmann


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