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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wieder Nachwuchs bei Schimpansen
Zwischenüberschrift:
Thamika zweites Menschenaffen-Baby in 2014 – Jungtiere bei Familie Wasserschwein
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Genau vier Monate nach der Geburt von Schimpansenbaby Helmut am Dreikönigstag ist bei den Menschenaffen im Zoo Osnabrück erneut ein Jungtier zur Welt gekommen. Es heißt Thamika, was so viel bedeutet wie " die Süße". Unterdessen sorgt im Südamerikahaus bei Familie Wasserschwein dreifacher Nachwuchs für Action.

Von der zweiten Schimpansengeburt des Jahres wurden die Tierpfleger regelrecht überrascht. Besucher hingegen verfolgten das seltene Schauspiel am helllichten Tag auf der Takamanda-Außenanlage. " Ich säuberte gerade den Innenstall des Schimpansenhauses, als mich ein Anruf von der Kasse erreichte: Besucher hätten eine Schimpansengeburt beobachtet. Ich bin sofort rausgerannt, aber da war schon alles passiert", erinnert sich Tierpflegerin Nina Gangei.

Im Beisein ihrer Artgenossen hatte das 18-jährige Muttertier Vakanga auf der 2500 Quadratmeter großen Spielwiese sein mittlerweile viertes Baby entbunden. " Vakanga kümmert sich rührend um die Kleine und passt gut auf Thamika auf", sagt Gangei. Auch Vater Tatu (25), neben Sohn Helmut das einzige Schimpansen-Männchen im Zoo, sei an seinem neuen Sprössling sehr interessiert und schaue immer wieder nach dem Rechten.

In der Wildbahn sind Westafrikanische Schimpansen, wie sie am Schölerberg gehalten werden, vom Aussterben bedroht. Raubbau und Jagd nehmen ihnen den Lebensraum. Ihr Freiland-Bestand wird auf höchstens 20 000 Tiere geschätzt.

Platz für 20 Affen

Seit Januar ist die Osnabrücker Menschenaffengruppe damit auf neun Exemplare angewachsen. Ein Ende der Familienplanung ist nicht in Sicht: " Die Anlage bietet Platz für 20 Schimpansen, da ist also noch Luft", erklärt Revierleiter Wolfgang Festl. Die Gruppe soll aber nicht künstlich erweitert werden, sondern langsam und aus sich selbst heraus wachsen. Dafür brauche man Geduld. Denn die Vermehrung von Schimpansen ist immer wieder mit Rückschlägen verbunden.

Nicht selten würden Jungtiere sterben, weil sie etwa von ihren Artgenossen vernachlässigt oder getötet würden, so Festl. " Das ist die Natur." Der Zoo sei dazu übergegangen, im Sinne einer artgerechten Haltung in diese Abläufe nicht mehr einzugreifen als unbedingt nötig. Die Zeiten, in denen verstoßene Affenbabys in Osnabrück mit der Flasche groß gezogen werden, seien vorbei. " Aufzucht durch Menschen ist für wilde Tiere nicht gut", sagt der Takamanda-Chef. Überhaupt werde heute jeder überflüssige Kontakt mit den Schimpansen vermieden. Affenbabys zum Kuscheln auf den Arm nehmen? " Kommt überhaupt nicht infrage!"

Bleibt die Frage nach der merkwürdigen Namensgebung beim 2014er-Jahrgang: " Helmut ist nach seinem Tierpaten benannt worden", klärt Zoosprecherin Lisa Josef auf. Thamika hingegen gehe auf das Konto der Tierpfleger und sei einer afrikanischen Stammessprache entlehnt. Beherrscht das Takamanda-Personal also Buschdialekte? " Nein, nein", sagt Revierleiter Festl.

Suhlen und Baden

" Wir haben einfach nach afrikanischen Mädchennamen gegoogelt und uns einen passenden ausgesucht." Noch ungetauft sind derweil die drei Wasserschweinchen, die am 10. Mai das Licht der Welt im Südamerikahaus erblickten. Im Gegensatz zum klammernden Affenbaby sind diese Jungtiere allerdings schon sehr eigenständig. Wie seine Eltern Marie und Vamono suhlt sich das Trio mit Vorliebe draußen im Schlamm oder badet im wohltemperierten 6000-Liter-Becken im Stall. " Das macht ihnen einen Heidenspaß, denn Wasserschweine sind fantastische Schwimmer und Taucher", sagt Revierleiter Daniel Chirico.

Anders, als ihre Bezeichnung es vermuten lässt, gehören die Tiere übrigens nicht zur Gattung der Schweine, sondern sind die größten lebenden Nager der Welt. Chirico: " Sie können weit über einen Meter lang werden und zwischen 40 und 70 Kilogramm wiegen."
Bildtext:
Unter den strengen Augen von Mutter Vakanga plinzelt Schimpansenbaby Thamika schüchtern in die Kamera.
Mit Genuss knabbern die drei neuen Wasserschwein-Jungtiere an einem Haufen Bambuszweige.
Fotos:
Jörg Martens

Wissenswertes über Schimpansen und Wasserschweine

Schimpansen kommen in freier Wildbahn in West- und Zentralafrika sowie in der Savanne vor. Sie können über 50 Jahre alt werden, etwa so groß wie ein Schulkind, aber mit 90 Kilogramm so schwer wie ein erwachsener Mann. Schimpansen sind Allesfresser und ernähren sich von Blättern, Knospen, Früchten und Fleisch. Außerdem sind sie gute Kletterer. Mit Vorliebe laufen sie auf allen vieren und stützen sich dabei auf den Fingerknöcheln ab. Sie leben im Familienverband, in dem es sehr temperamentvoll zugeht. Die Freude am Spiel und an harmlosen Neckereien ist stark ausgeprägt. Als Hordenführer fühlt sich das Männchen für den Schutz verantwortlich.

Das Wasserschwein ist das größte aller Nagetiere. Es lebt in Südamerika von Panama bis Nordwest-Argentinien in unterholzreichen Wäldern mit Gewässern und Sümpfen. Es ernährt sich hauptsächlich von Kräutern, Gräsern und Baumrinde. Das tagaktive Nagetier lebt in Gruppen von 3 bis 30 Tieren. Die Tragzeit beträgt zwischen 140 und 160 Tagen. Danach bringen die Weibchen zwei bis sieben Jungtiere pro Wurf zur Welt.
Autor:
Sebastian Stricker


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