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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbrief
Zwischenüberschrift:
Elektro-Kartbahn nicht innovativ und nachhaltig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln " Veränderungen am Nettebad: Bürger sind gefragt" (Ausgabe vom 1. Dezember) und " Weiße Weihnacht ist ein Auslaufmodell" (Ausgabe vom 24. Dezember).
" Frisch motiviert vom Weihnachtsartikel zum überproportionalen Temperaturanstieg in Osnabrück habe ich mich gleich darangesetzt, meine Einwände gegen die Elektro-Kartbahn-Pläne bei der Stadt vorzubringen. […]
1. […] Was wir brauchen, sind Freizeitangebote, die Kinder und Erwachsene in Bewegung bringen. Der Spaß am Rasen sei jedem gegönnt, aber dann als Fahrrad- oder Inlinefahrer. Auch in Osnabrück werden die Kinder immer dicker und ungeschickter. Ein Typ-2-Diabetes ist bei jungen Erwachsenen mittlerweile nichts Besonderes mehr. Die Kosten für diese ungesunde Entwicklung tragen wir alle und sie stehen in gar keinem Verhältnis zu den erträumten ökonomischen Gewinnen der Stadtwerke. Mich würde interessieren, ob überhaupt ein Gedanke an die gesundheitlichen Auswirkungen eines solchen Freizeitangebotes den Planenden durch den Kopf ging.
2. Eine Elektro-Kartbahn ist natürlich besser als eine mit Verbrennungsmotoren, weil die inhalativen Belastungen vor Ort vermieden werden. Aber letztendlich hat diese Einrichtung doch einen großen CO 2 - Fußabdruck. N icht nur durch den überwiegend fossil erzeugten Strommix der SWO, sondern weil die Planer selbstverständlich davon ausgehen, dass sowohl Kunden als auch Mitarbeiter mit ihrem eigenen Pkw zum Freizeitstandort kommen! So eine Planung ist keineswegs zukunftsweisend, innovativ oder nachhaltig. Ein kostenfreies Überangebot an Stellplätzen wird bereitgestellt (463 statt der aktuell noch als , nötig′ angesehenen 390 Stellplätze). Eine bessere Busanbindung ist nicht geplant. Das heißt, in der Woche alle 20 Minuten, am Wochenende alle 30 Minuten. Eine Familie, die an der Berningshöhe wohnt, ist, wenn sie am Sonntagnachmittag mit dem Bus ins Nettebad fahren will, 58 Minuten unterwegs. In derselben Zeit könnte sie natürlich im eigenen Pkw schon zwei- bis dreimal da sein! Von einem großen überdachten Fahrradparkplatz […] habe ich auch nichts gelesen.
3. Die jetzige Planung führt zu einer Netto-Bodenversiegelung von 22 000 Quadratmetern. Dies ist im Uferbereich der Nette, die einen der , grünen Finger′ […] darstellt, nicht ohne Folgen für das Stadtklima. Wie wir jetzt wissen, hat es in Osnabrück einen überdurchschnittlichen Temperaturanstieg in den letzten 60 Jahren gegeben. Umso wichtiger wäre es jetzt, Flächen zu entsiegeln und die grünen Finger zu vergrößern.
4. Osnabrück hat sich verpflichtet, den Masterplan , 100 Prozent Klimaschutz′ zu erfüllen. Alle städtischen Investitionen müssen seitdem auf diese Frage hin untersucht werden: Bringt uns diese Maßnahme unserem Ziel 95 Prozent CO 2 - Einsparung bis 2050 näher oder nicht? Die Planung für den Freizeitpark ist eindeutig kontraproduktiv!"
Dr. Renate Vestner-Heise
Osnabrück
Bildtext:
Ein harmloser, umweltfreundlicher Spaß oder ein kontraproduktives Projekt mit " großem CO2-Fußabdruck", wie unsere Leserin schreibt? An der geplanten Elektro-Kartbahn (hier eine Elektro-Kartbahn am Berliner Ostbahnhof) scheiden sich in Osnabrück die Geister.
Foto:
Archiv/ Imago
Autor:
Dr. Renate Vestner-Heise


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