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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein Museum für Exil-Geschichte(n)
Zwischenüberschrift:
Zentrum für verfolgte Künste nimmt Arbeit auf – Ausstellung auch in Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Solingen/ Osnabrück. Mit Jahresbeginn hat das Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum Solingen seine Arbeit aufgenommen. Nach rund 25 Jahren zäher Verhandlungen gehe das Projekt endlich an den Start, sagte der Vorsitzende der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft und der Stiftung " Verbrannte und verbannte Dichter Für ein Zentrum der verfolgten Künste", Hajo Jahn. Die Einrichtung soll Exilgeschichten von Künstlern, Schriftstellern und Publizisten während der NS- und der DDR-Zeit dokumentieren und erforschen.
Seit 2008 werden im Kunstmuseum Solingen Projekte zum Zeitraum 1914 bis 1989 erarbeitet. Erstes Ergebnis ist die Ausstellung " Niemand zeugt für seine Zeugen", die ab dem 27. Januar zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Bundestag in Berlin gezeigt wird.
Das Solinger Zentrum für verfolgte Künste erarbeitete die Schau in Kooperation mit den Gedenkstätten und Museen Yad Vashem in Israel, Auschwitz-Birkenau in Polen und Theresienstadt in Tschechien. Sie soll danach inPolen und Israel zu sehen sein.
Ein Teil der Ausstellung soll in modifizierter Form auch im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus zu erleben sein. Das bestätigte die Osnabrücker Kulturdezernentin Rita Maria Rzyski auf Anfrage. Im Frühsommer wird nach ihren Worten der dokumentarische Teil der Präsentation in Osnabrück gezeigt. Die ganze Ausstellung wäre für Osnabrück finanziell nicht leistbar gewesen, hieß es weiter. Außerdem solle, so Rzyski, Felix Nussbaum in dem Osnabrücker Museum " als Maler und Künstler" und nicht nur in Bezug auf das Konzentrationslager Auschwitz vermittelt werden. Die Berliner Ausstellung sei hingegen deutlich am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers ausgerichtet, so Rzyski.
Zur feierlichen Eröffnung des Zentrums für verfolgte Künste im Frühjahr soll die Multimediaausstellung " Frauen im Holocaust" aus der Gedenkstätte Yad Vashem gezeigt werden. Zudem ist in Solingen die erste Ausstellung der Originalzeichnungen Michel Kichkas für die Graphic Novel " Zweite Generation" geplant.
Gesellschafter des Zentrums für verfolgte Künste sind mit zwei Dritteln der Landschaftsverband Rheinland und mit einem Drittel die Stadt Solingen. Sie finanzieren die laufenden Kosten in Höhe von 435 000 Euro pro Jahr.
Ein Museum für die Geschichte und die Werke von Künstlern im Exil gab es in Deutschland bislang nicht. Tausende flohen während des Nationalsozialismus aus Deutschland, darunter prominente Namen wie Bertolt Brecht, Nelly Sachs und Thomas Mann, aber auch viele weniger Bekannte. Das Zentrum für verfolgte Künste soll ihre Geschichten sowie Exilgeschichten von Künstlern aus der DDR präsentieren.
Bildtext:
Das Kunstmuseum in Solingen (Nordrhein-Westfalen) beherbergt das Zentrum für verfolgte Künste, das jetzt seine Arbeit beginnt.
Foto:
dpa

Kommentar
Neue Option für Osnabrück

Die Kulturprovinz stemmt, was eigentlich nationale Aufgabe sein müsste ein Zentrum für verfolgte Künste. Eine Beteiligung des Bundes könnte es dem Zentrum ermöglichen, angemessen große Ausstellungen und vor allem Forschungsarbeiten zu verwirklichen. Schließlich wird sich das Zentrum nur an seinen Projekten beweisen können.

Dabei muss es insbesondere darum gehen, die historische Forschung durch einen Blick auf die aktuelle Lage des weiterhin bedrängenden Themas zu ergänzen. Die Künstler sind aktuell wieder mehr denn je in Bedrängnis. Das Zentrum könnte ein willkommenes Forum bieten gerade für die Verteidigung der Freiheit der Kunst.

Mit dem neuen Zentrum entstehen auch für das Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus neue Optionen für Kooperation und Projekte. Das bislang fast ausschließlich auf Felix Nussbaum und sein Werk fokussierte Haus müsste die Chance nutzen und versuchen, sich nicht nur als Bewahrer eines Werkes, sondern auch als Ort aktueller Auseinandersetzung mit jenem Thema zu sehen, das Nussbaum umtrieb: Kunst als Ausdruck der Freiheit.
Autor:
epd, lü


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