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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrück baut auf
 
Trauer um engagierte Osnabrücker
 
Güterbahnhof: Streit mit der Zion GmbH
 
Lastwagen überrollen Radfahrer
 
Im Zoo wohnen neue Tiger
 
Betrug mit Medienbriefen
 
Flüchtlinge in der Klinik am Natruper Holz
 
Bauland statt Westumgehung
 
Die Spannung steigt
Zwischenüberschrift:
Vom Abriss zum Neubau: 2014 ist ein Übergangsjahr
 
Zwei tödliche Unfälle am Johannistorwall lösen Sicherheitsdebatte aus
 
Arrangierte Ehe für Diana und Argo
 
Das Ende der "Sonntagszeitung"
 
Knappe Mehrheit lehnt eine neue Straße ab
 
Bürgerinitiative fordert Erdverkabelung
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Wort des Jahres 2014 in Osnabrück? Baustelle. Neumarkt, Uni-Campus, Kamp, Wissenschaftspark, Lotter Straße. Stadthalle. Gebaut wird an jeder Ecke. Im großen Stil.

2014 ist ein Übergangsjahr vom Abriss zum Neubau. Am sichtbarsten wird der tiefe Umbruch am Neumarkt, der ab 2. Juni für den Fahrzeugverkehr gesperrt wird, damit die Bauarbeiter freie Bahn für den Abriss des 40 Jahre alten Tunnels haben. Es ist ein historischer Eingriff in die Grundsubstanz der Stadt.

Der Sperrung sind lange Diskussionen über die Verkehrsführung vorausgegangen, denn vor allem der Handel befürchtet, dass die Stadt zur unerreichbaren Zone und vor allem das Weihnachtsgeschäft vermiesen wird. Die Befürchtungen bestätigen sich nicht. Aber: Die Verkehrsführung stiftet Verwirrung, und vor allem auswärtige Autofahrer, die sich auf ihr Navigationsgerät verlassen, tappen in die Baustellenfalle. Als alle Mahnungen nichts fruchten, greift die Polizei schließlich durch und bittet Falschfahrer mit 20 Euro zur Kasse.

Der Abriss der massiven Betonkonstruktion wird zum großen Schauspiel. Schaulustige und Passanten, die die Absperrungen umgehen, kreuzen die Wege der Bauarbeiter und Busfahrer. Zum Glück passiert nichts. Die Bautrupps arbeiten so gut zusammen, dass der Abriss der ersten Tunnelhälfte zwei Monate früher abgeschlossen werden kann als geplant. Also geht′s im November gleich auf der anderen Seite weiter.

Zum ersten weit sichtbaren Zeichen des Neuaufbaus wird das Hasehaus. Der schiefe Turm vom Neumarkt öffnet Anfang Oktober seine Türen. Das spektakuläre Wohn- und Geschäftshaus beherbergt die Restaurant-Kette L′Osteria, die Softwareschmiede LMIS, Zahnärzte und Gesundheitsdienstleister. Das verwinkelt und verspiegelt, teils schräg und überkragend gebaute Haus sorgt in der Stadt für Gesprächsstoff.

Im Gespräch bleibt auch die Osnabrück-Halle. Im Januar setzen die Ehrlich Brothers Teile der für 20 Millionen Euro runderneuerten Halle kurzzeitig unter Wasser. Ihre Feuershow löst die Sprinkleranlage aus. Aber das ist nicht die Nachricht des Jahres aus der Stadthalle, sondern: Der Bau des Hotels Arcona Living beginnt endlich. Über 15 Jahre war an der Idee gefeilt worden. Das Georgsmarienhütter Bauunternehmen MBN baut auf ovalem Grundriss ein Hotel, das die Arcona-Gruppe konkret das Remarque Hotel Steigenberger betreiben wird. Das Hotel wird über 90 Zimmer und 18 Studios verfügen und bildet einen wichtigen Baustein, um die Osnabrück-Halle besser auf dem Kongressmarkt positionieren zu können. Im Herbst 2015 soll das Hotel ans Netz gehen.

Wie groß das Vertrauen der Investoren in den Handelsstandort Osnabrück ist, zeigen die Investitionen in der Fußgängerzone. Zehn Jahre nach Eröffnung der Kamp-Promenade wird im Juni der Erweiterungsbau an der empfindlichen Nahtstelle zur Großen Straße fertiggestellt und eröffnet. Hauptmieter ist auf 2800 Quadratmetern die Drogeriekette Müller. Kaum hundert Meter weiter an der Großen Straße verschwinden im Oktober drei Geschäftshäuser (bisher Nordsee-Restaurant, " Foot Locker" und " Das Depot"), um Platz zu machen für ein Modehaus. Das Modeunternehmen Tommy Hilfiger und die Herrenausstatter-Kette Pohland wollen dort im Frühjahr 2016 einziehen.

Auch außerhalb des engen Innenstadtkreises verschieben sich die Gewichte, und zwar gewaltig. In der ehemaligen Kaserne an der Sedan-straße beziehen im März die ersten Mieter das Innovationszentrum ICO. Es gilt als Brutkasten für Leute mit Visionen, als Sprungbrett für die technologische Start-up-Szene kurz als Versuchslabor und Tummelplatz für alle Daniel Düsentriebs, die Stadt und Landkreis zu bieten haben. Das ICO soll eine Brücke bauen zwischen Wirtschaft und Hochschulen die sich am Westerberg in einem unglaublichen Tempo und in kühner Architektur ausdehnen. Im April wird nach zwei Jahren Bauzeit das neue Hörsaalgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Von-Stein-Kaserne an der Barba ra straße in Betrieb genommen: " Frosch" nennen Studenten den herausstechenden grünen Hingucker zwischen der Mensa, die im Dezember 2012 eröffnete, und der Bibliothek, die gerade entsteht. Die Gebäude werden von Hochschule und Uni Osnabrück gemeinsam genutzt. 23 Millionen investierte das Land in den Komplex mit acht großen Hörsälen, 24 großen und kleinen Seminarräumen und zwei Projekträumen. Insgesamt bietet das Gebäude 1870 Sitzplätze.

Das Baugebiet " Mitte-West" auf dem früheren Busdepot zwischen Lotter Straße und Ernst-Sievers-Straße entwickelt sich zum teuersten Pflaster in Osnabrück. Für Wohnungen in erlesenen Penthäusern werden Preise von 4000 bis 4700 Euro pro Quadratmeter aufgerufen.

Die Umweltstiftung legt im Juni den Grundstein für einen Neubau der Naturerbe-Gesellschaft. Im energetisch vorbildlichen Holzgebäude im Passivhausstandard werden künftig 125 000 Hektar ehemalige Militärflächen und Grenzstreifen der DDR verwaltet.

Osnabrück. Er ist als Chronist von Haste bekanntgeworden: Wido Spratte stirbt im November kurz nach Vollendung seines 80. Lebensjahres. Durch seine Bücher über die Kriegs- und Nachkriegszeit sowie seine Fotobände über Osnabrück und besonders den Stadtteil Haste bleibt er gegenwärtig.
Der Mathematiker Heinz-Wilhelm Trapp stirbt im April im Alter von 76 Jahren. Als akademischer Oberrat an der Universität Bochum erhielt Trapp 1974 den Ruf an die neue Universität Osnabrück. Er gehört hier zur Gründergeneration. 1976 wurde er Stellvertreter des Rektors Professor Manfred Horstmann und 1979 erster Vizepräsident der Universität. Dieses Amt bekleidete er mit Unterbrechung bis 1990. Sein Engagement in der Lehre ist in vielen Lehrbüchern dokumentiert.
Nach kurzer schwerer Krankheit stirbt Karin Augustin im Alter von 75 Jahren. 20 Jahre lang hat sie das Presseamt der Stadt Osnabrück geleitet. " Augustin am Apparat" stets mit diesem Spruch meldete sie sich seit 1980 am Telefon im Rathaus. Die gelernte Journalistin sah sich nicht allein als Sprachrohr der Stadt, sondern auch als Anwalt der Bürger. So wurde auf ihr Betreiben die Bürgerberatung eingerichtet. Nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 stampfte sie kurzfristig ein Bürgertelefon aus dem Boden, das an manchen Tagen von mehr als 1000 Anrufern in Anspruch genommen wurde. Als am ersten Wochenende nach dem Mauerfall 1989 unerwartet viele DDR-Bürger nach Osnabrück reisten, hieß die Pressereferentin die Gäste im Rathaus-Foyer mit Kaffee und Stadtplänen willkommen.
Kunstsammler und Mäzen
Hubert Schlenke stirbt im Alter von 81 Jahren. Er gilt als Musterfall eines Mäzens leidenschaftlich und beharrlich. Er ist unter anderem für sein Engagement für das Felix-Nussbaum-Haus bekannt. Kein anderer Künstler hat Hubert Schlenke so fasziniert wie der 1904 in Osnabrück geborene und 1944 in Auschwitz ermordete Künstler Nussbaum.
Der Sänger Helge von Bömches stirbt im Alter von 81 Jahren. Fast zwei Jahrzehnte lang hat er bis 1996 als Bassist am Theater Osnabrück gesungen. Er wurde für seine markante Bühnenpräsenz und seine überragende stimmliche Kraft bekannt.

Osnabrück. " Passt der Schlüssel denn?" Das war die entscheidende Frage, als sich die Zion GmbH mit dem Kulturverein Petersburg vor dem Landgericht traf. Es ging um die ordnungsgemäße Übergabe von Keller und Freifläche auf dem Güterbahnhofsgelände, und die Kulturaktivisten hatten nur einen Kellerschlüssel abgegeben. Weil sie offensichtlich nie einen weiteren Schlüssel in die Hand bekommen hatten, wie auch die Zion GmbH einräumen musste. Und weil der abgegebene Schlüssel zum Kellerraum passte, war der Rechtsstreit damit erledigt.
Aber für den Kulturverein Petersburg fing der Ärger erst richtig an. Die Zivilkammer des Landgerichts bürdete ihm die Kosten für den fruchtlosen Rechtsstreit auf. Das können nach ersten Schätzungen 5000 Euro werden. Für die 60 Mitglieder des bunten Vereins ein harter Schlag. Sie sind überwiegend jung, engagiert und idealistisch, aber nicht gerade vermögend. Ärger mit der Zion GmbH hat auch die Stadt Osnabrück. Darüber entscheidet das Landgericht 2015.

Osnabrück. Tod auf der Kreuzung: Ein halbes Jahr liegt zwischen den schweren Unfällen auf der Kreuzung an der Ecke Johannistorwall/ Kommenderiestraße. In beiden Fällen geraten Radfahrer unter die Räder von abbiegenden Lastwagen. Sie sind zwei von zehn getöteten Radfahrern in den vergangenen zehn Jahren.
Einer der Radfahrer starb im Alter von 20 Jahren, der andere im Alter von 47 Jahren. " Ghostbikes" erinnern nun am Ort des Geschehens an sie. Eine weitere Radfahrerin stirbt nach einem Unfall an der Kreuzung Bohm ter Straße/ Liebigstraße.
Die Unfälle lösen eine Diskussion über die Sicherheit für Radfahrer aus. Die Stadt will die Verkehrsführung am Johannistorwall ändern. Doch sind die Gemüter damit nicht beruhigt: Die Diskussion geht weiter.
Bildtext:
" Ghostbikes" erinnern an die zwei Radfahrer, die an der Ecke Johannistorwall/ Kommenderiestraße starben.
Foto:
Gert Westdörp

Osnabrück. Bis die beiden jungen Tiger geschlechtsreif sind, werden noch drei Jahre vergehen. Doch schon jetzt arrangiert der hiesige Zoo eine Ehe zwischen ihnen. Das neue Zuhause der zweijährigen Katze Diana aus dem Warschauer Zoo und des einjährigen Katers Argo aus Paris befindet sich im Schölerberger Tigertempel nach dem Vorbild des kambodschanischen Angkor Wat. Bleibt die bange Frage: Passen die beiden zusammen?
Bildtext:
Argo faucht den Fotografen an.
Foto:
Jörn Martens

Osnabrück. Wirtschaftskrimi: Als Ende mit Schrecken entpuppt sich das Nachspiel um die Pleite der " Sonntagszeitung". Verleger Norbert Fuhs hatte " Medienbriefe" als Kapitalanlage verkauft. Doch finden sich Käufer als Betrogene wieder, die auch noch für den Verlag haften sollen. Das Landgericht verurteilt Fuhs zu Schadenersatz in fünf Fällen von insgesamt 50, die noch offen sind. Der Richter spricht von Sittenwidrigkeit.
Bildtext:
Ende eines Anzeigenblattes.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück. Verwandlung vom Krankenhaus zum Flüchtlingshaus: Älteren ist es noch als Bundeswehrkrankenhaus in Erinnerung, zuletzt gehörte das Gebäude an der Sedanstraße zum Klinikum. Jetzt ist das riesige Gebäude im Natruper Holz eine neue Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge. Am 22. Dezember sind die ersten 158 Menschen dort eingezogen.

Osnabrück. Im Mai fällt die Entscheidung gegen eine neue Straße im Westen der Stadt: 31 081 Wähler (51, 7 Prozent) wollen sie nicht, 29 065 (48, 3 Prozent) dagegen wohl.
Die Monate vor der ersten Bürgerbefragung in Osnabrück gleichen einem hitzigen Wahlkampf. Die Stimmung in den betroffenen Quartieren ist gereizt, Nachbarschaften zerbrechen. Zugespitzte Formulierungen auf Plakaten und Poskarten sorgen zusätzlich für Zündstoff. Das Meinungsbild auf dem Westerberg ist gespalten: Anwohner der Mozart- und Gluckstraße erhoffen sich eine Entlastung vom Durchgangsverkehr, andere sorgen sich um Natur, Erholung und den Wert ihrer Grundstücke.
SPD und Grüne bringen die Bürgerbefragung auf den Weg, weil sie in der Straßenfrage uneins sind. Die SPD ist dafür und gründet zusammen mit der oppositionellen CDU den Verein " Entlastungsstraße jetzt!". Grüne und FDP lehnen die Entlastungsstraße West, die sie " Westumgehung" nennen, kategorisch ab.
Nach dem Scheitern des Straßenprojektes soll ein neues Verkehrskonzept Westerberg entwickelt werden. Die Verkehrsbelastung nimmt zu, eine Lösung ist nicht in Sicht. Die Stadt will die Grundstücke, die für die längst verworfene, vierspurig geplante Westumgehung reserviert sind, möglicherweise als Bauland vermarkten.
Bildtext:
Menschenkette gegen die Westumgehung
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück. Sorge um die Gesundheit: Etwa 8600 Osnabrücker leben in einem Abstand von weniger als 400 Metern zu Hochspannungsleitungen, die von 220 Kilovolt auf 380 Kilovolt aufgerüstet werden sollen: In Hellern und Nahne, am Schölerberg und in Voxtrup wird der Mindestabstand nicht gewahrt. Der Rat der Stadt plädiert mit den Bürgerinitiativen für eine Erdverkabelung. Doch die sieht das Bundesgesetz nur für vier Pilotstrecken vor. Für die Trasse 18 (Lüstringen–Westerkappeln) lässt Netzbetreiber Amprion trotz vorliegender Genehmigung ein Planfeststellungsverfahren durchführen. Für die Trasse 16 (Wehrendorf-Gütersloh) über Voxtrup, Borgloh und Wellingholzhausen wird ein Raumordnungsverfahren in die Wege geleitet. Mehrere Tausend Bürger reichen Einwendungen ein.
Bildtext:
Stromleitungen vor der Aufrüstung.
Foto:
Michael Gründel

Januar

Der Autositz-Hersteller Lear will noch in diesem Jahr seinen Standort in Osnabrück schließen. Rund 170 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. In Atter beginnt der Abbruch der ehemaligen Briten-Kaserne an der Landwehrstraße. Ein Großteil der 70 Gebäude wird dem Erdboden gleichgemacht. Dann entsteht aus dem früheren Hauptquartier der britischen Streitkräfte ein Wohngebiet.

Februar

Die Overbergschule in Osnabrück erhält den Schülerfriedenspreis des Landes Niedersachsen. Über mehrere Jahre haben sich die Grundschüler mit der Geschichte ihrer Schule in den 1940er-Jahren auseinandergesetzt, als auf dem Gelände der Overberg schule eine Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme untergebracht war. Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wird entdeckt. 6000 Menschen im Osnabrücker Stadtteil Widukindland und in Belm müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

März

In Osnabrück beteiligen sich die Busfahrer der Stadtwerke am Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. Einen Tag lang bleiben die Busse im Depot . Das erwartete Verkehrschaos bleibt aus. 600 Bürger gehen in Osnabrück auf die Straße, um gegen die Abschiebung von Flüchtlingen zu protestieren. Die Initiative " Meine, deine und unsere Stadt Osnabrück" erhält den Yilmaz-Akyürek-Preis, mit dem die Stadt Osnabrück das Engagement für die Integration und die Gleichberechtigung von Bürgern ausländischer Herkunft würdigt.

April

Das European Media Art Festival (EMAF) zeigt unter dem Motto " We, The Enemy" Kunst zum Thema digitale Überwachung. Zahlreiche Besucher kommen in die Ausstellung, das Filmprogramm und den Kongress, auch das Medienecho ist entsprechend groß. Das Riesenbanner am Stadthaus, das für kulturelle Vielfalt wirbt, wird zweimal Ziel von mutmaßlich ausländerfeindlichen Angriffen. Anfang des Monats wird das Banner mit einem Plakat " Ein Hoch auf die Vielfalt der Scharia" überdeckt. Zwei Wochen später zerschneiden Unbekannte das Banner an seiner Auf hängung und beschädigen es.

Mai

Ein Streit entbrennt um die Sanierung der Osnabrück-Halle: Kämmerer Thomas Fillep kündigt an, dass das Kongress- und Veranstaltungszentrum erst 2016 fertig wird und nicht, wie geplant, schon im nächsten Jahr. Die bisher mit der Generalplanung beauftragte Projektabwicklungsgesellschaft W+ P wird nach einem monatelang schwelenden Streit um die Qualität des Umbaus und die Ursachen für steigende Kosten ausgebootet. 70 Osnabrücker verhindern die Abschiebung eines somalischen Flüchtlings. Die russischen Aktivisten Olga Lenkova und Alfred Mi nakh metav erhalten stellvertretend für die schwul-lesbische Bürgerrechtsgruppe " Coming Out" den Rosa-Courage-Preis .

Juni

Der Autozulieferer Valmet kündigt den Abbau von 230 der 330 Arbeitsplätze am Standort Osnabrück an. Die Mitarbeiter von Coppenrath & Wiese blicken in eine ungewisse Zukunft. Die Gesellschafter des Osnabrücker Tiefkühltorten-Bäckers wollen das Unternehmen verkaufen. Dreimal verhindern Osnabrücker im Juni die Abschiebung von Flüchtlingen aus Pakistan und Somalia . Demonstranten versammeln sich vor dem Eingang des Wohnheims an der Petersburg.

Juli

Ein weiteres Edel-Produkt soll im Osnabrücker Volkswagenwerk gebaut werden: Ab Sommer 2015 soll der Porsche Cayenne zum Teil hier produziert werden: Das Werk soll die Endmontage von rund 20 000 Stück im Jahr übernehmen. Ein Feuer beschädigt Teile der Grundschule Sutthausen so stark, dass sechs Klassenräume nicht genutzt werden können. Die Ursache: Unbekannte hatten Mülltonnen in Brand gesteckt.

August

Eine Aktion aus den USA schwappt im August 2014 auch in die Region Osnabrück: die Ice Bucket Challenge. Es handelt sich um einen Spaß mit kalten Wassergüssen, dem sich Teilnehmer für einen guten Zweck aussetzen. Viele lassen sich gerne mit kaltem Wasser begießen Auf Unverständnis stoßen Überlegungen der Stadt, für den öffentlichen Nahverkehr ein Bürgerticket einzuführen. Als " Strafzoll" , bezeichnen viele Bürger die Umlage, die auch Fußgänger und Radfahrer treffen soll, die selten mit dem Bus fahren.

September

Zwei Bombenräumungen innerhalb eines Monats: 4000 Eversburger werden evakuiert. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg kann problemlos entschärft werden. Bald da rauf müssen 6000 Anwohner rund um die Fundstelle an der Windthorststraße aus ihren Wohnungen. Die Telekom-Tochter Vivento Customer Services GmbH gibt bekannt, dass sie ihren Standort an der Möserstraße 2016 aufgeben wird.

Oktober

Bei einer Bombenräumung in Eversburg müssen 4000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Der Hinweis eines 81-Jährigen hatte die Stadt auf den Blindgänger im Natruper Holz aufmerksam gemacht. Der Zünder muss vor Ort gesprengt werden, da wegen seines Zustands Explosionsgefahr bestand.

November

Ein Traditionsunternehmen steht vor einem drastischen Einschnitt: KME entlässt 350 Mitarbeiter. Die Kupferrohr-Fertigung wird geschlossen. Das Unternehmen ist vielen Osnabrückern unter dem traditionellen Namen " Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerk" (OKD) bekannt Ameos-Mitarbeiter beenden einen neunwöchigen Streik. Die Geschäftsführung hat ihnen zugesichert, in Tarifverhandlungen einzusteigen. Der Tarifvertrag war vor über einem Jahr gekündigt worden.

Dezember

Ein 46-Jähriger saß vier Monate in Untersuchungshaft und das zu Unrecht, wie sich herausstellte. Ein Polizist hatte geglaubt, ihn auf einem Überwachungsvideo zu erkennen, aber jetzt spricht das Amtsgericht den Angeklagten vom Vorwurf des Diebstahls frei. Mütter auf der Suche nach Babynahrung: Chinesen, die heimischen Produkten misstrauen, kaufen unter anderem in Osnabrück die Regale leer.

Der Rückblick

Ein Rückblick von Stefanie Adomeit, Sandra Dorn, Wolfgang Elbers, Wilfried Hinrichs, Rainer Lahmann-Lammert, Thomas Niemeyer, Hauke Petersen, Sebastian Philipp, Danica Pieper, Franz-Josef Raders, Anne Reinert, Frank Riehemann, Petra Ropers, Andreas Schnabel, Sebastian Stricker, Jann Weber und Jannik Zeiser.


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