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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt gibt Höhlengutachten in Auftrag
Zwischenüberschrift:
Ist das Gangsystem wirklich einsturzbedroht? Verfüllung soll abgewendet werden
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück wird jetzt ein unabhängiges Gutachten in Auftrag geben, um die Standfestigkeit der Gertrudenberger Höhlen untersuchen zu lassen. Ziel ist es, die Verfüllung des Kulturdenkmals möglichst abzuwenden.
" Wir hoffen, relativ zeitnah eine Aussage zu bekommen", sagt Dirk König, Leiter des Fachbereichs Immobilien und Gebäudemanagement, auf Anfrage unserer Redaktion. Der Verwaltungsausschuss habe beschlossen, einen behördlich zugelassenen Sachverständigen zu beauftragen. Zuvor hatte es die Bundesanstalt für Immobilien (Bima) abgelehnt, ein solches Gutachten zu finanzieren oder sich auch nur an den Kosten zu beteiligen.
Die Bima verfügt über das mittelalterliche Höhlensystem, weil es im Zweiten Weltkrieg als Bunker genutzt wurde. 2013 wurde bekannt, dass die Bundesbehörde den gesamten unterirdischen Hohlraum mit einer Zementschlämme verfüllen will, um sich vor möglichen Folgekosten zu schützen. Dabei beruft sie sich auf das baufachliche Gutachten eines bergtechnischen Sachverständigen aus der Oberfinanzdirektion Münster. 2012 hatte dieser erhebliche Sicherheitsmängel geltend gemacht und sogar vor der Gefahr eines Einsturzes gewarnt.
Der Verein Gertrudenberger Höhlen zweifelt das Gutachten an. Seit über 700 Jahren bestehe der unterirdische Kalksteinbruch schon, an seiner Standfestigkeit habe sich in all den Jahren nichts geändert, meint der Vorsitzende Wilfried Kley, der kürzlich Gelegenheit zur Akteneinsicht hatte und sich dadurch bestätigt sieht. Er begrüßt, dass die Stadt Osnabrück jetzt die Initiative ergreift und ein bergtechnisches Gutachten bestellt.
Der Verein will die Gertrudenberger Höhlen für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Interesse an einer solchen Touristenattraktion hat auch der Verkehrsverein Osnabrück Stadt und Land (VVO). Für den Erhalt des unterirdischen Gangsystems setzt sich außerdem das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege ein. An den Kosten für das Gutachten wollte sich die Behörde jedoch nicht beteiligen.

Alles über die Gertrudenberger Höhlen auf www.noz.de/ hoehlen
Bildtext:
Ein Kulturdenkmal, das mindestens 700 Jahre alt ist: Ein Gutachten soll klären, ob die Gertrudenberger Höhlen wirklich einsturzgefährdet sind.
Foto:
Andreas Stoltenberg

Kommentar
Endlich Klarheit!

Entweder sind sie sicher, oder sie sind einsturzgefährdet. Um endlich Klarheit über die Gertrudenberger Höhlen zu bekommen, gibt die Stadt ein Gutachten in Auftrag, das 30 000 Euro kosten dürfte, vielleicht auch mehr.

Es ist beschämend, dass die Bundesanstalt für Immobilien bereit ist, einen Millionenbetrag für die Zerstörung des jahrhundertealten Kulturdenkmals zu zahlen, aber keinen Cent für ein unabhängiges Gutachten beisteuern will.

Für die Bürokraten in Erfurt ist der ehemalige Luftschutzbunker unter dem Gertrudenberg nur ein lästiges Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs, das allenfalls Kosten verursachen könnte. Für Osnabrück sind die Höhlen ein Schatz, der gehütet werden muss. Vorausgesetzt, sie sind standsicher.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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