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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Sperrung der Katharinenstraße im Tagesgespräch
Zwischenüberschrift:
Keine Experimente mit dem Wall
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Pläne des Ringausbaues zwischen Heger Tor und Rehmstraße bleiben Osnabrücker Tagesgespräch

Wir wollen uns nicht sagen lassen, daß wir geschwiegen haben, als es noch Zeit war, zu reden. Mit diesem uns aus dem Herzen kommenden Bekenntnis baten wir den Rat der Stadt Osnabrück am vergangenen Sonnabend, die vorgesehenen Veränderungen der Wallanlagen zu stoppen. Die Planung sieht vor, daß vom 4. August an im Zuge des Ringausbaues die Teilstrecke Rehmstraße - Schnatgang und Martinistraße - Rolandstraße völlig ihr Gesicht verändern sollen. Ein weiteres Stück von Alt-Osnabrück soll verschwinden. Die Empörung über dieses Vorhaben wächst. Und das ist gut. Es darf in den nächsten Wochen kein anderes Gesprächsthema in Osnabrück mehr geben. Rettet und erhaltet Osnabrück den Wall. Das sind wir Osnabrück schuldig. In der heutigen Kritik an dieser Planung geht es um die Durchfahrt der Katharinenstraße.

Auf den ersten Blick, aber wirklich nur auf den ersten Blick, wirkt die Sperrung der Durchfahrt der Katharinenstraße durch den Wall zwischen Regierung und Mädchengymnasium bestechend. Der zweite Blick aber macht bereits deutlich, daß man hier lediglich die vorgesehene Wallverstümmelung zu vertuschen versucht. So schön es auch sein mag, die Wallstruktur (soweit überhaupt später noch vorhanden) durch die Aufhebung dieser Durchfahrt zu " verschönern", so widersinnig erscheint das Vorhaben im Hinblick auf die Aufgabe der Katharinenstraße.
Mit nicht geringen Mitteln wurde die Katharinenstraße erst in den letzten Jahren zu einer echten und verkehrsgerechten Entlastungsstraße für die Martinistraße und die Lotter Straße ausgebaut. Das schnurgerade Band dieser Straße ist weiter die einzige noch bestehende Verbindung vom Osten her in die Stadtmitte. Wäre sie nicht vorhanden, würde sich der Durchgangsverkehr auf der Wallkreuzung mit dem Neuen Graben und am Heger Tor noch weiter verstärken. Denn jedes Fahrzeug, das heute die Katharinenstraße benutzt, um in die Stadtmitte oder aus ihr heraus zu gelangen, müßte dann mit in den Hauptverkehrsstrom und über die beiden genannten Hauptverkehrspunkte geführt werden. Man spricht davon, daß durch die Aufhebung dieser Durchfahrt der Verkehrsfluß auf dem Wall nicht mehr unterbrochen werde. Wer das sagt, kennt die Verkehrsregeln nicht. Kein Kraftfahrer darf heute von der Katharinenstraße aus in den Wall einbiegen, wenn ihm die Fahrzeuge auf dem Wall die Fahrt nicht freigeben. Nicht die Verkehrsader Katharinenstraße ist eine wesentliche Ursache der Stauungen vor der Kreuzung Wall - Martinistraße, sondern allein die Tatsache, daß man immer noch keine Lösung fand, die Großfahrzeuge (Lastkraftwagen jeglicher Art) des Durchgangsverkehrs um die Stadt herumzuleiten.
Man kann nicht, um einen völlig unverständlichen Plan - wie es die Wallzerstörung ist - Gewicht zu verleihen, von Dingen reden, die durch die Praxis widerlegt werden. Denkt denn niemand der Planer daran, daß die Durchfahrt Katharinenstraße auch eine der Osnabrücker Hauptverkehrsadern für den Radfahrverkehr von und zu den Arbeitsstätten ist? Von tausend Radfahrern werden 990 lieber diese Durchfahrt als die nahe Kreuzung mit der Martinistraße benutzen, weil sie sich auf der Katharinenstraße sicherer fühlen. Die Eltern der Schülerinnen des Mädchengymnasiums wissen, daß ihre Kinder auf dieser Straße vor den Verkehrsgefahren geschützt sind. Man darf ihnen dieses Sicherheitsgefühl nicht nehmen.
Es muß immer wieder gesagt werden, daß die vorgesehene Umkrempelung des Walles ein Planungsfehler ist. Der Herzschlag Osnabrücks, auch das sagten wir bereits am vergangenen Sonnabend, muß bei einer derart bedeutsamen Planung mitgehört werden. Man kann und darf nicht planen allein um des Planes willen. Und darum auch wieder unsere dringende Bitte an alle, die es angeht:

Stoppt die Planungsdurchführung! Mag das auch noch so undurchführbar erscheinen. Faßt einen neuen Ratsbeschluß, macht damit den vorhandenen Umgestaltungsplan des Walles ungültig. Zeigt echten Osnabrücker Bürgersinn. Habt den Mut, einen Fehler einzugestehen. Die vorliegende Planung nämlich wird Osnabrück weitum in Niedersachsen zum Beispiel dafür machen, wie man seine Verkehrsprobleme nicht lösen soll.


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