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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kulturfest endet im Streit
 
Streit mit Eigentümer stört Kulturfest
Zwischenüberschrift:
Teilnehmer blockieren Abschleppwagen – Polizei hält sich mit Hinweis auf "Zivilstreitigkeiten" heraus
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Ein Kulturfest auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs endete am Wochenende im Streit: Der Eigentümer der Immobilie, der mit den Mietern im Clinch liegt, rückte mit einem Abschleppwagen an und forderte die Polizei auf, das Fest zu beenden.

Osnabrück. Neuer Zoff am Osnabrücker Güterbahnhof-Gelände: Die Zion GmbH hat am Samstagabend versucht, ein Abschlussfest des Kulturvereins Petersburg zu stören. Erneut ging es um die Streitfrage, ob der Kulturverein das Gelände im Eigentum der Zion GmbH nutzen darf oder nicht. Die Polizei zog aber unverrichteter Dinge ab.

Der Kulturverein Petersburg hat auf dem von ihm seit Längerem genutzten Bereich am Probenraumzentrum den Abschluss seines zweiwöchigen Flüchtlingsprojekts " Living inter! culture" gefeiert, das das Thema " Migration, Asyl und Leben in Osnabrück" in den Mittelpunkt rückt. Mitorganisatoren sind die Stadt Osnabrück und die Organisationen " terre des hommes" und " HelpAge". Rund 200 Teilnehmer und Besucher hielten sich beim Abschlussfest auf dem Gelände auf, wo das Programm neben Informationen zur Situation von Flüchtlingen in Osnabrück auch künstlerische Beiträge umfasste.

Gegen 17.45 Uhr kamen die beiden Geschäftsführer der Zion GmbH, Ralf Gervelmeyer und Thomas Gründler, gemeinsam mit einem Abschleppwagen zum Festivalort. Grund: Es sollte ein nicht korrekt geparktes Auto entfernt werden, was jedoch von Veranstaltungsteilnehmern verhindert wurde. Kurze Zeit später war auch ein Streifenwagen der Polizei vor Ort.

Zeugen berichteten, dass die Zion GmbH dabei erneut infrage gestellt habe, dass der Kulturverein das Gelände für sein Fest nutzen dürfe. Die beiden Zion-Geschäftsführer forderten die Polizei auf, die aus ihrer Sicht widerrechtliche Veranstaltung zu beenden. Dabei äußerte Gervelmeyer: " Ich stehe auch durch die für uns einseitige und negative Berichterstattung über die Situation auf dem Gelände mit dem Rücken zur Wand. Ich kann nicht anders, als hier jetzt geltendes Eigentümerrecht durchzusetzen."

Beamte greifen nicht ein

Die beiden Polizeibeamten griffen aber nicht ein, da es sich aus ihrer Sicht um " Zivilstreitigkeiten" gehandelt habe. Wie Zeugen berichten, hatten die Polizisten von den Zion-Geschäftsführern konkrete Belege verlangt, dass der Kulturverein das Gelände unrechtmäßig nutze beziehungsweise hier eine nicht genehmigte Veranstaltung stattfinde. Diese konnten Gervelmeyer und Gründler aber nicht vorweisen. Mit dem Hinweis an die Zion-Geschäftsführer, doch später mit den notwendigen Unterlagen auf der Dienststelle vorbeizukommen, verabschiedeten sich die Polizisten gegen 18.15 Uhr wieder vom Gelände. Wie Florian Beyer, Vorstand des Kulturvereins Petersburg, anschließend mitgeteilt hat, ist es gelungen, sich mit den Zion-Geschäftsführern darauf zu einigen, dass das Fahrzeug umgeparkt werden durfte und nicht abgeschleppt wurde. Das Kulturfest konnte danach ohne weitere Störungen fortgesetzt werden.

Bereits vor einigen Tagen war befürchtet worden, dass das Festival auf der Kippe stehen könnte: Die Zion GmbH als Eigentümerin des Geländes am Güterbahnhof hatte dem Kulturverein eine Frist zur Räumung gestellt. Danach hatte es zwar weitere Gespräche zwischen beiden Parteien gegeben, die am Freitag nach Aussage von Zion-Geschäftsführer Thomas Gründler gescheitert waren, da der Kulturverein den vorgelegten Nutzungsvertrag nicht akzeptieren wollte. Laut Gervelmeyer ist die Zion GmbH aber weiter gesprächsbereit.

Nach Angaben der Petersburg ist der Vertragsentwurf vor allem nicht akzeptabel, weil danach der Kulturverein im August endgültig den von ihm aufgrund einer mündlichen Vereinbarung genutzten Bereich räumen soll. Die Zion GmbH hat dem Verein bis Montagmittag eine neue Frist gesetzt, die " Kultur freiraum"- Fläche zu verlassen.
Bildtext:
Das Abschleppfahrzeug, das am Samstagnachmittag auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände angerückt war, um beim Fest des Kulturvereins Petersburg ein Fahrzeug abzuschleppen.
Der Zettel, den die Zion GmbH vor Kurzem im Bereich der von dem Kulturverein genutzten Fläche verteilt hat.
Foto:
privat, Archiv/ Gründel

Kommentar
Kein Ende in Sicht

Die " Muskelspiele" auf dem Ex-Güterbahnhof-Gelände nehmen kein Ende.

Dass der Stress für die Mieter und Nutzer aus der Kulturszene weitergehen dürfte, zeigt die neue Räumungsfrist der Zion GmbH für den Kulturverein Petersburg. Gegenwärtig scheint dort eine Politik der gut getimten Nadelstiche stattzufinden. Die Geschäftsführer des Flächeneigentümers signalisieren zwar weiter Gesprächsbereitschaft, rücken aber nicht von ihren Forderungen ab. Der Kulturverein verfügt zwar nicht über einen schriftlichen Vertrag, aber die tolerierte Nutzung aufgrund mündlicher Absprache mit den Zion-Verantwortlichen dürfte eine Räumung schwierig machen. Montag gibt es das Urteil im Zion-Rechtsstreit mit Probezentrum-Mieter Carsten Gronwald, der dem Verein freundschaftlich verbunden ist. Der erste Gerichtstermin war Auslöser des Ultimatums an die Petersburg mal sehen, was jetzt passiert.
Autor:
Maike Baars, Wolfgang Elbers


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