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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Alte Pracht und frisches Wasser
Zwischenüberschrift:
Auf der Tour über den Osnabrücker Westerberg gibt es viel zu entdecken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Dass es am Westerberg viel zu entdecken gibt, wissen die meisten Osnabrücker, die den Stadtteil sowohl als Wohn- als auch als Naherholungsgebiet gerne nutzen. Doch welche Geschichten stecken hinter den dort gelegenen Parks, Gebäuden und Plätzen? Wie geschichtsträchtig der Westerberg tatsächlich ist, kann man auf der Tour " Zu Bürgerpracht und Steinbrüchen" vom Team der Stadt-Land-Führungen Osnabrück erfahren.

Die Gruppe sammelt sich vor dem imposanten Bau der Volkshochschule (VHS) an der Bergstraße. Dort wartet Stadtführer Detlef Götting mit spannenden Westerberg-Berichten und einer Mappe voll alter Bilder und Fotos im Gepäck. Schon am Startpunkt zieht er die Teilnehmer in den Bann der Osnabrücker Historie. " Sie stehen hier vor dem ehemaligen Stadtkrankenhaus, das nach der Cholera-Epidemie in Osnabrück 1862–64 erbaut wurde", erklärt Götting, während die Teilnehmer ihre Köpfe zur neoromanischen Fassade recken. Damit sich alle noch besser hineinversetzen können in die Zeit, als die VHS, ja sogar das gesamte Gelände drum herum, auf dem sich heute das Remarque-Hotel befindet, Stadtkrankenhaus war, öffnet der Stadtführer zum ersten Mal die Mappe. Ein Bild zeigt die Örtlichkeit, wie sie 1865 aussah, und so beginnt für die Gruppe eine gedankliche Zeitreise.

Im Vorbeigehen an einem Stück Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert unterhalten sich die Teilnehmer über mögliche Szenarien, die sich früher dort abgespielt haben mochten. Der Film in den Kopfkinos läuft. Sprecher ist Detlef Götting, der nun berichtet, dass das heutige Gartenhaus an der Hohen Mauer auf den Grundmauern eines alten Wehrturms errichtet wurde und das kleinste Studentenwohnheim Osnabrücks, ja angeblich sogar Deutschlands ist. Wie gerne würde die Gruppe da hineinschauen. Auch der Stadtführer ist noch nie drin gewesen.

Durch einen Mauerdurchbruch hindurch wandert sich die Gruppe beim Aufstieg warm. An der Lürmannstraße angekommen, können sich nun auch Teilnehmer von außerhalb vorstellen, warum der rund 9000 Einwohner starke Westerberg als Osnabrücks teures Pflaster bekannt ist. Große Osnabrücker Familien wie Karmann oder Coppenrath ließen hier ihre Villen bauen. Doch nicht nur vornehm auch feuchtfröhlich konnte es auf dem Westerberg zugehen. Bis in die 1980er-Jahre hinein veranstaltete die damals in der Bergstraße ansässige Osnabrücker Aktien-Brauerei den beliebten Tag der offenen Tür, bei dem große Mengen Bergquell-Pilsener ausgeschenkt wurden. Wo früher die Brauerei war, steht inzwischen ein Senioren-Wohnstift.

Wasser aus dem Schinkel

Um beim Thema Trinken zu bleiben: Der erste Trinkwasserbehälter Osnabrücks ist die nächste Station der Westerberg-Tour. Vom Stadtteil Schinkel wurde das Wasser hinaufgepumpt. Götting öffnet wieder seine Bilder-Mappe, um die Teilnehmer in die Vergangenheit zu schubsen. " Stellen Sie sich vor, die Trinkwasserbrunnen waren früher oft nur einen halben Meter von den Fäkalgruben entfernt", sagt er und kommt noch mal auf die Cholera-Epidemie zurück.

Vom höchsten Punkt der Führung geht es entlang des Botanischen Gartens, der heute in den alten Haussteinbrüchen Osnabrücks liegt. An der Caprivikaserne, wo Erich Maria Remarque im Ersten Weltkrieg seinen Re krutendienst ableistete, erfahren Teilnehmer dann am eigenen Leib, wie sich der Osnabrücker Schriftsteller wohl bei den Exerzierübungen konzentrieren musste. Anschließend warten noch der Straßburger Platz und die evangelisch-reformierte Bergkirche, bevor die nun Westerberg-erfahrene Gruppe zum Ausgangspunkt VHS zurückkehrt.

Geführte Rundgänge in der Region: Alle Beiträge der Serie auf www.noz.de/ fuehrungen
Bildtexte:
Leider nur vorbei geht es am kleinsten Studentenwohnheim der Stadt.
Am höchsten Punkt der Führung steht der erste Trinkwasserbehälter Osnabrücks.
Foto:
Carolin Hlawatsch
Autor:
Carolin Hlawatsch


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