User Online: 2 | Timeout: 15:44Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kachelschaden im Nettebad
Zwischenüberschrift:
Wiedereröffnung des Freizeitbadbereiches erst am 21. Dezember – Sportbad im Normalbetrieb
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Unverhofft kommt oft: Nachdem die Revisionsarbeiten im Freizeitbadbereich des Nettebades abgeschlossen waren alles war gereinigt, kleinere Schäden waren behoben –, lief das Wasser angenehm vortemperiert wieder ins Becken. Die Mitarbeiter gingen nach getaner Arbeit mit sich und ihrem Schaffen zufrieden nach Hause. Am darauffolgenden Morgen aber kam es ganz dick: Am Beckengrund hatten sich großflächig die Fliesen gelöst.

Die Badmitarbeiter rund um ihren Chef Tilo Schölzel sind Kummer dieser Art gewohnt. " Wir hatten das Problem schon einmal im Jahr 2009", sagt Schölzel. Auch damals hatten sich etliche Quadratmeter Fliesen gelöst. Deshalb habe man bei dieser Revisionspause Boden und Wände akribisch abgeklopft, um nach hohl liegenden Fliesen und sich dadurch ankündigenden Schäden zu forschen. " Wir konnten aber nichts feststellen", so Schölzel. Das erledigte dann das frisch einlaufende Wasser.

Aber wie kann es zu diesen Schäden kommen? Laut Schölzel wurden die Fliesen in der herkömmlichen Technik verklebt: Fliesenkleber wird mit einem sogenannten Zahnspachtel auf den Beton aufgetragen. Damit wird die notwendige gleichmäßige Verteilung des Klebers in der Fläche gewährleistet. Darin werden die Fliesen verlegt. Durch den Zahnspachtel entstehen aber unter den Fliesen Hohlräume, in die Wasser eindringt. Darin bilden sich Kristalle, die, wenn sie durch eine chemische Reaktion zwischen Wasser, Fliesenkleber und Keramik wachsen, Druck auf die Fliesen ausüben und sie dadurch vom Untergrund absprengen. " Das Problem haben wir nicht allein", sagt Schölzel. Betroffen seien Bäder bundesweit, wie zum Beispiel in Düsseldorf und Berlin, weiß der Fachmann zu berichten.

Nach dem Einlassen des Wassers kann es bis zu drei Tage dauern, bis sich ein solcher Schaden bemerkbar macht manchmal sogar noch viel später. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, wurde die Klebetechnik verändert. Nun wird nicht nur auf den Boden Fliesenkleber aufgetragen, auch die Fliese wird damit eingestrichen, um so eine bessere Haftung zu erreichen. Im Nettebad haben die Fliesenleger jetzt auf etwa 250 Quadratmeter Fläche die Gelegenheit, dieses Verfahren auszuprobieren. Ob es etwas bringt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Schölzel ist aber guter Hoffnung, dass Badbetreiber wie die Osnabrücker Stadtwerke nun in Zukunft vor solcherlei bösen Überraschungen geschützt sind.

Badewillige müssen sich jetzt noch ein wenig länger gedulden, bis sie sich wieder im Freizeitbadbereich tummeln dürfen. Schölzel geht davon aus, dass dieser Teil des Nettebades am 21. Dezember wieder geöffnet wird. Das Sportbad ist von den Bauarbeiten nicht betroffen und dementsprechend ganz normal geöffnet. Auch die Rutschen stehen zur Verfügung.
Bildtext:
Der Boden im Freizeitbereich des Nettebades muss auf 250 Quadratmetern neu gefliest werden.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste