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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Radweg am Johannistorwall wird umgebaut
Zwischenüberschrift:
Unfallschwerpunkt soll entschärft werden – Weniger Parkplätze
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Oktober starb erneut ein Radfahrer an der Kreuzung von Johannistorwall und Kommenderiestraße. Alle bisherigen Veränderungen an diesem Unfallschwerpunkt konnten das nicht verhindern. Nun will die Stadt den Verlauf des Radweges ändern bis Ende nächster Woche.

Stadtbaurat Frank Otte lud am Mittwochnachmittag zum Ortstermin. Das Wichtigste zusammengefasst: Der Radweg am Johannistorwall soll an den Parkplätzen vor dem Abzweig zur Kommenderiestraße künftig direkt entlang der Straße verlaufen. Die Bauarbeiten beginnen heute und sollen bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein.

Zuletzt war an der Kreuzung im Oktober ein 47-jähriger Fahrradfahrer von einem Lkw erfasst und getötet worden. Der Lkw-Fahrer hatte den Radfahrer offenbar übersehen. Zwei weitere tödliche Unfälle dieser Art ereigneten sich im März 2014 und im Januar 2009.

Um den toten Winkel für Lkw zu verringern, hatte die Stadt einen gewölbten Spiegel angebracht. Die Halte linie an der Ampel wurde vorgezogen. Außerdem steht seit November ein Schild am Straßenrand, das Radfahrer vor dem toten Winkel warnt. Gelöst haben diese Änderungen das Problem nicht. Die Stadt will daher umbauen.

" Wir wollen den Radweg aus dem Hintergrund holen", sagte Otte. Ein Problem sei, dass Radfahrer lange vor der Ampel von Lkw-Fahrern überhaupt nicht wahrgenommen würden. Parkplätze trennen den Radweg derzeit noch von der Straße. Bald soll er dem Straßenverlauf folgen dort, wo derzeit noch Parkplätze den Johannistorwall säumen. 2, 25 Meter wird er breit sein, eingeplant ist ein Sicherheitsstreifen zur Fahrbahn mit 50 Zentimetern Breite. Zwischen Rad- und Fußweg sollen weiterhin Parkplätze liegen, allerdings parallel zur Fahrbahn. Das wird dazu führen, dass etwa die Hälfte der Stellplätze wegfällt von 40 bleiben 18 bis 20 übrig, schätzt Heike Stumberg vom Fachbereich Städtebau.

" Wir haben lange überlegt, ob das eine neue Gefahrenquelle ist", sagt Stadtbaurat Otte mit Blick darauf, dass Autofahrer künftig den Radweg kreuzen müssen, um die verbliebenen Parkplätze zu nutzen. " Uns erschien es als das geringere Risiko." Auch an zahlreichen anderen Stellen würden Radwege von Autos überquert.

Für die Bauarbeiten wird die äußerste Spur auf dem Johannistorwall auf Höhe der Parkplätze jeweils vom frühen Morgen bis etwa 16 Uhr gesperrt. Der Umbau kostet rund 35 000 Euro. Finanziert wird er aus Städtebau-Fördermitteln. Der Osnabrücker Haushalt wird nicht belastet.

Allerdings ist nicht jeder vom schnellen Umbau begeistert. Christian Klann wohnt am Johannistorwall und fragt: " Wo wollen Sie die Autos lassen?" Schon jetzt seien Stellplätze rar: " Ab 19 Uhr können Sie es hier vergessen, einen Parkplatz zu finden." Wenn er Spätschicht hat, warte er häufig an der Straße, bis ein Kneipenbesucher mit seinem Auto wegfahre. Klann befürchtet, dass er bald überhaupt keinen Parkplatz mehr findet.

Heike Stumberg vom Fachbereich Städtebau entgegnet auf Anfrage unserer Zeitung: " Die Anwohner haben keinen Anspruch darauf." Im Wohngebiet hinter dem Wall gebe es weitere Parkplätze. Und: " Verkehrsplanung ist immer ein Abwägungsprozess."

Das Thema Sicherheit soll mit dem Umbau nicht abgeschlossen sein. Eine weitere Idee ist, die äußerste Spur, auf der Fahrzeuge sowohl rechts abbiegen als auch geradeaus fahren können, zur reinen Rechtsabbieger-Spur zu machen. Eine entsprechende Ampelschaltung bewirke, dass Radfahrer, die geradeaus wollen, Rot haben, während Autofahrer rechts abbiegen können und umgekehrt. Die Auswirkungen sollen zum Test simuliert werden.

Im neuen Jahr wird auch das Beet vor dem Modellbaugeschäft entfernt. Künftig sollen Radfahrer im Notfall in diese Ecke ausweichen können. Der Fußgängerüberweg soll Richtung Kreuzung verlagert werden, damit Autofahrer früher halten müssen. Im Stadtgebiet sind weitere Spiegel geplant.

Mehr zum Thema Radfahren in Osnabrück lesen Sie auf www.noz.de/ rad
Bildtext:
Gelbe Sprühfarbe zeigt an, wo der neue Radweg zukünftig verlaufen soll. Die Pläne stellten vor (von links): Heike Stumberg vom Fachbereich Städtebau, Stadtbaurat Frank Otte, Anne-Katrin Bünte und Andreas Hinken vom Osnabrücker Servicebetrieb und Hartmut Dieckmann von der ausführenden Baufirma.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Stefanie Witte


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