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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gebäude im Dornröschenschlaf
Zwischenüberschrift:
Das Osnabrücker Röntgeninstitut am Westerberg war in den 1950er-Jahren das modernste seiner Art
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wie im Dornröschenschlaf liegt es da an einem Hang des Westerbergs und schlummert vor sich hin: das Gebäude, das einst das Osnabrücker Röntgeninstitut beherbergte und zur Zeit seiner Erbauung im Jahr 1950 als der modernste Betrieb dieser Art galt. Seit 2007 steht der Komplex leer.
Der großzügige Park am Osthang des Westerbergs verwildert langsam, auf den Wegen wächst das Gras, große Bäume verdecken immer mehr die Fassaden der Gebäudeteile, und an der Rückseite ist die einst blendend weiße Fassade von einer grünen Moosschicht verfärbt. Die Pläne des Architekten Emanuel Lindner hatten anders ausgesehen. Zwar passt sich die klare Struktur des damals höchst funktionalen Bauwerks in seiner Gliederung auch heute den Höhenlinien des Hangs an. Aber das Ziel, dass es sich harmonisch in den Naturraum eingefügt, wird mittlerweile konterkariert: Der Bewuchs mit Sträuchern und Bäumen verdeckt mittlerweile viele Teile der attraktiven Schaufassade, deren klare Formensprache dem Stil des Bauhauses entspricht.
Das im Volksmund auch Strahlenklinik genannte Institut bestand aus drei Abteilungen: den Diagnostikräumen, dem Therapieflügel und der Beobachtungsstation. Darüber hinaus gab es einen großzügigen Wohnungsbereich für den Professor, der das Institut leitete. Die bei ihm beschäftigten Schwestern hatten eigene Wohnzellen, und auch der Hausmeister war in Räumen des Gebäudes untergebracht.
Der gesamte Bau basiert auf einer Stahlskelettkonstruktion, die auf dem Fundament einer alten, vormals dort stehenden Villa errichtet wurde. Die Wände bestehen aus Bimsplatten, das flache Pultdach wurde zwecks Reflexion der Sonnenstrahlung mit einer Aluminiumschicht ausgestattet.
Ob und wann das Gebäude aus seinem Dämmerzustand erweckt wird, ist unklar, denn wie es um die Zukunft des Gebäudekomplexes bestellt ist, weiß offenbar niemand.
Carsten Oberpenning ist Referent Akutkliniken Deutschland der Paracelsus-Kliniken, der Eigentümerin des Gebäudes. Er bestätigt, dass es im Moment keine Pläne für die Immobilie am Westerberg gibt. " Wir haben unsere Röntgenabteilung in einem neuen Anbau an den Klinikkomplex Am Natruper Holz untergebracht, damit wir alles unter einem Dach haben", erklärt Oberpenning. Dass das ehemalige Institut an der Lürmannstraße strahlenbelastet sei und deswegen nicht mehr genutzt werden kann, bezeichnet er als Gerücht: " Wir haben ein unabhängiges Unternehmen mit einem Gutachten beauftragt, das zu dem Ergebnis gekommen ist, dass dort keinerlei Strahlenwerte zu verzeichnen sind", so Oberpenning.
Bildtext:
Die Strahlenklinik steht seit 2007 leer.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
thb


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