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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ärger um ungepflegte Wiesengräber
Zwischenüberschrift:
Maulwurf auf Friedhof Schinkel – Servicebetrieb machtlos
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schinkel. Ein Maulwurf zieht auf dem Schinkeler Friedhof munter seine Tunnel und verunstaltet die dortigen Wiesengräber. Alle Versuche, ihn auf sanfte Weise zu vertreiben, sind bislang missglückt. Aber der kleine Wühler steht unter Naturschutz, und da darf auch der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) nichts machen, das ihm gefährlich werden könnte. Ein Ärgernis für viele Friedhofsbesucher wie Wilma Pletowski. Sie ist aber auch unzufrieden, weil sie das Wiesengrab ihrer Tochter nicht schmücken darf.

Es sieht hier ja fürchterlich aus! Frau Pletowski ist verärgert und, wie sie sagt, mit ihr viele weitere Bürger, deren Angehörige in den Wiesengräbern des Schinkeler Friedhofs liegen. Besonders eine der Grabwiesen erregt die Gemüter. Ein Maulwurf macht sich hier seit längerer Zeit im Erdreich zu schaffen. Hügelig und unbearbeitet zeigt sich die Rasenfläche, auf der steinerne Bodentafeln die letzten Ruhestätten der Verstorbenen markieren.

Trampelpfade

Einige der schiefen Grabsteine werden teilweise von der aufgewühlten Erde des Nagers bedeckt, Trampelpfade deuten sich langsam im lichten Gras an. Auch auf einer anderen Wiese lassen erste Hügel ein weiteres Tier vermuten, dennoch sieht es hier wesentlich gepflegter aus.

Ich finde das schade, man denkt ja schließlich an die Verstorbenen″, kann sie nur wenig Verständnis für die fehlende Pflege der Flächen aufbringen, zumal sie und ihr Schwiegersohn hier regelmäßig das Grab ihrer 2013 verstorbenen Tochter besuchen. Von Anfang an hatte sie sich gegen das Wiesengrab für ihre Tochter gesträubt, zu ungepflegt sah es hier aus. Die Wiese würde neu gestaltet, geebnet und die Grabsteine neu ausgerichtet, hätten die Osnabrücker Servicebetriebe ihr damals zugesichert. Seit dem sei jedoch nichts passiert, meint Pletowski.

Aufgestellte Blumen und Grablichter werden hier regelmäßig entfernt, auch wenn die Wiese gar nicht gemäht wird. Dass die Bemühungen von ihr und weiteren Angehörigen, die Wiesengräber ansehnlich und gepflegt erscheinen zu lassen, regelmäßig wieder umsonst waren, lässt ihr Unverständnis nur noch weiter steigen. Wenn die Wiese wenigstens schön wäre, hätte ich nichts dagegen, aber so nicht″, klagt die Osnabrückerin.

Bei den Osnabrücker Servicebetrieben zeigt man sich derweil ebenso wenig erfreut über das Aussehen der Grabwiese. Bereits zweimal, im April und im Juli, haben Mitarbeiter die Wiese bereits geplättet und die dort liegenden Steine neu ausgerichtet, versichert Eva Güse von den OSB. Genützt hat es nichts. Das große Problem sei zum einen der Maulwurf mit seinen Tunneln, zum anderen die alten Gräber, die nach einer gewissen Ablaufzeit neu vergeben werden. Absackungen im Erdreich sorgen für unebene und hügelige Flächen sowie für abfallende und schiefsitzende Steinplatten.

Unermüdlich″ zeigt sich der Maulwurf auf dem Schinkeler Friedhof, findet Güse. Alle zwei Wochen würden die Hügel des Tieres glatt gezogen, jedoch ohne langfristigen Erfolg. Eine dauerhafte Vertreibung oder auch Vergrämung″, wie es in der Fachsprache heiße, gestalte sich schwierig, denn Maulwürfe stünden unter Naturschutz, sagt Güse.

Ein Schmücken der Gräber ist bei einem Wiesengrab dennoch nicht vorgesehen. Wir möchten kontinuierlich die Optik einer Wiese wahren″, stellt Güse klar und verweist auf den Unterschied der bewusst als Wiese angelegten Gräber zu herkömmlichen Urnengräbern. Auf Letzteren ist das Schmücken mit Blumen und Grablichtern nämlich gestattet. Die Wiesen müssen derweil gemäht oder auch von herabfallendem Laub befreit werden. Abgelegter Schmuck wird dazu eingesammelt.

Sie erlebe es oft, dass Angehörige darunter leiden, wenn sie das Grab des Verstorbenen nicht schmücken dürfen. Auf der anderen Seite entscheiden sich jedoch viele Menschen bewusst für ein Wiesengrab, weil sie sich mit der Grabpflege überfordert fühlen. Ich empfehle in einem solchen Fall immer ein Urnengrab″, erklärte Güse, auch dieses lässt sich pflegeleicht gestalten″.

Des Wiesengrabs samt seinem Maulwurfproblem werden sich die OSB im Frühjahr erneut annehmen, wenn wiederum neu gesäter Rasen wächst. Damit über die Sache in der Zwischenzeit jedoch kein Gras wächst, lädt sie Bürgerinnen und Bürger ein, für Gespräche, Kritik und Anregungen die Bürgersprechstunde des Friedhof Schinkel in Anspruch zu nehmen. Jeden Mittwoch von 10 bis 13 Uhr ist das Büro auf dem Schinkeler Friedhof geöffnet.
Bildtext:
Maulwurfshügel bedecken die Grabsteine auf dem Friedhof in Schinkel. Bürger sind verärgert über die fehlende Pflege, der Osnabrücker Servicebetrieb wird den Maulwurf jedoch nicht los.
Foto:
David Hausfeld
Autor:
David Hausfeld


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