User Online: 11 | Timeout: 21:04Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Brennstäbe seit 26 Jahren im Abklingbecken
Zwischenüberschrift:
1426 Brennelemente in niedersächsischen Nasslagern – Wenzel: Lagerung gehört auf den Prüfstand
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In den Abklingbecken der niedersächsischen Atomkraftwerke lagern weit mehr als 1000 Brennelemente die ältesten seit 26 Jahren. Das erklärt das Umweltministerium auf Anfrage unserer Redaktion. Minister Stefan Wenzel (Grüne) findet, diese Art der Zwischenlagerung gehöre auf den Prüfstand.
Abklingbecken sind im Prinzip große Wasserbehälter auf dem Gelände der Atomkraftwerke. Nach ihrem Einsatz werden die Brennelemente hierher verbracht, um abzukühlen und Strahlung abzubauen. Ist ein gewisses Maß unterschritten, erfolgt der Abtransport in die Zwischenlager. Eigentlich. Doch allem Anschein nach funktionieren einige Kraftwerksbetreiber die Abklingbecken zu Zwischenlagern um.
Wie das Ministerium mitteilte, lagern einzelne Brennelemente seit 1988 im Abklingbecken des Atomkraftwerks Grohnde. Rekord in Niedersachsen. Insgesamt befänden sich 502 Brennelemente in dem Becken im Kreis Hameln-Pyrmont. Im Nasslager des Kernkraftwerks Unterweser im Landkreis Wesermarsch seien es 414, weitere 510 im Abklingbecken des Kernkraftwerks Emsland bei Lingen. Zusammengenommen also 1426 an allein drei Standorten in Niedersachsen.
Umweltminister Wenzel stellt auf Nachfrage klar, dass es bislang keine " ausdrückliche Befristung" für eine Zwischenlagerung in Abklingbecken gebe. " Ob eine jahrzehntelange Nasslagerung tatsächlich dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht, ist jedoch ernsthaft zu hinterfragen." Deshalb fordert der Grünen-Politiker, dass sich die Atommüllkommission von Bund und Ländern auch dieses Themas annimmt.
Eine Anfrage der Grünen im bayrischen Landtag hatte zuletzt deutlich gemacht, dass nicht nur in Niedersachsen die Abklingbecken zu Zwischenlagern umfunktioniert werden. Im Atomkraftwerk Grundremmingen in Schwaben lagern einzelne Brennelemente bereits seit 1986 im Nasslager und damit noch länger als in Grohnde. Das geht aus der Antwort der bayrischen Landesregierung auf die Anfrage hervor.
Die Regierung betonte auch: Alle sicherheitstechnischen Anforderungen würden erfüllt. Und ein Sprecher des AKW Grundremmingen stellte auf Anfrage der " Augsburger Allgemeinen" klar: Je länger die Brennelemente im Abklingbecken lagerten, desto geringer sei später die Strahlung bei der Beladung und späteren Lagerung von Castor-Behältern.
Übrigens: Nach Abklingbecken und Zwischenlager soll der letzte Weg der Brennelemente eigentlich ins Endlager gehen, sofern sie nicht mehr aufgearbeitet werden können. Doch das gibt es bekanntermaßen für den stark strahlenenden Müll nach wie vor nicht in Deutschland.
Der jahrelang favorisierte Standort Gorleben ist jetzt auch ganz formell erst einmal aus dem Rennen: Das Land Niedersachsen hat die mit dem Bund vereinbarten Schritte zum Stopp der Erkundung des Salzstocks Gorleben als möglichen Atommüll-Endlagers jetzt auch formell festgezurrt. Seit Anfang Dezember sei der neue Hauptbetriebsplan des Bergwerks in Kraft, sagte Umweltminister Wenzel am Montag in Hannover. Dies sei ein weiterer Schritt, um die jahrzehntelange Vorfestlegung auf ein Endlager in Gorleben zu beenden.
Nach dem Neustart der Endlagersuche hatten die Bundes- und die Landesregierung angekündigt, die Untersuchung in Gorleben vorerst einzustellen. Die bislang erkundeten unterirdischen Teile des Salzstocks würden verschlossen, alle Anlagen aus diesem Bereich entfernt. Anders als von Umweltschützern gefordert, sollen die beiden ins Salz getriebenen Schächte allerdings nicht zugeschüttet, sondern offen gehalten werden.

Schwerpunkt Atom:
Mehr Informationen
auf noz.de/ atom
Autor:
Dirk Fisser, epd


Anfang der Liste Ende der Liste