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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Verkauf an den Meistbietenden
 
Grundstück an der Sedanstraße für den Meistbietenden
Zwischenüberschrift:
Rat soll der öffentlichen Ausschreibung zustimmen – Konkretes Anforderungsprofil an den Käufer
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Im Gezerre um den Verkauf eines Grundstücks an der Sedanstraße soll der Rat in seiner heutigen Sitzung auf Basis einer Beschlussvorlage der Verwaltung eine öffentliche Ausschreibung beschließen. Entstehen soll auf der Fläche ein Studentenwohnheim.

Osnabrück. Folgt der Rat in seiner Sitzung am heutigen Dienstag den Vorstellungen der Verwaltung, so wird der Verkauf des Grundstücks an der Sedanstraße, das in den vergangenen Wochen für einigen Wirbel und leichte Dissonanzen in Politik und Verwaltung sorgte, öffentlich ausgeschrieben. Die von SPD und Grünen favorisierte direkte Vergabe an das Studentenwerk wäre damit erst einmal vom Tisch. Den Zuschlag für den Bau eines Studentenwohnheims soll nun der Meistbietende für die Fläche bekommen.
Zur Vorgeschichte: Zur Novembersitzung des Rates war die Zählgemeinschaft munter vorgeprescht und hatte eine Beschlussvorlage präsentiert, die den Verkauf der etwa 2800 Quadratmeter großen Fläche an das Studentenwerk Osnabrück zu einem Preis von 120 Euro pro Quadratmeter vorsah. Diese Vorlage hatten SPD und Grüne in letzter Minute zurückgezogen, nachdem im Verwaltungsausschuss von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und von der CDU massive Zweifel an der juristischen Belastbarkeit des SPD/ Grünen-Vorschlags geäußert worden waren.
Juristische Belastbarkeit
" Das Grundstück im Wissenschafts- und Wohnpark an der Sedanstraße, Flur 16, Flurstück 34/ 40, in einer Größe von 2803 Quadratmetern soll für den Bau eines Studentenwohnheimes gegen Höchstgebot öffentlich angeboten werden", heißt es in der Vorlage. Und auch ein " noch weiter abzustimmendes Anforderungsprofil" hat die Verwaltung erstellt. Darin werden einige Bedingungen für einen Investor formuliert: " Begrenzung der Höchstmiete für 15 Jahre, analog zum öffentlich geförderten Wohnungsbau, Zweckbindung des Gebäudes als Studentenwohnheim für die Dauer von 25 Jahren, Sanktionen zur Einhaltung der Zweckbindung, Festsetzung einer Mindest- und Maximalzahl der angebotenen Wohnplätze, Ausstattung aller Wohnheimplätze mit eigenen Kochgelegenheiten und Bädern, Einhaltung eines noch festzulegenden Energiestandards analog zu den Regelungen im Wissenschafts- und Wohnpark, Pflicht zur Bebauung des Grundstücks innerhalb eines Jahres nach Vertragsabschluss."
Doch ob dieser Antrag verabschiedet wird, ist nicht sicher. " Wir haben auf alle Fälle noch Beratungsbedarf", so der Fraktionsvorsitzende der SPD, Frank Henning. Die Beschlussvorlage sei erst am Freitag an die Ratsmitglieder verschickt worden. Die Zeit, sich mit den Vorstellungen der Verwaltung auseinanderzusetzen, sei mithin viel zu kurz.
Zudem behalte er sich vor, den alten Antrag der Zählgemeinschaft wieder vorzulegen. Für Henning haben sich nämlich die Vorzeichen verändert. " Die Grundstücke im Wissenschaftspark sind für 112 Euro pro Quadratmeter verkauft worden." Damit liege der Preis von 120 Euro, den die Zählgemeinschaft mit dem Studentenwerk ausgehandelt habe, schon höher. Auch sei ein Verkehrswert für die Flächen in diesem Bereich nie definiert worden, " schon gar nicht in Höhe von 400 Euro pro Quadratmeter".
Grundlegende Zweifel
" Wir haben grundlegende Zweifel, ob der Verkauf an den Meistbietenden der richtige Weg ist", sagt auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Hagedorn. Wie sich die Zählgemeinschaft in der Ratssitzung positionieren wird, sollte am Montagabend entschieden werden.
In den Augen der CDU kann die Vorlage verabschiedet werden. Inwieweit das Anforderungsprofil noch zu erweitern sei, könne noch diskutiert werden. " So ist das aber erst einmal rechtlich sauber", sagt Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde. Entscheidend sei, dass für Studenten bezahlbarer Wohnraum angeboten werde, ob dieser nun vom Studentenwerk, von einem privaten Anbieter oder von der Kirche erstellt und betrieben werde, sei dabei unerheblich.
" So, wie es jetzt gefasst ist, ist es richtig", sagt Thomas Thiele und signalisiert damit die Zustimmung seiner FDP. Man könne so ein Grundstück nicht " einfach jemandem zuschustern", auch wenn es wünschenswert sei, dass das Studentenwerk hier zum Zuge käme.
Bildtext:
Die Fläche des Anstoßes: Das Grundstück soll an den Meistbietenden für den Bau eines Studentenwohnheims verkauft werden.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Eine neue Spielkarte

Beim Osnabrücker Wohn heim monopoly gibt es eine neue Ereigniskarte. " Gehe über Ausschreibung" lautet ihr Text. Gezogen hat sie die Zählgemeinschaft. Ins Spiel gebracht wurde sie von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und seiner Verwaltung. Der Verkauf des Grundstücks an der Sedan straße soll so juristisch unanfechtbar und finanziell profitabel werden.

Der geneigte Zuschauer reibt sich die Augen und fragt sich, was am Ende der Geschichte denn nun herauskommen wird. Ein Verkauf an das Studentenwerk für etwa 120 Euro pro Quadratmeter. Das wäre mal spaßig, denn dann wären alle Figuren einmal ums Brett gelaufen für nichts und wieder nichts.

Schön wäre es auf alle Fälle, wenn die Studenten, die schon weiß der Himmel wie lange auf eine bezahlbare Bude warten, endlich einen Silberstreif am Horizont erkennen könnten. Für sie aber gilt weiter: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Autor:
Dietmar Kröger


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