User Online: 13 | Timeout: 20:30Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr Tierschutz in Zoos angestrebt
Zwischenüberschrift:
Minister für Kriterien artgerechter Haltung
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Berlin/ Osnabrück. Mit einem Säugetier-Gutachten will Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) die Lebensbedingungen von Zootieren verbessern. " Das Wohl der Tiere liegt mir am Herzen", sagte er der " Rheinischen Post". Was im Stall gelten solle, müsse auch im Zoo beachtet werden.
Das Gutachten, das sein Ministerium am Mittwoch in Berlin vorstellte, gibt Kriterien für die artgerechte Haltung von Zootieren im Einklang mit dem Tierschutzgesetz vor. " Tiere im Zoo hautnah live zu erleben und Tiere im Zoo, die sich in ihrer Haut wohlfühlen dies darf kein Widerspruch sein", sagte Schmidt.
Zoo-Verantwortliche hätten die Befürchtung geäußert, durch das Gutachten zu teuren Investitionen gezwungen zu werden, schreibt die Zeitung. Das 300-seitige Gutachten, das als Leitfaden für Gehegeanforderungen und Pflegevoraussetzungen angelegt ist, habe zwar keine Gesetzeskraft. Da sich die Kontrolleure der Veterinärämter aber daran orientierten, wirke es gleichwohl bindend. Danach sei nun beispielsweise für ein Eisbärpaar ein Außengehege von mindestens 400 Quadratmetern vorgesehen, Nashörner benötigten mindestens 1000 und Elefanten mindestens 2000 Quadratmeter.
Mit dem Gutachten setzt das Bundesagrarministerium also auf neue Mindeststandards bei der Haltung. Die parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU) sagte, die Haltung von Tieren in Zoos werde damit " tatsächlich auf eine bessere Grundlage gestellt". An dem Gutachten, das eine Regelung aus dem Jahr 1996 ablöst, haben Experten des Ministeriums, von Tierschutz- und Zooverbänden mehr als drei Jahre gearbeitet.
" Grundsätzlich tragen wir das Gutachten mit, aber es kann viele Zoos in Schwierigkeiten bringen", gab der Präsident der Gemeinschaft Deutscher Zooförderer, Dieter Rollepatz, in der " Rhein-Zeitung" zu bedenken. Die Verantwortlichen des Osnabrücker Zoos sehen dem neuen Säugetier-Gutachten gelassen entgegen. Der Zoo hat in den vergangenen Jahren Millionenbeträge in die Tierhaltung investiert und übererfüllt die Normen in weiten Teilen.

Kommentar
Grau ist alle Theorie

Deutschlands Zootiere können die Pfoten verschränken und sich entspannt zurücklehnen. Alles wird besser. Ihre Ställe werden größer, das Futter schmackhafter, und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es auch. Das Säugetier-Gutachten soll es richten. Schön wär′s.

Die Zoowelt, ohne die manche Tierart schon ganz von unserem Planeten verschwunden wäre, teilt sich in Arm und Reich, wobei die Armen leider die Mehrheit haben. Am Tropf der Kommunen hängend, muss so mancher Zoodirektor schon jetzt dem Geld hinterherhecheln. Die neuen Mindesthaltungsnormen könnten der einen oder anderen Einrichtung das Genick brechen. Es ist ja nicht so, dass die Zoochefs die dem Gutachten zwar in Teilen, nicht aber generell skeptisch gegenüberstehen ihren Tieren optimale Lebensbedingungen nicht gönnen würden. Nur brauchen sie dafür keine Expertise, Tierhaltung ist schließlich ihr Beruf, sondern schlichtweg einen Batzen Geld.

Das aber fällt nicht vom Himmel. Nur auf die Überweisung der Kommune zu warten ist keine Lösung. Kreativität ist gefragt. Sponsoren werben, Fördermittel beantragen oder europäische Töpfe anzapfen hier besteht massiver Nachschulungsbedarf. Denn klappt es mit dem Geld, klappt es auch mit der Tierhaltung. Ohne den schnöden Mammon bleibt das Säugetier-Gutachten graue Theorie.
Autor:
dpa, Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste