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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neuer Lebensraum für bedrohte Amphibien
 
Das sind wir: Das Team Zeitung
 
Krötenzäune retten vor dem Straßentod
 
Eier legende Schokokröten unterwegs?
 
"Eine tolle Sache"
 
Schleimige Gefährten auf Wanderung
Zwischenüberschrift:
Umweltverschmutzung, Verkehr und Bebauung machen den Tieren zu schaffen
 
Naturschützer setzen sich für Frösche, Molche und Co ein
 
Ellermann unterstützt Krötenrettung
 
Heimische Amphibien sind vor allem in der Paarungszeit gefährdet
Artikel:
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Originaltext:
Schwagstorf. Die Lebensräume von Amphibien werden immer kleiner oder zum Teil ganz zerstört. Dadurch sind die Bestände der heimischen Arten stark zurückgegangen. Laut Naturschutzbund (NABU) machen den Tieren die Umweltverschmutzung, die Bebauung von Grünflächen und das hohe Verkehrsaufkommen zu schaffen. In Tümpeln und Teichen fühlen sich die Tiere wohl. In einigen Regionen hat sich die Zahl der Kleingewässer aber in den letzten 50 Jahren um mehr als 80 Prozent verringert, so der NABU.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Amphibien, deren Laich und Larven der Natur zu entnehmen, beispielsweise um sie in Gartenteichen anzusiedeln. Trotzdem bestehen Möglichkeiten, den Tieren zu helfen.
Es gibt die sogenannte Spontanansiedlung von neuen Teichen, das heißt, es werden neue Gewässer für die Tiere geschaffen. Die Ansiedlung wird durch die Nähe bereits bestehender Gewässer gefördert. Wichtig dabei ist auch die Lage. Sie sollte möglichst im Bereich traditioneller Krötenwanderwege liegen und eine geringe Entfernung zu den bevorzugten Lebensräumen der Amphibien haben. Die Gewässer sollten ausschließlich von Grund- oder Regenwasser gespeist werden. Stauwasser aus Bächen oder Flüssen könnte durch eine andere Temperatur negative Folgen für die Tiere haben. Wer einen Gartenteich besitzt, kann daraus auch einen Lebensraum für Amphibien schaffen. Wenn man einen naturnahen Gartenteich möchte, sollte man auf Fische verzichten. Teile des Gartens sollte man gezielt verwildern lassen und vor allem auf Kunstdünger und Gifte (Pflanzenschutz) verzichten. Bis die Wasserchemie stimmt, erste Pflanzenstrukturen entstehen und sich so ein ausreichendes Nahrungsangebot entwickelt hat, sollte man Tieren und Pflanzen vor allem etwas Zeit lassen.

" Die Sendung mit Carina"
Das os1.tv-Umweltmagazin " Die Sendung mit Carina" mit Moderatorin Carina Jannaber richtet sich an Kinder der dritten und vierten Klassen und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Hier lernen die Schüler, wie ein Zeitungsartikel entsteht, wie ein Radiobeitrag verfasst wird und wo rauf es beim Fernsehen ankommt. Redakteure von osradio 104, 8, os1.tv und der NOZ schulen die Lehrer und unterstützen die Schüler bei ihrer Recherche. Bewerbungen für die Sendung per E-Mail an: kids@ os1.tv

Schwagstorf. Wir sind die Reporter aus der 4a der Grundschule zur Schnippenburg in Schwagstorf bei Ostercappeln. Zum Team gehören: Meyssan Ludolf Genz, Chedine Genz, Gian-Luca Wessel, Noel-Jean Holtmann und Tom Allendorf. Wir fanden es gut, dass wir an dem Projekt teilnehmen durften und jeder seinen eigenen Text formulieren konnte. Wir fanden es cool, dass wir nach dem Schreiben der Artikel die Redaktion besichtigen konnten. Dadurch, dass wir uns mit der Krötenwanderung beschäftigt haben, sind wir auf die Gefahren aufmerksam geworden, denen die Tiere ausgesetzt sind.
Bildtext:
Die Nachwuchsreporter: (v.l.) Gian-Luca, Noel, Tom und vorne Meyssan und Chedine.
Foto:
Kathrin Pohlmann

Schwagstorf. Wenn es langsam wärmer wird und die heimischen Amphibien anfangen, ihre Laichplätze aufzusuchen, wird es auch für die Krötenretter Zeit, die Zäune aufzustellen. Denn Straßen stellen für sie eine große Gefahr dar.

Krötenretter müssen Frühaufsteher sein. Sven Wanner ist einer von ihnen. Er steht zwischen 5 und 5.30 Uhr auf. Dann geht es für ihn zu den Krötenzäunen. 150 bis 200 Meter muss er täglich ablaufen. Dabei muss er jeden einzelnen Eimer kontrollieren 15 bis 20 Stück an der Zahl. " Ich habe den Krötenzaun von meinem Schwiegervater in den 80er-Jahren übernommen. Ich mache das gemeinsam mit meiner Frau, und mein kleiner zwei Jahre alter Sohn darf auch schon mit", sagt Wanner. Ihm macht die Arbeit Spaß, auch wenn er so früh aufstehen muss. Durch die Krötenzäune rettet er viele Tiere. " In diesem Jahr waren es schon ungefähr 250 Kröten, 28 Molche und rund 20 Frösche", sagt der Krötenretter. Die Amphibienwanderung setzt im Frühjahr ein, wenn die Temperaturen ein paar Tage lang und auch nachts mindestens fünf Grad erreichen. Wird es zwischendurch wieder kälter, stoppen die Tiere ihre Wanderung.

An diesem Tag ist der Job von Sven Wanner schnell vollbracht, denn es sind nicht viele Tiere unterwegs gewesen. In der Nacht war es für die Kröten zu kalt Frost mögen sie gar nicht. Nicht selten legen die Amphibien dabei Distanzen von 500 bis 3000 Metern zurück.

Kommen sie an einen Krötenzaun, hat die Reise erst mal ein Ende. Der Zaun wird von den wandernden Amphibien als Hindernis wahrgenommen. Beim Versuch, das vermeintliche Hindernis zu umgehen, fallen die Tiere dann in die Fangeimer. " Ich hole die Kröten dann aus den Eimern raus und trage sie dann rüber in den Teich. Dort können sie dann laichen", sagt Wanner. In jedem Eimer liegt ein Stock, damit andere Tiere wie Mäuse, die versehentlich in einem Eimer gelandet sind, noch aus ihm herausklettern können. Krötenzäune sind in der Regel ungefähr 50 Zentimeter hoch. Sie bestehen aus undurchsichtigem Kunststoffgewebe, das parallel zur Straße aufgebaut wird. Warnschilder an Straßen mit dem Hinweis " Achtung Krötenwanderung" weisen Autofahrer darauf hin, dass sie langsam und vorsichtig fahren sollen.

Auch Inga Hinnenkamp kennt sich mit der Wanderung der Tiere aus. Sie hat Landschaftsentwicklung studiert und die Wanderung der Tiere im vergangenen Jahr beobachtet. " Ich habe die Anzahl der Kröten dokumentiert. Die Geschlechter bestimmt und auch die anderen Amphibien gezählt, die wir gefunden haben", sagt sie. Auch wenn sie sich für den Naturschutz einsetzt, so ganz geheuer sind Hinnenkamp die warzigen Kröten nicht. " Ich kann Kröten nicht so gut mit bloßen Händen anfassen, ich muss gestehen, ich habe Handschuhe angezogen", erzählt sie und lacht. Die Dokumentation der Tiere ist wichtig. So können die Naturschützer beobachten, wie sich der Bestand der Amphibien entwickelt. " 2013 waren es nicht so viele Tiere, die Jahre davor waren besser", sagt sie. Die Zahl der registrierten Tiere schwankt von Jahr zu Jahr. So wurden in guten Jahren bis zu 900 Tiere gezählt, 2013 dagegen waren es nicht einmal mehr 300. Nicht nur der Straßenverkehr ist für die wandernden Tiere eine Gefahr. Grund für den Rückgang einiger Arten können unter anderem auch Temperaturschwankungen oder der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft sein, die auf den Feldern während der Krötenwanderung eingesetzt werden.

Eine Studie der Universität Koblenz-Landau zeigt, dass Pestizide eine Gefahr für die Tiere darstellen. Der Einsatz von Chemikalien führt laut zu Sterblichkeitsraten bis zu 100 Prozent. " Unsere Studie zeigt, dass schon jetzt dringender Handlungsbedarf besteht", so Carsten Brühl, Leiter der Studie auf der Homepage der Uni.
Bildtexte:
Der Straßenverkehr ist für Kröten und andere wandernde Amphibien eine große Gefahr. Deswegen bauen Naturschützer Krötenzäune auf.
Inga Hindenkamp, Schwagstorf
Schwagstorf Krötenretter Sven Wanner
Foto:
dpa

Schwagstorf. Als Krötenretter ist es die Aufgabe, die Kröten aus den Eimern zu holen und sie über die Straße in den Teich zu bringen. Doch als wir nach den Kröten schauen wollten, haben wir keine Tiere, sondern Schoko-Ostereier in den Eimern gefunden! Das war für uns richtig lustig.
Offensichtlich gibt es in Schwagstorf eine ganz besondere Amphibienart die sogenannte Schokokröte. Sie sieht zwar nicht unbedingt süß aus, aber ihr Körper ist schokobraun gefärbt. Die braune Kröte war sehr fleißig, denn in jeden Eimer haben wir ein farbiges Schoko-Ei gefunden. Wir sind den ganzen Krötenzaun abgelaufen und haben die Eier aus den Eimern genommen. Oder hat vielleicht unser Krötenexperte die Schokoeier versteckt? Wer weiß?
Bildtext:
Bunte Schokoeier-Sammlung.
Foto:
Meyssan Ludolf Genz

Schwagstorf. Bürgermeister Rainer Ellermann äußerte sich in unserem Interview zur Krötenwanderung.
Was haben Sie als Bürgermeister mit der Krötenrettung zu tun?
Relativ wenig, weil wir hier glücklicherweise sehr viele Menschen haben, die das aktiv und ehrenamtlich machen. Sie gehen die Zäune ab, sie sorgen dafür, dass die Tiere nicht ums Leben kommen, wenn sie über die Straße wandern. Ich werde informiert, wenn etwas nicht funktioniert. Vor Jahren habe ich mich mal darum gekümmert, Krötenretter zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.
Wie finden Sie persönlich die Krötenrettung?
Ich finde, das ist eine ganz tolle Sache. Denn wir haben viele Tiere, die auf der Roten Liste stehen, weil es davon zu wenig gibt. Bei der Krötenwanderung geht es da rum, die Tiere zu schützen und ihnen zu helfen. Und so kommen die Tiere dann hoffentlich nicht auf die Rote Liste. Der Einsatz für die Tiere ist eine gute Sache.
Was ist die Rote Liste?
Das ist eine Naturschutzliste, auf der alle Tiere stehen, die besonders gefährdet sind und wovon es eben nur noch ganz wenige gibt oder man gar nicht weiß, ob es sie noch gibt. Da ist ganz großer Naturschutz angesagt, und die Tiere sind streng geschützt.
Können Sie sich vorstellen, bei der Krötenrettung mitzuhelfen?
Wenn ich mehr Zeit hätte, dann könnte ich mir das gut vorstellen. Als Bürgermeister bleibt mir dafür leider zu wenig Zeit. Aber wenn ich mal in Rente gehe, dann ist es eine Überlegung wert.
Bildtext:
Rainer Ellermann im Interview.
Foto:
Meyssan Ludolf Genz

Schwagstorf. Vielen heimischen Amphibien geht es nicht besonders gut. Ihr Lebensraum wird immer kleiner. Pestizide aus der Landwirtschaft, die Verschmutzung und der Verlust von Gewässern haben dazu geführt, dass die Bestände stark zurückgegangen sind. Laut dem Naturschutzbund (NABU) sind seit 1980 daher alle Amphibienarten in der Bundesartenschutzverordnung enthalten und stehen unter besonderen Schutz. Danach ist es verboten, Amphibien, deren Laich und Larven der Natur zu entnehmen, beispielsweise um sie in seinem Gartenteich anzusiedeln.
Der Grasfrosch ist einer von ihnen. Er gehört zur Art der Frösche und wie der Name schon sagt lebt im Gras. Er mag es an Land und in flachen Gewässern. Der Grasfrosch ist eine der häufigsten Amphibienarten. Er wird bis zu elf Zentimeter groß. Die Oberseite seines Körpers ist gelb-, rot- bis schwarzbraun gefärbt. Sie gehören zur Klasse der Lurche (Amphibien). Im März verlassen die Grasfrösche ihr Winterquartier und wandern zu ihrem Laichgewässer. Im Wasser stoßen die Männchen ihren Paarungsruf aus, es klingt wie ein Knurren. Es wird mit den Schallblasen in der Kehle gebildet.
Nach der Paarung legen die Weibchen rund 700 bis 4400 Eier. Die schwarzen Eier haben keine dicke Schale, sind aber von einer durchsichtigen Eiweißhülle umgeben. Die Eier sind fast schwarz gefärbt, nur mit einer winzigen Aufhellung am unteren Eipol. Das kleine schwarze Ei ist nur 1, 7 bis 2, 8 Millimeter groß; die Gallerte das ist eine schleimige Masse hat bei reifem Laich acht bis zehn Millimeter Durchmesser. Nach dem Ablaichen quillt diese auf, und die Ballen steigen durch Gasbildung meistens an die Wasseroberfläche.
Der Teichmolch gehört auch zur Klasse der Amphibien und lebt an Teichen oder an Land. Im Herbst ziehen sich die Tiere in frostsichere Unterschlüpfe zurück. Molche werden bis zu elf Zentimeter lang und legen 100 bis 300 Eier. Anfang Frühling begeben die Teichmolche sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Der Teichmolch hat längliche dünne Beinchen. Die Grundfärbung ist bräunlich, und der Bauch ist weißlich gefärbt.
Die Erdkröten sind braun und haben Warzen. Der Bauch des Tieres ist schmutzig weiß. Die Erdkröten werden ungefähr elf Zentimeter lang. Das Männchen ist nur halb so groß wie das Weibchen. Sie sind eine unserer größten Amphibienarten, die man auch Bufo bufo nennt. Erdkröten sind in einer Vielzahl von Gewässern, zum Beispiel in Teichen und Seen, zu finden.
Wenn es im Frühling wärmer wird, kommen sie aus dem Wald unter dem Laub hervorgekrochen. Früher konnten sie ohne Probleme zum Teich krabbeln. Weil die Menschen aber zwischen Teich und Wald Straßen gebaut haben, gehen die Kröten über die Straßen und werden meistens von Autos überfahren. Zum Glück gibt es Leute die Krötenzäune aufbauen. Ohne die Krötenretter wären die Erdkröten und andere Tiere ausgestorben.
Bildtexte:
Baby-Grasfrosch.
Erdkröte
Teichmolch auf Moos.
Fotos:
Imago, Chedine Genz
Autor:
Tom Allendorf, Gian-Luca Wessel, Chedine Genz, Noel-Jean Holtmann, Julian Ahlert, Justin Becker, Henry Anselm, Meyssan Ludolf Genz


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