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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbrief
Zwischenüberschrift:
Die Zeit ist reif für eine andere Verkehrspolitik
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Kommentar " Die Zeit ist reif" und den Artikel " Ohne Risiko über den neuen Graben" (Ausgabe 29. April).

" Das ist ein guter Tag für Osnabrück, an dem der NOZ-Redakteur Rainer Lahmann-Lammert feststellt: ' Die Zeit ist reif'. Er kommentiert hier den Artikel ' Ohne Risiko über den Neuen Graben', der sich auf öffentliche Äußerungen des neuen Uni-Präsidenten auf den Autoverkehr in Osnabrück bezieht. Professor Lücke, der erst vor Kurzem als neuer Präsident nach Osnabrück kam, hat nun schon zum zweiten Mal sein Unverständnis darüber geäußert, dass der Campus der Uni am Schloss durch eine fünfspurige Straße, die er Behelfsautobahn nennt, von der Innenstadt abgeschnitten wird.

Von außen kommend, nahm er sehr schnell wahr, dass der Autoverkehr in Osnabrück einen sehr hohen Stellenwert hat, Fußgänger und Radfahrer eher unerwünscht sind.

Ist es nun ein Zufall, dass mehrere ähnliche Sachverhalte zeitlich zusammenfallen: Heute das Thema ' Stadtautobahn' vor dem Schloss (Uni), gestern das Thema Fahrradständer in der Innenstadt, vor einigen Tagen der Leserbrief von Bernd Falge, in dem er die ' Höchste innerstädtische Lkw-Dichte' in Osnabrück mit den entsprechenden Konsequenzen beschreibt und anprangert, dann die zurzeit heftig geführte Diskussion über die Westumgehung oder auch die Frage, wie die Verkehrsführung am Neumarkt sein wird, wenn das Shopping-Center gebaut wird?

Ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist, es zeigt sich eher, dass, weil die Zeit anscheinend reif ist, immer mehr Menschen in unserer Stadt klar wird, dass es so nicht weitergehen kann. Immer mehr Bürgerinnen und Bürgern wird bewusst, was sie nicht mehr wollen: Verkehrslärm, Abgase und Feinstaubbelastung, Gefahren für Leib und Leben, wenn sie sich als Fußgänger oder Radfahrer durch die Stadt bewegen.

Am deutlichsten wird das beim Thema Westumgehung. Niemand will den dichten Verkehr mit all seinen Auswirkungen (bei sich) haben, nicht die Befürworter und auch nicht die Gegner! Und , Umgehung′ geht ja ohnehin nicht . . .

Offenbar erkennen das immer mehr Menschen in unserer Stadt und benutzen den öffentlichen Nahverkehr oder/ und das Fahrrad. So ist es doch ein sehr positives Signal, dass immer mehr Fahrräder in der Innenstadt geparkt werden. Alle diese Radler kommen immerhin ohne Auto in die Stadt, stehen nicht mit laufendem Motor vor den Parkhäusern. Gut, dass die Stadt das positiv aufgreift und mehr Bügel installieren will: Die Zeit ist reif!

Die Zeit ist auch reif dafür, dass die Innenstadt vom Schwerlastverkehr befreit wird. Es existiert bereits der größte Teil des Autobahnrings, der auch genutzt werden sollte. Warten auf den Lückenschluss der A 33 gilt nicht mehr. Die Zurechtstutzung der Umweltzone zugunsten bestimmter Interessen war schon peinlich genug.

Am Neumarkt ergibt sich jetzt eine einmalige Chance, etwas grundlegend zu verändern. Es kann nicht mehr nur darum gehen, wo die Verkehrsströme her- oder hingeleitet werden. Der individuale Autoverkehr muss reduziert werden. Es müssen Anreize geschaffen werden, das Auto zu Hause oder vor der Stadt stehen zu lassen. Radfahrer dürfen nicht weiter als lästig empfunden werden es muss vielmehr alles dafür getan werden, dass das Fahrrad dem Auto vorgezogen wird . . ."

Peter Clement

Osnabrück
Autor:
Peter Clement


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