User Online: 1 | Timeout: 10:57Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbriefe
Zwischenüberschrift:
Weststraße: Kein Wunschkonzert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel " Stadt wirbt für Bürgerbefragung" (Ausgabe vom 25. April) und zur aktuellen Diskussion um die Weststraße:
" Nun ist es so weit, und die , Heiße Phase′ des Wahlkampfes zur Europawahl kann beginnen. In Osnabrück sieht man allerdings eher den Wahlkampf um das Pro und hauptsächlich das sehr polemisch geführte Kontra zur Entlastungsstraße West. Umso dankbarer bin ich über den Artikel von Herrn Hinrichs, der Fakten sprechen lässt und noch einmal verdeutlicht, dass das Thema Entlastungsstraße West kein Wunschkonzert für einen kleinen Teil von Osnabrücker Bürgern ist, sondern zur gesamten Entspannung der Verkehrssituation führen soll. Wenn man jetzt noch die Fakten von Herrn Hinrichs herbeizieht und liest, dass eine sehr kleine Gruppe von 90 bis 150 Menschen betroffen ist und aus dieser Gruppe wohl hauptsächlich die Gegner der Umgehungsstraße West für mich zu erkennen sind, dann frage ich mich bei der derzeitigen Masse an Plakatierungen in Osnabrück, welches finanzielle Interesse bei diesem Personenkreis , Entlastungsstraßengegner′ wohl besteht. Sind ihnen ihre Grundstücke noch nicht wertvoll genug? Hier geht es nicht um ihre Partikularinteressen, hier geht es um Osnabrück. Ich möchte nicht in der Hauptverkehrszeit in einem Rettungswagen liegen müssen, der als Ziel die Städtischen Kliniken hat.
Wo soll der Verkehr hinfließen, wenn die Innenstadt entlastet werden soll? Glaubt man, man kann die Verkehrsströme für Hochschule und Wissenschaftspark nur vom Norden erschließen? Macht es Sinn, die weiteren Verkehrsentwicklungen einfach zu negieren? Viele für Osnabrück wichtige Fragen, die sinnvoll beantwortet werden sollten und nicht dem Diktat von 150 Menschen einer Stadt unterzuordnen sind, die sicherlich über einen enormen finanziellen Hintergrund verfügen. Anders kann ich mir diese Zukleisterung zur Europawahl verbunden mit deren Kosten nicht vorstellen."
Klaus Tisson
Osnabrück
Verkehrszunahme
" Wie ein frühlinghaftes blaues Band oder ein Bach schmiegt sich die geplante Westumgehung in der Animation des städtischen Flyers durch das Bild. Einzelne Pünktchen, die die täglich erwarteten 13 500 bis 16 700 Fahrzeuge darstellen sollen, versuchen die Tatsache abzumildern, dass mit dieser Straße der Verkehr in dieser Gegend erheblich zunehmen wird. Die Lärmschutzwälle fehlen völlig. Weitsicht würde für mich bedeuten: Beachtung der Tatsache, dass das Verkehrsaufkommen erheblich aus Fahrten von weniger als drei Kilometern zustande kommt. Eine Gestaltung der Stadt, die es den Bürgern attraktiv und ungefährlich macht, sich in ihr per Rad beziehungsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die oft fahren, zu bewegen."
Jenny Patzelt
Osnabrück
Beitrag zum Ganzen
" Geldelite? So schnell kann es gehen. Gerade war ich noch der einfache (und doch eher übersichtlich bezahlte) Sozialarbeiter, da werde ich unversehens in die städtische Geldelite befördert. Hier dreht sich das Ständesystem schneller als mein Magen um. Doch die Aufregung ist es wohl nicht wert. Weder über die Fantasiesumme von 125 000, welche von uns, den Gegnern der Straße, angeblich verjubelt werden, noch um die wirtschaftliche Not der Straßen-Befürworter. Allerdings hätte ruhig etwas deutlicher betont werden dürfen, dass nicht nur eine , kühl kalkulierende′ Bourgeoisie die Straße verhindern möchte, sondern dass viele Hundert Vereinsmitglieder in der BEPO und Unterstützer darüber hinaus ihren kleinen Beitrag zum großen Ganzen einbringen. Diese Leute fühlen sich keiner Elite angehörig, sie sind überzeugt, oder sie sind betroffen. Und hoffentlich nicht von Neid, Missgunst oder Zynismus getrieben. Wir haben letztlich durch viel Arbeit und sachliche Überzeugung eine große Anhängerschaft generiert nicht, indem wir in die Kochtöpfe der anderen geschaut haben."
Thorsten Jansing
Osnabrück
Märchen und Mythen
" Es ist schon interessant, dass die Osnabrücker Politiker von SPD und CDU ihre Bürgerinnen und Bürger offenbar für wenig intelligent halten. Denn wie ist sonst zu erklären, dass sie sich erdreisten zu behaupten, dass wir die Westumgehung bräuchten, um die Innenstadt Lkw-frei zu bekommen? Wir verfügen demnächst über einen geschlossenen Autobahnring um die Stadt, wir haben zig, teils zweispurige Ausfallstraßen. Egal wo ein Lkw in dieser Stadt startet, er kann auf dem direkten Weg stadtauswärts die Autobahn erreichen und muss dann maximal die halbe Stadt umrunden, um in die gewünschte Richtung fahren zu können. Wer den Bürgern weismachen will, wir bräuchten die Westumgehung, um die Lkw aus der Innenstadt zu verbannen, verbreitet Märchen und Mythen. […] Osnabrück ist die Stadt Niedersachsens mit den höchsten Feinstaubwerten. Ansätze für alternative Verkehrskonzepte sind nicht zu erkennen. Osnabrück verfügt als Einkaufszentrum nicht einmal über ein Park-&- ride-Konzept oder macht sich Gedanken über einen kostenlosen ÖPNV. Stattdessen heißt die Antwort auf Verkehrsprobleme stereotyp , mehr Straßen′. Der Autobahnring wird geschlossen, es wird eine Umgehungsstraße in Belm gebaut, der Römereschweg wird verbreitert auf vier Spuren […]. Aber die wissenschaftliche Erkenntnis lautet leider: Mehr Straßen gleich mehr Verkehr. […] Wir brauchen intelligente, moderne und zeitgemäße Konzepte. Wann endlich kommt das in den Köpfen der Politiker an?"
Jutta Herzog
Osnabrück
Faktentreue
" Die Abstimmung über den Bau der Westumgehung am 25. 5. 2014 rückt näher. Möglicherweise führt dies dazu, dass der eine oder andere Gegner/ Befürworter im Eifer des Gefechts auf Argumente verfällt, denen es an der erforderlichen Sachlichkeit mangelt. Das gilt etwa für den Leserbrief von Andreas Kühn (Ausgabe vom 19. 4. 2014), der seit Jahren im Vorstand der Initiative Stopp Westumgehung tätig ist:
1. Herr Kühn meint zunächst, die Befürworter der Westumgehung würden von der Politik instrumentalisiert. Es gehe nicht um Verkehrsberuhigung, sondern um Wirtschaftsförderung. Das Zauberwort heiße ' NOSTRA'. Zunächst gibt es in Osnabrück keine , NOSTRA′. Es gibt eine , NOSTA-Transport GmbH′, deren Hauptsitz in Lüstringen ist, die Fuhrparks in Lengerich und Ladbergen vorhält und auf dem Gelände der früheren Winkelhausen-Kaserne in unmittelbarer Nähe des Hafens einen KV-Terminal (Terminal für kombinierten Verkehr) betreibt.
2. Herr Kühn meint weiterhin, die NOSTA-Transport GmbH lade im Osnabrücker Hafen Waren von Binnenschiffen auf Lkw um. Das ist falsch. An dem KV-Terminal werden ausschließlich Container von den Gleisanlagen, die die britischen Streitkräfte ausgebaut haben, auf Lkw umgeladen und umgekehrt. Und das geschieht keinesfalls, so die Vermutung von Herrn Kühn, mit Hunderten von Lkw (wobei er ohnehin offenlässt, welchem Zeitraum er für diese Hundertschaften im Auge hat). Ein sicher wünschenswerter breiterer Umstieg beim Transport von der Straße auf die Gleise lässt auch in Osnabrück auf sich warten.
3. Zu guter Letzt übersieht Herr Kühn, dass im KV-Terminal der NOSTA-Transport GmbH ganz überwiegend nur Container eines großen Kunden aus Lüstringen umgeschlagen werden. Die Container werden allerdings, das zeigt schon ein kurzer Blick auf einen Stadtplan, nicht durch den Westen der Stadt von Lüstringen zum KV-Terminal gebracht und umgekehrt. Ein solcher Umweg ist auch in Zukunft nicht geplant, selbst wenn eine Westumgehung kommen sollte.
Die Gegner/ Befürworter der Westumgehung werden sich sicher in den nächsten Wochen noch verstärkt für ihre Interessen einsetzen. Dabei sollten aber nicht Argumente angeführt werden, die neben der Sache liegen. Das betrifft übrigens auch die verfehlte Äußerung zu einem ' Lkw-Klo Osnabrück'. Dafür sind in Osnabrück zu viele Arbeitnehmer in einer sicheren Anstellung in der Logistikbranche tätig."
Christoph Fleddermann
Osnabrück
Bildtext:
Die Trasse der umstrittenen Weststraße (aus dem Flyer der Stadt). Am 25. Mai können die Osnabrücker über den Bau der abstimmen.
Repro:
Jörn Martens
Autor:
Klaus Tisson, Jenny Patzelt, Thorsten Jansing, Jutta Herzog, Christoph Fleddermann


Anfang der Liste Ende der Liste