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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Verkehrssicherheit in der Diskussion
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur aktuellen Situation um die Verkehrssicherheit in Osnabrück, u. a. zu den Artikeln " Auf gefährlicher Radtour" (Ausgabe vom 17. November) und " An jedem dritten Fahrradunfall ist der Radler schuld" (Ausgabe vom 15. November).
" Ein Durchfahrverbot für Lkws durch die Stadt sei nicht zu kontrollieren, heißt es im Artikel. Hier sind Verkehrsplaner, die den Verkehr planen, gefragt. Lkw–Fahrer sind kreativ, sie fahren dort, wo sie am besten durchkommen, und wenn ihnen kleine blaue U–Schilder (Autobahnbedarfsumleitung) auch noch den Weg zeigen, ist das, als sei für sie der rote Teppich ausgerollt. Kleines Beispiel Miquelstraße: Das Durchfahrverbot für Lkw wird nicht kontrolliert. Das kleine blaue U–Schild weist den Weg. Damit werden Gefahrguttransporter durchs Wohngebiet am Kindergarten vorbei geleitet. [...] "
Jürgen Bergmann
Osnabrück
" Wo gibt es Ansatzpunkte, um die Situation zu verbessern? Einerseits die steigende Ignoranz gegenüber Verkehrsregeln aller Art, andererseits die Versuche, durch mehr Sonderregelungen die steigende Verkehrsdichte zu lenken. Das Vorhaben, Lkws mittelfristig aus der Innenstadt zu verbannen, scheint mit dem geplanten Antrag auf Verlegung der B 68 zwar nicht ganz ausgeschlossen, ist aber schwierig.
Pkw in der Stadt sind für Auswärtige ohne das Angebot von Park & Ride vielfach alternativlos. Die Westumgehung hätte Teile der Innenstadt entlastet, ist aber nun Geschichte. Die Osnabrücker selbst verzichten sowieso längst auf ihr Auto. Die Stadtplaner versichern immer wieder, es gebe noch Potenziale, Stauungen zu vermeiden und gleichzeitig Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Die letzte Ausbaustufe ist vorhersehbar: An jeder Kreuzung, für jede Fahrspur jeweils für Fahrrad, ÖPNV und andere Kraftfahrzeuge eine eigene Ampelphase. Doch bringt das die erhoffte Sicherheit? Wer soll denn da noch durchblicken?
Nicht der Fußgänger. Der darf dann nur noch auf Knopfdruck die Straße überqueren. Es sei denn, er kommt in dem Augenblick, in dem die Fahrzeuge in gleicher Richtung losfahren. Da hilft kein ' Knöpfchendrücken'. Die Technik blockiert, und der abbiegende Autofahrer ist verunsichert. Verkehrstechnisch ist wenig Besserung in Sicht.
Und wie steht es mit dem ' Regelempfinden'? Osnabrück ist nicht groß. Man kennt sich und man weiß, dass auch Mitbürger mit Vorbildfunktion die Gehwege als Radwege nutzen oder die Einbahnstraßen nach Gutdünken. Dazu zählen auch Eltern, Lehrer und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Hier kann die Stadt entgegen ihren Beteuerungen, machtlos zu sein, durchaus ansetzen. [...] Wie wäre es also, wenn dem ' größten Dankeschön' an die Osnabrücker Radfahrer am Stadthaus das größte Dankeschön an die ' regelkonform' radelnden Mitbürger folgen würde? Geeignet wäre das Baugerüst am künftigen Einkaufszentrum am Neumarkt. Wählerstimmen bekommt man damit nicht, aber es würde eine sinnvolle Diskussion anstoßen. Denn nicht derjenige, der den Radfahrer auf dem Fußweg ermahnt, sollte sich schuldig fühlen, sondern der Radfahrer, der ungeachtet angrenzender Hauseingänge den Bürgersteig eigenmächtig zum Radweg ernennt.
Daher die Bitte an die Stadtväter: Die Osnabrücker haben bewiesen, dass sie den Aufrufen zum Radfahren folgen. Stellen Sie sich selbst der nächsten Herausforderung und die nächste Fahrradsaison unter das Motto der Verkehrssicherheit!"
Marius Meinert
Osnabrück
" Von Fehlern/ Fehlverhalten im Straßenverkehr kann sich vermutlich niemand freisprechen. Warum aber heißt es in der Überschrift zu dem Bericht über Fahrradunfälle ' An jedem dritten Fahrradunfall ist der Radler selber schuld'? Im Umkehrschluss bedeutet dies doch, dass die Radler, die naturgemäß an jedem Radunfall beteiligt sind, an zwei von drei Radunfällen unschuldig sind. Wenn man den Bericht schon mit der Schuld der Radler aufmacht, hätte es heißen müssen ' Nur an jedem dritten Fahrradunfall ist der Radler selber schuld'!
Die nun zur dunklen Jahreszeit angekündigten Kontrollen der Polizei konzentrieren sich offenbar nur auf die Radfahrer. Gespannt sein darf man darauf, was mit der Formulierung, die Aufmerksamkeit auf das Tragen von Helmen lenken′ gemeint ist. Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht, und ich kenne noch immer keine Studie, die den Nutzen von Fahrradhelmen zur Unfallverhütung nachweist.
Ich habe nichts gegen verschärfte Kontrollen, warum sich diese nun aber offenbar auf die Gruppe beschränkt, die zu zwei Dritteln unschuldiges Unfallopfer ist, bleibt mir unverständlich. Warum fordert die Polizei nicht den Einbau von Abbiegeassistenten für Lkw, um Abbiegeunfälle zu vermeiden? Vielleicht hätte diese Technologie am 22. Oktober den tödlichen Unfall an der Kreuzung Johannistorwall/ Kommenderiestraße verhindert. Ein gemeinsam genutzter Verkehrsraum muss allen Verkehrsteilnehmern gerecht werden! Geldmangel darf hier kein Hinderungsgrund sein."
Wilhelm Habighorst
Melle
" Die Überschrift ' An jedem dritten Fahrradunfall ist der Radler schuld'[...] finde ich unpassend, da sie die Tatsachen verdreht: Umgekehrt bedeutet sie doch, dass Fahrradfahrer überwiegend Opfer sind, und das zu 61 Prozent. Kein Wunder, dass etliche Radler mit Warnweste unterwegs sind. Diese Unterlegenheit des Radlers spiegelt sich weder im Artikel noch in der Verkehrspolitik in ausreichendem Maße wider.
Breite Fahrradschnellwege an der Peripherie, ob in Belm oder am Stichkanal, helfen da nicht weiter. Das Problem muss in der Innenstadt angegangen werden, selbst wenn es anderen Verkehrsteilnehmern wehtut und wenn es Geld kostet. Dass hier Fahrradschnellwege sinnvoll sind, kann man an folgendem Beispiel sehen: Offensichtlich ist die Katharinenstraße als Radweg so wenig attraktiv, dass Fahrradfahrer massenhaft auf der Hauptverkehrsstraße, der Lotter Straße, fahren auf gemeinsamer Fahrbahn mit Pkw, Bussen und Lastwagen. Hier wird sichtbar, wo man ansetzen muss: Einerseits deutlich schnelleres Fahren auf den Nebenstraßen ermöglichen und andererseits Fahrradfahren auf den Hauptstraßen sicherer machen. Wenn es dann zu einem Unfall kommt, ist die Schuldfrage [...] für Betroffene nebensächlich. Hier müssen Unfälle mit Fahrradfahrern insgesamt verringert werden, auch wenn es teuer ist. Bei tödlichen Unfällen heißt das: Koste es, was es wolle!"
Winfried Weinert
Osnabrück
" Ich möchte hier mal eine Lanze für die Autofahrer in Osnabrück brechen. Ich bin selber Auto- und Fahrradfahrer, darum kenne ich beide Seiten.
Jeder Unfall im Verkehr ist ein Unfall zu viel. Aber was sich manche Radler leisten, entbehrt jeder Vernunft. Beleuchtung in der Dämmerung halten viele für reine Energieverschwendung. Ich sehe doch genug, und die Laternen sind auch an! Rechts vor links halten viele für einen Spruch aus der Politik. Der Zebrastreifen ist ein Fußgängerüberweg und soll denen eine Schutzzone sein. Wie oft sind mir schon Fahrradfahrer vor den Kühler hergeflitzt, und es ist ein Wunder, das mir noch nichts passiert ist.
Die Stadt baut Fahrradwege schön! Aber warum muss es zu einem auf dem (gesicherten) Gehweg verlaufenden Radweg noch ein weiterer auf der (unsicheren) Straße sein? Die Fahrbahn wird eingeengt, Räder flitzen rechts und links am parkenden Auto vorbei und werden durch das Öffnen der Türen gefährdet, bei gleichzeitigem Busverkehr ist ein Verkehrsfluss nicht mehr gegeben. Dazu sieht man in der Zeitung noch ein Foto, auf dem drei Radfahrer auf der linken Seite der Lotter Straße fahren und in den Kirchenkamp einbiegen wollen (der liegt aber schon hinter ihnen). [...]
Wenn mehr Radfahrer sich als normale Verkehrsteilnehmer sehen würden und nicht als bevorzugte Minderheit, wären die Straßen für alle sicherer."
Emil Zuleia
Osnabrück
Bildtext:
Nach einer Reihe schwerer Fahrradunfälle in Osnabrück wird das Thema Verkehrssicherheit in der Innenstadt leidenschaftlich diskutiert.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jürgen Bergmann, Marius Meinert, Wilhelm Habighorst, Winfried Weinert, Emil Zuleia


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