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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Radfahren ist in Osnabrück gefährlicher als andernorts
Zwischenüberschrift:
Ein Blick auf die Unfallzahlen aus ganz Niedersachsen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zehn Radfahrer starben in den vergangenen zehn Jahren auf Osnabrücks Straßen in diesem Jahr waren es drei. Zwei von ihnen starben an der Ecke Kommenderiestraße und Johannistorwall im März und Oktober dieses Jahres. Die Politik diskutiert, wie sie die Ecke sicherer machen kann, und auf noz.de und der Facebookseite unserer Zeitung sparen die Kommentatoren nicht an Schuldzuweisungen. Oftmals sind pauschal alle Radfahrer Rüpel und ohne Zweifel schuld oder eben die Auto- und Lkw-Fahrer. Ein Gefühl bleibt bei vielen: Fahrradfahrer sind in Osnabrück nicht sicher. Ist das tatsächlich so?
Ein Blick auf die Unfallzahlen mit Personenschäden (Verletzte und Getötete) und Fahrradbeteiligung für Niedersachsen zeigt: In Osnabrück gibt es überdurchschnittlich viele Unfälle in Relation zur Einwohnerzahl. 263 waren es im vergangenen Jahr, 251 davon innerorts. Nur in Oldenburg (381), Emden (97) und Wilhelmshaven (137) ist es rein statistisch betrachtet gefährlicher, mit dem Rad unterwegs zu sein. Im reinen Städtevergleich rangiert Osnabrück weit hinter Salzgitter (57), Wolfsburg (97) und Delmenhorst (85).
In Städten ist das Risiko eines Unfalls aufgrund der hohen Verkehrsdichte ohnehin höher als in ländlichen Gegenden. Und in Osnabrück sind ja auch einfach viel mehr Radfahrer unterwegs als in einer eher ländlichen Gegend wie dem Landkreis Lüchow-Dannenberg″, erklärt Sabine Härtel vom niedersächsischen Landesamt für Statistik.
So ist es nicht verwunderlich, dass Radfahrer in den dünn besiedelten und ländlich geprägten Landkreisen Helmstedt (35) und Osterode am Harz (20) am sichersten unterwegs sind. Im Landkreis Osnabrück (264) ist es wesentlich gefährlicher.
Schuldfrage offen
Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern lässt jedoch keinen Rückschluss auf die Schuldfrage zu. Die Polizei Osnabrück berichtete jüngst, dass an einem Drittel der Unfälle mit Fahrradbeteiligung die Radfahrer schuld seien. Die Nachricht hätte auch heißen können: An zwei Dritteln der Unfälle mit Radfahrern haben die Radler keine Schuld. Genauer: In mehr als der Hälfte der Unfälle (55 Prozent) sind Autofahrer schuld, in sechs Prozent Lkw-Fahrer. Viele Unfälle passieren beim Abbiegen.
Zahlen Land und Bund
Landesweit verhält es sich ähnlich: Von den 7335 Unfällen mit Verletzten und Toten und Fahrradbeteiligung (innerorts) waren die Radfahrer in 34 Prozent der Fälle schuld. In 56, 5 Prozent der Fälle waren es Autofahrer. 54 Radfahrer starben 2013 auf Niedersachsens Straßen, 32 davon innerorts. 1215 wurden schwer verletzt, davon 991 innerorts.
Bundesweit sind dem Bundesamt für Statistik zufolge ein Fünftel aller Schwerverletzten und zehn Prozent der Getöteten im Straßenverkehr Radfahrer. Die Zahl der Schwerverletzten nahm seit 1979 um 37, 1 Prozent zu, wohingegen die Zahl der Getöteten im selben Zeitraum von 1357 auf 354 zurückging (- 73, 9 Prozent).

Eine interaktive Karte mit allen Unfallzahlen aus Niedersachsen sowie weitere Statistik-Grafiken finden Sie auf www.noz.de/ rad.
Autor:
yjs


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