User Online: 1 | Timeout: 06:25Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Weltklimarat fordert schnelle Energiewende
Zwischenüberschrift:
Treibhausgase sollen bis 2050 um bis zu 70 Prozent reduziert werden
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Berlin. Die Erderwärmung lässt sich nach Ansicht des Weltklimarats durch eine weltweite Energiewende bremsen. Dafür sollte der Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten drastisch reduziert werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Weltklimarat (IPCC) in seinem am Sonntag in Berlin veröffentlichten Bericht. Das UN-Gremium rief die Staatengemeinschaft zu raschem Handeln auf. Nur so könnten die Kosten für den Umstieg minimiert und der Handlungsspielraum erhöht werden.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärten gemeinsam zum IPCC-Bericht, der Schlüssel für mehr Klimaschutz sei ein grundlegender Umbau der Energieversorgung. Notwendig sei eine " globale Energiewende".
Die IPCC-Experten verlangen grundsätzlich, dass die Länder weniger Kohle, Gas und Öl verbrennen und stattdessen mehr auf erneuerbare Energien setzen. Als alternative Energiequelle schließen die Experten auch Atomstrom nicht aus. Nur wenn die Treibhausgase bis 2050 um 40 bis 70 Prozent gegenüber 2010 reduziert würden, könne eine Erwärmung von mehr als zwei Grad Celsius verhindert werden, heißt es in dem neuen Sachstandsbericht. Nach Angaben des deutschen Klima-Experten und Mitautors Ottmar Edenhofer bedarf es dafür " ganz neuer und breit aufgestellter Technologien, aber auch Atomenergie". Kernkraftwerke könnten nach Meinung der Experten einen " zunehmenden Beitrag" für eine kohlenstoffarme Energieversorgung leisten. Dieser Weg berge jedoch auch Risiken. An dem Bericht arbeiteten 235 sogenannte Leitautoren aus 58 Ländern. Sie rangen tagelang mit Regierungsvertretern um Formulierungen, was nicht zuletzt die Äußerungen zur Atomenergie erklärt. Deutschland hatte nach dem Unglück im japanischen Kernkraftwerk Fuku shima 2011 seinen Atomausstieg beschlossen.
Die Experten fordern, dass die Abholzung von Wäldern verlangsamt, bestenfalls gestoppt wird. Durch Aufforstung könnten Flächen dafür genutzt werden, Kohlendioxid aus der Luft zu ziehen. Aber auch Biomasse und die in Deutschland umstrittene Gewinnung von Schiefergas sehen die Wissenschaftler als Weg zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes. " Es kostet uns die Welt, wenn wir nicht handeln", sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth.
Bildtext:
Petrus berichtet.
Karikatur:
Burkhard Mohr

Kommentar
Blinder Aktionismus hilft nicht weiter

Wenn es um den Klimawandel geht, wird es rasch emotional. Manche Umweltschützer erwecken den Eindruck, dass die Apokalypse naht. Der neue Weltklimabericht hebt sich dagegen wohltuend von allzu panischen Zukunftsvisionen ab. Statt einen Untergang der Erde heraufzubeschwören, lautet die Kernbotschaft der Wissenschaftler: Das Weltklima ist durchaus noch zu retten.

Mit welchen Unsicherheiten die Prognosen weiterhin behaftet sind, zeigt der Bericht selbst auf: Ohne zusätzlichen Klimaschutz soll sich die Luft bis 2100 um 3, 7 bis 4, 8 Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung erwärmen unter Umständen könnten es aber auch 2, 5 bis 7, 8 Grad sein. Interessant: Von 1880 bis 2012 ist die Oberflächentemperatur um 0, 85 Grad gestiegen. Studien belegen zudem, dass seit 15 Jahren die Erwärmung der Welt stockt obwohl der Treibhausgasausstoß in den vergangenen 100 Jahren weltweit drastisch angestiegen ist, allen Klimaschutzaktionen zum Trotz.

Es gibt also noch viele Klima-Rätsel zu lösen. Es wäre aber falsch und fahrlässig, trotz offener Fragen die Warnungen der Wissenschaftler zu ignorieren. Offen ist etwa, ob der Meeresspiegel bis Ende dieses Jahrhunderts um 26 oder 82 Zentimeter steigen wird. Dass Ungemach droht, scheint aber sicher. Deshalb sind heute Gegenmaßnahmen zu treffen, um den Gefahren der Zukunft zu begegnen mit Mut und Umsicht. Blinder Aktionismus hilft da nicht weiter.
Autor:
epd


Anfang der Liste Ende der Liste