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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Platz schaffen für ein neues Modehaus
 
Neues Modehaus eröffnet Anfang 2016
Zwischenüberschrift:
Abbruch in Großer Straße läuft – Osnabrücker Vermögensverwaltung investiert Millionen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Noch bis Mitte Januar müssen sich Geschäfte und Kunden in der Osnabrücker City mit Beeinträchtigungen durch den Abriss von drei Häusern abfinden. Danach ist monatelanger Baulärm zu erwarten. Denn an der Adresse Große Straße 57-60 entsteht ein neues Modehaus, das künftig zwei namhafte Mieter unter ein Dach bringen wird: die Herrenausstatter-Kette Pohland und die Marke Tommy Hilfiger. Laufen die Bauarbeiten nach Plan, ist mit der Eröffnung ihrer 1700 und 350 Quadratmeter großen Läden in den ersten Monaten des Jahres 2016 zu rechnen.
Die Vermögensverwaltungsgesellschaft IBS aus Sutthausen investiert mehrere Millionen Euro in den Neubau gegenüber von L+ T. Prokurist Ronald Michalski hält das Projekt für eine absolute Bereicherung der Innenstadt.

Osnabrück. Bis Mitte Januar sollen alle Vorbereitungen für den Neubau eines Modehauses in der Osnabrücker Fußgängerzone abgeschlossen sein. Zurzeit toben sich an der Adresse Große Straße 57–60 die Abrissbagger aus. Läuft alles nach Plan, eröffnen im Frühjahr 2016 die Herrenausstatter-Kette Pohland und die Marke Tommy Hilfiger hier zwei Läden unter einem Dach.

Bauherr der Doppelboutique ist die IBS Vermögensverwaltung GmbH aus Sutthausen. Sie steckt nach Angaben von Prokurist Ronald Michalski " einen höheren einstelligen Millionenbetrag" in die Errichtung des Geschäftshauses. Für IBS sei es das größte Neubauprojekt. Bislang habe sich die in Familienbesitz befindliche Gesellschaft auf Geldanlagen im Gebäudebestand konzentriert. Zum Portfolio würden etwa Immobilien in Bielefeld und Lingen (Ems) gehören, wo das Osnabrücker Unternehmen als Verpächter in der Mode- und Hotelleriebranche auftritt.

Berge von Schutt

Das Investment am Heimatort beruhe auf " strategischen Überlegungen", sagt Michalski. Die drei Abrisshäuser in bester Lage hätten sich zum Teil seit langer Zeit in der Hand der IBS-Gesellschafter befunden. Nummer 58/ 59 zum Beispiel, in dem vor 60 Jahren das Fischrestaurant Nordsee als Erstmieter eingezogen war und bis zur Schließung Ende September blieb.

Nach mehrwöchiger Entkernung ist der Anfang November begonnene Rückbau ihres früheren Domizils weit fortgeschritten. Auch wenn sich vieles hinter hohen, verkleideten Bauzäunen abspielt und der Baustellenverkehr von Passanten weitgehend unbemerkt über den Kamp rollt: Die Lücke in der Zeile zwischen dm-Drogerie und Schuhriese Reno klafft unübersehbar. Ebenso die auf Bergen von Schutt thronenden Baggerungetüme, die mit extra langen Auslegern und Werkzeugen die mehrstöckigen Gebäude auseinandernehmen.

Ist das gut 900 Quadratmeter große Grundstück freigeräumt, werde es nötig, angrenzende Häuser mit Unterfangungen gegen Wegrutschen zu sichern. Ende Januar sollen dann Fundamente gelegt werden, sodass der Rohbau bis Ende August stehen könnte. Mit dem Verkaufsstart sei im Frühjahr 2016 zu rechnen.

Belebende Konkurrenz

Auf drei Etagen fordert IBS mit seinen Mietern Pohland (das erst im September eine Filiale in Münster eröffnete) und Tommy Hilfiger dann den Platzhirsch heraus. Die Idee, ausgerechnet gegenüber von L+ T einem der größten Modehäuser Norddeutschlands ein weiteres Bekleidungsgeschäft zu bauen, sei ebenso reizvoll wie erfolgversprechend, so der Investorenvertreter. " Das Haus wird eine Top-Bereicherung für Osnabrück! Konkurrenz belebt das Geschäft." Letztlich würden alle profitieren, glaubt Ronald Michalski. Auch der Arbeitsmarkt, erst recht die Kunden.

Nach Auskunft des Architekten Kuno van Häfen vom Büro Wannenmacher & Möller in Bielefeld stehen in dem neuen Kaufhaus über 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Tommy Hilfiger wird sich auf 350 Quadratmetern im Erdgeschoss ausbreiten, Pohland auf 1700 Quadratmetern über drei Etagen. Im vierten Stock ist Platz für Verwaltung, Sozialräume und Toiletten. Rechts und links im Gebäude sind Treppenhäuser und Aufzüge vorgesehen, in der Mitte kreuzen sich Rolltreppen.

Bei der Frontfassaden-Gestaltung legten die Planer Wert auf einen schachbrettartigen Wechsel von Wandscheiben aus Naturstein und bodentiefen Schaufenstern, die auf jeder Etage nach außen immer breiter werden. Selbst die Dachgauben greifen dieses Muster auf. Auffällig sind die tiefen, schrägen Laibungen.

Um das Haus nicht wie einen Fremdkörper wirken zu lassen, wurden bewusst Elemente aufgegriffen, die sich in ähnlicher Form an anderer Stelle der Innenstadt wiederfinden. Van Häfen: " Wir haben neu interpretiert, was in Osnabrück vorkommt."

Weitere Fotos von der Baustelle im Internet auf www.noz.de/ os

Wer kommt, wer geht: Neues aus der Osnabrücker Geschäftswelt auf

www.noz.de/ dastutsich
Bildtexte:

Seit Anfang November werden die drei alten Häuser an der Adresse Große Straße 57–60 abgerissen. Die riesige Lücke in der Zeile zwischen dm-Drogerie und Schuhgeschäft Reno ist unübersehbar.
So soll das Modehaus in der Großen Straße einmal aussehen.
Foto:
Gert Westdörp, Wannenmacher & Möller

Kommentar
Wer es braucht

An der Notwendigkeit eines weiteren Modehauses in der Osnabrücker City mag es berechtigte Zweifel geben. Aber was ist in einer Konsumwelt schon verzichtbar? Letztlich regelt der Markt die Angelegenheit selbst nach dem altbewährten Prinzip von Angebot und Nachfrage. Geht das Sortiment am Bedarf vorbei, stimmen Preis und Qualität der Ware nicht überein oder lässt die Beratung zu wünschen übrig, bleibt der Kunde fern. Ende!

Beruhigen wird die Kritiker eines mutmaßlichen Überangebots an Bekleidungsgeschäften in bester Lage, dass das Risiko für ein Scheitern allein der Investor und seine Mieter tragen. Doch gerade Pohland und Tommy Hilfiger sind keine kleinen Fische, die das Schwimmen erst lernen müssen. Der Verbraucher kann also nur gewinnen: mehr Auswahl gleich mehr Vorteile beim Einkauf. Aber auch Jobsuchende dürften sich über die Neuansiedlung freuen.

Möglich, dass der so entfachte Wettbewerb manchen Teilnehmer verdrängt. Gleichwohl sollten die Stadt, ihre Bürger und Besucher derlei unternehmerischen Mut als Kompliment verstehen. Wer nicht an den Erfolg am Standort Osnabrück glaubt, der lässt sich gar nicht erst hier nieder.
Autor:
Sebastian Stricker


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