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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Verkehr als dienende Funktion
Zwischenüberschrift:
Nahverkehr unter Berücksichtigung der sozialen Seite - Um die Erhaltung der Wälle
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

Im Rahmen einer Besprechung mit Bausenator Cromme sowie leitenden Männern der Bauverwaltung wurden die seitens der Bürgerschaft in zahlreichen Zuschriften dargestellten Gesichtspunkte zur Frage der Regelung des Nahverkehrs wie zum Problem der Erhaltung des Stadtbildes erörtert. Dabei nahm Senator Cromme Gelegenheit, das Problem des Verkehrs als dienende Funktion in der Gesamtheit des Städtebaues zu definieren. Damit sollte das verkehrliche Anliegen sicherlich nicht verkleinert, aber doch herausgestellt werden, daß es eben eine Funktion im ganzen ist, so sehr ihm besondere Bedeutung in Osnabrück zukommen mag.

Es wurde ferner über die Wahl der künftigen Nahverkehrsmittel gesprochen, ......................

Die Erhaltung des Stadtbildes in seinen wesentlichen Beständen auch im Rahmen der Verkehrserneuerung und speziell in näherer Zukunft bei den Verbreiterungsarbeiten am inneren Ring gab Veranlassung, auf eine ganze Reihe städtischerseits durchgeführter Arbeiten hinzuweisen, die im Laufe der letzten Jahre der Erhaltung des Stadtbildes und dem Denkmalschutz gedient haben. Es wurden dabei die Ausbesserung des Barenturms, die Neudedachung des Bürgergehorsams und die Herrichtung des Bucksturms als Museum genannt. Auch der sperrige Turm an der Johannismauer, dessen Erhaltung erhebliche Schwierigkeiten bereitet hat, wurde erwähnt. Senator Cromme bekannte sich nachdrücklich zur Erhaltung der Anlagen und des noch vorhandenen geschichtlich gewachsenen Bestandes im Rahmen der Verkehrserneuerung. Er betonte besonders, daß man überall dort, wo Eingriffe geschehen müßten, für neue Anlagen sorgen werde. Wenn sich die Entfernung von Bäumen notwendig erweise, werde man auf die Anpflanzung neuer Bäume in weitaus größerer Zahl bedacht sein. Im Stadtzusammenhang wäre sorgfältig zu überlegen, ob man einen großen und gesunden Baum unbedingt fällen muß! Selbst wenn man für ihn 50 neue Bäume pflanzt, sind diese für die nächsten 10 Jahre (was das Stadtbild angeht) kein Ersatz dafür.

- Der Senator stellte als notwendig heraus, den inneren Ring auf jeden Fall vierspurig durchzuführen, was bisher am Petersburger Wall und an der Bruchstraße noch nicht geschehen sei.
- Wesentlich war die Feststellung, daß nicht daran gedacht sei, Änderungen am Heger Tor als Bauwerk vorzunehmen, daß man vielmehr einen sehr brauchbaren Plan habe, ein neues Haus dort neben dem Heger Tor entstehen zu lassen, wo die bisherigen Ruinen abgeräumt wurden.

Die Anlage zwischen der Kleinen Post und dem Museum soll zum Teil in Fortfall gelangen; etwa die Hälfte des Rondells soll der Straße zugeschlagen werden. Es wird aber eine neue Anlage mit Bänken geschaffen, durch die dann kein Weg mehr führen wird.

Allerdings war man von der Richtigkeit der Maßnahme überzeugt, das Wallstück von der Rehmstraße bis zum Schnatgang zugunsten einer 14 Meter breiten Fahrbahn zu beseitigen und dafür auf den verbreiterten Seitenstreifen neue Bäume anzupflanzen. Auch blieb die Frage offen, ab man an der Martinistraße mit der Doppelkreuzung auskommen könne oder sie zu einer einfachen Kreuzung umwandeln müsse. (Dies würde den Fortfall des Wallstückes von der Martinistraße bis zur Katharinenstraße zusätzlich bedeuten.) Hinsichtlich des Wallstückes vor der Mädchenoberschule wurde der Plan angedeutet, die vor der Schule gelegene Fahrbahn möglicherweise mehr zur Seite der Stadt hin zu verlegen, um vor der Schule ein breiteres Vorgelände zu schaffen, das dann wieder mit Bäumen bepflanzt werden solle.

- Man konnte als Beruhigung aus dieser Aussprache den Eindruck mit fortnehmen, daß der Leiter der Bauverwaltung um die Erhaltung wesentlicher Stadtsubstanz bemüht ist und sicher auch alles tun wird, in der Praxis danach zu handeln.

Es zeigte sich aber auch, daß nicht ganz zu Unrecht von einem " Aufrollen der Wälle" an dieser Stelle gesprochen worden ist, wenn man nämlich zu der Überzeugung gelangt, nicht auf eine einfache Kreuzung Martinistraße und Wall verzichten zu können, so würde das eben doch den Fortfall der Wallanlagen von der Rehmstraße bis zum Schnatgang und vom Schnatgang bis zur Katharinenstraße bedeuten. Die Verbreiterung des Vorgeländes vor der Mädchenoberschule mit neuer Baumbepflanzung würde nicht darüber hinwegtäuschen können, daß man die Struktur der Wallanlagen aufgegeben hätte.
Es wurde auch darauf hingewiesen, daß die Veröffentlichung von Zuschriften und Artikeln, die Warnungen vor der Aufgabe einer tausendjährigen Stadtgestalt dazu beigetragen hätten, Stadtbild, Baumschmuck und Anlagen sorgfältiger zu überprüfen, als es sonst vielleicht im Getriebe der technischen Überlegungen geschehen wäre. Das ist erfreulich und zukunftsversprechend. Der Sache kann ja nur dienlich sein, wenn Bürgerschaft und Bauverwaltung durch den Mund der Zeitung in engem Kontakt stehen.


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