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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gabriel, das Gas und die Alternativen
Zwischenüberschrift:
Lebhafte Debatte nach Energieforum in Osnabrück – Scharfe Kritik der Grünen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Gibt es Möglichkeiten, Gasimporte aus Russland zu ersetzen? Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel sieht auf die Schnelle " keine vernünftige Alternative". Die Grünen quittierten diese Einschätzung mit scharfer Kritik. Medien wie die " Bild"- Zeitung betonten Differenzen innerhalb der Koalition.

Gabriel hatte mit Blick auf die Krim-Krise vor " Panikmache" gewarnt. Auf einem Energieforum unserer Zeitung kritisierte der SPD-Chef zugleich, in der Debatte über die deutsche Energieversorgung und Gasimporte aus Russland werde so getan, als bestünden andere Möglichkeiten. Dies sei nicht richtig.

Kritik kam von den Grünen: " Wenn Herr Gabriel keine vernünftigen Alternativen zu russischen Erdgasimporten sieht, dann macht er sich mitverantwortlich für weitere Abhängigkeit", sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

Der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin betonte: " Wenn Minister Gabriel nichts mehr einfällt, als sich in das energiepolitische Abhängigkeitsschicksal von Russland zu ergeben, ist das als Arbeitsverweigerung des Ministers zu werten."

" Energie-Krieg"

Nach den Worten von Trittin gibt es eine Reihe von Alternativen zu russischen Gas- und Ölimporten. Er forderte, die Energieeffizienz zu erhöhen, die Gebäudedämmung voranzubringen, den Ölverbrauch zu drosseln und erneuerbare Energien konsequent auszubauen, " statt sie, wie es die Bundesregierung plant, auszubremsen".

" Energie-Krieg zwischen der Kanzlerin und Sigmar Gabriel", titelte derweil die " Bild"- Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Tatsächlich hatte Merkel in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass es sinnvoll sein könne, mehr Energie aus Norwegen oder den USA zu beziehen. In diesem Zusammenhang erwähnte sie auch die Möglichkeit, in Wilhelmshaven ein Hafenterminal für die Entladung von Flüssiggastankern zu bauen.

Am Donnerstag hatte Merkel angekündigt, es werde eine neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik geben. Es gebe eine sehr hohe Abhängigkeit von russischem Öl und Gas. Nach einem Gespräch mit Kanadas Premier Stephen Harper betonte die Kanzlerin zugleich aber auch, zum Rohstoffhandel gehöre eine bestimmte Infrastruktur: " Die ist im Augenblick an vielen Stellen noch nicht so da, wie wir das brauchen könnten." Harper signalisierte, Kanada könne Europa künftig mit Öl und Gas beliefern. Russland deckt etwa ein Drittel des deutschen Gas- und Ölbedarfs.
Bildtext:
Im Blickpunkt vieler Diskussionen: Russland und seine Pipelines Richtung Westen.
Foto:
Imago

Kommentar
Wenn′s ums Geld geht

Nur keine Panik. Diese Botschaft von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel kann man nur unterstreichen. Tatsächlich besteht aktuell kein Anlass, an der Sicherheit der deutschen Energieversorgung zu zweifeln.

Russland steht wegen der völkerrechtlich umstrittenen Annexion der Krim zwar zu Recht in der Kritik. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Russen nun auch am Gashahn drehen: Selbst während schwerer internationaler Krisen konnte Deutschland bislang immer sicher sein, Energie aus dem Osten zu bekommen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Gelassenheit, mit der Top-Manager wie Siemens-Chef Joe Kaeser agieren. Er trifft sich mit Kremlchef Wladimir Putin und verweist darauf, dass Siemens schon seit 160 Jahren in Russland tätig sei. Soll heißen: Jenseits aller aktuellen Aufregung gibt es langfristige Interessen. Und letztlich hängt alles am Geld und am Geschäft.

Das gilt unverändert für alle Seiten. Der Westen benötigt Energie aus dem Osten, Russland Investitionen und Technologie aus dem Westen. Kurzfristig lässt sich an dieser gegenseitigen Abhängigkeit nichts ändern. Da hat Gabriel völlig recht. Mittel- und langfristig gibt es aber schon Möglichkeiten, unabhängiger vom Ausland zu werden, etwa durch sparsamen Umgang mit Öl, Gas und Strom sowie die Förderung alternativer Energien. Das ist im Übrigen auch angesichts des Klimawandels ohne Alternativen.
Autor:
Beate Tenfelde, Uwe Westdörp


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