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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nistkästen – eine Wissenschaft für sich
Zwischenüberschrift:
Bruthöhlen bieten Jungvögeln Schutz – Ornithologe: Vogelschutz von vorgestern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit Einkehr des Frühlings kehren auch die Vögel zurück. Wo ihre Lebensräume knapper würden, könne der Mensch nachhelfen, sagt Andreas Schipper vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Osnabrück mit Nistkästen. Unumstritten sind sie aber nicht.
Wann und wo aufhängen? Nistkästen sind im Februar oder März anzubringen, also zu Beginn der Brutzeit, sagt Schipper. Damit Nistkästen nicht leer bleiben, ist der Ort entscheidend. " Nistkästen sollten nicht in der prallen Sonne hängen", sagt Schipper. Sie würden sich sonst zu sehr erhitzen. Da Wind und Regen zumeist aus dem Westen oder Nordwesten kommen, sollte das Einflugloch in Richtung Osten oder Südosten zeigen und vor Regen geschützt sein. Nicht zuletzt ist es unerlässlich, Nistkästen an für Katzen und Marder unzugänglichen Orten wie Hauswänden und Dachvorsprüngen in mindestens zwei bis drei Meter Höhe anzubringen. An Bäumen können Manschetten aus Plastik oder Blech verhindern, dass sich Katzen den Bruthöhlen nähern.
Wie selbst bauen? Beim Bau eines Kasten sollte das Holz unbehandelt und ungehobelt sein, sagt Schipper. An rauem Holz könnten sich Vögel besser festklammern. Der Experte empfiehlt Fichte oder Tanne zum Bau. Eiche und Lärche eignen sich ebenfalls und sind beständiger. Sperrholz eigne sich nicht, da es aufquelle. Größe des Kastens und Einfluglochs variieren je nach Vogelart hier helfen das Internet und Umweltorganisationen wie BUND und NABU weiter. Zum Schutz der Kästen vor Feuchtigkeit und Pilzbefall schützen Leinöl und umweltfreundliche Farben. Der BUND Osnabrück versieht seine selbst gebauten Nistkästen mit einem Wetterschutzgel.
Wann und wie reinigen? Nach Ende der Brutsaison sollten Nistkästen gereinigt werden, um sie vor etwa Flöhen und Milben zu befreien. " Wir machen das erst im Februar", sagt Schipper. So könne der Nistkasten von Herbst bis Frühjahr noch als Übernachtungsmöglichkeit für Vögel dienen. In der Regel reicht es, das alte Nest zu entfernen und den Kasten bei starker Verschmutzung auszubürsten und mit einem Spachtel von Dreck zu befreien. Bei starkem Parasitenbefall könne es helfen, den Kasten kurz mit einem Bunsenbrenner zu bearbeiten, sagt Schipper.
Die Reinigungsarbeit sollte im Freien und mit Handschuhen erfolgen, da etwa Vogelflöhe auf den Menschen überspringen können. " Wichtig ist, nicht mit Chemie heranzugehen", sagt Schipper. Bleibt die Reinigung aus, können Jungvögel darin erkranken.
Schutz von vorgestern? Das Aufhängen von Nistkästen ist nicht unumstritten. " Das ist Vogelschutz von vorgestern", sagt der Osnabrücker Ornithologe Gerhard Kooiker. Der promovierte Experte veröffentlichte Bücher wie " Der Kiebitz", " Die Elster", " Tiere in Osnabrück" und " Die Gastvögel von Osnabrück und Umgebung".
Kooiker meint, Nistkästen nähmen im Garten keine Funktion mehr ein. " Zu 95 Prozent werden damit nur Kohl- und Blaumeisen gefördert die haben wir doch schon in Hülle und Fülle", sagt Kooiker. Er plädiert dafür, alte Bäume stehen zu lassen, anstatt Nistkästen aufzubauen. Auch habe die intensive Landwirtschaft Lebensräume für Vögel zerstört, etwa Feuchtwiesen. " Wo Schutz vonnöten ist, da kommen wir nicht gegen an", sagt das NABU-Mitglied zur intensiven Landwirtschaft. " Wer einen Nistkasten aufhängen möchte, soll das tun in Osnabrück schützt er letztlich keine Vögel damit", sagt Kooiker.
Anleitungen zum Bau von Nistkästen gibt es zahlreich im Internet, etwa auf www.nabu.de.
Veröffentlichen Sie eigene Garten-Beiträge und Fotos auf www.noz.de/ querbeet. Die Redaktion wählt daraus für die Serie " Leserfoto der Woche" in Ihrer Tageszeitung aus.
Autor:
yjs


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