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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wohnheim direkt neben dem Campus
 
Ein Wohnheim direkt neben dem Campus
Zwischenüberschrift:
Stadt soll Wiese an der Sedanstraße verkaufen – Grüne und SPD stellen Ratsantrag
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Fraktionsgeschäftsführer der SPD und der Grünen im Stadtrat, Frank Henning und Michael Hagedorn, präsentierten einen Rats antrag, mit dem sie die Verwaltung auffordern, ein Grundstück an der Sedan straße an das Studentenwerk zu verkaufen, das an dieser Stelle ein Studentenwohnheim mit 60 Plätzen errichten will.

Osnabrück. Gestern nun war es offiziell so weit: Die Fraktionschefs von SPD und Grünen im Stadtrat stellten ihren Antrag für die Ratssitzung am kommenden Dienstag vor, mit dem sie die Verwaltung beauftragen, ein städtisches Grundstück an das Studentenwerk zwecks Errichtung günstigen Wohnraums für den akademischen Nachwuchs zu verkaufen.

So sehen Sieger aus: Mit strahlenden Gesichtern und einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen präsentierten Frank Henning und Michael Hagedorn ihren Antrag, der im Wesentlichen vorsieht, das Grundstück an der Ecke Sedanstraße/ Friedrich-Janssen-Straße mit einer Größe von 2800 Quadratmetern zu einem Preis von 120 Euro pro Quadratmeter zu verkaufen. Die Stadt soll sich für den Fall eines Weiterverkaufs durch den Käufer, das Studentenwerk, das Vorkaufsrecht sichern. (Hagedorn: " Wir haben aus den Fehlern am Güterbahnhof gelernt.") Und das Gebäude mit 60 bis 70 Plätzen soll als Passivhaus gebaut werden.

" Wir wollen mit dem Verkauf einen kommunalen Beitrag zur Schaffung studentischen Wohnraums schaffen", so Henning. 120 Euro pro Quadratmeter seien ein fairer Preis, bei dem die Stadt keine Verluste mache und das Studentenwerk günstig ein Grundstück erwerbe. Die Auswirkungen auf den angespannten Wohnungsmarkt seien zwar sicherlich nur bescheiden, so Hagedorn, aber es sei ein Schritt zur Erfüllung des Wahlversprechens von SPD und Grünen, in Osnabrück bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Letztendlich sei es ja egal, wer denn nun wann die Idee zur Veräußerung dieses Grundstück gehabt habe, so Hagedorn. Einen kleinen Seitenhieb auf Oberbürgermeister Wolfgang Griesert konnte er sich aber dennoch nicht verkneifen. " Ausbremsen kann man nur jemanden, der auch in Bewegung ist", so der Grünen-Politiker mit Blick auf einen Bericht in unserer Zeitung zum Thema " Studentenwohnheim". Das Vorgehen in dieser Sache sei in der Tat " ein bisschen ungewöhnlich" gewesen, räumt Hagedorn ein. " Wenn am Ende dann aber alle zustimmen, ist doch alles gut", so Henning und Hagedorn.
Bildtext:
Diese Wiese an der Sedanstraße soll nach Willen von SPD und Grünen demnächst ein Studentenwohnheim zieren.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Max und Moritz aus dem Rat

Wie Max und Moritz haben sich die beiden Spitzbuben Michael Hagedorn und Frank Henning über ihren Grundstücks coup gefreut. Und das wohl auch nicht zu Unrecht. Sie haben die gesamte Verwaltung am grün-roten Nasenring durch die Arena geführt, indem sie einen im weitesten Sinne unterschriftsreifen Vertrag über ein Grundstück am Fuße des Westerbergs präsentieren. Am Dienstag im Rat gegen den Antrag der Zählgemeinschaft zu stimmen dürfte für die anderen Parteien unmöglich sein, wenn sie sich nicht verdächtig machen wollen, kein Interesse an günstigen Wohnraum in Osnabrück zu haben.

Und noch eines ist Henning und Hagedorn trefflich gelungen: Sie haben Lücken und Defizite in der Verwaltungsspitze aufgedeckt, die schmerzlich sind. Dass der CDU-Oberbürgermeister sich ein Thema, das ihm laut eigener Aussage im Wahlkampf sehr am Herzen liegt, so aus der Hand nehmen lässt, ist sträflich. Sicherlich zählt das Ergebnis, aber auch ein Wolfgang Griesert wird an seinen Erfolgen gemessen werden. Die Studentenwohnungen hat aber nun nicht er gefördert. Dieser Punkt geht eindeutig an SPD und Grüne.

Und noch etwas lässt bei näherem Hinsehen stutzig werden: Wenn der Stadtbaurat allerspätestens seit Juni von dem Projekt wusste, warum wurde es dann nicht in der Verwaltungsspitze thematisiert? Schließlich geht es hier nicht um Peanuts, sondern um ein 2800 Quadratmeter großes Grundstück in bester Lage. Hat Frank Otte nichts gesagt, oder hat der Oberbürgermeister nicht reagiert?

Wie auch immer es knirscht im Getriebe des Verwaltungsvorstands. Jetzt ist der OB gefragt, die Geschicke in die Hand zu nehmen, bevor die Ratsmehrheit ihr Vorgehen in Sachen Studentenwohnungen zum Prinzip erhebt. Dann könnte Wolfgang Griesert schnell zur Witwe Bolte in diesem Schelmenstück werden.
Autor:
Dietmar Kröger


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