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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Radler-Demo auf der Gluckstraße
Zwischenüberschrift:
Für Bau der West-Straße – Plakat-Duell im Musikantenviertel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 53 Radler rollen gemütlich im Pulk über die Gluckstraße und ziehen eine Schlange von 32 Autos hinter sich her: Befürworter der Entlastungsstraße West haben am Freitagnachmittag den Verkehr auf der " heimlichen Westumgehung" für ein paar Minuten entschleunigt.

" Ist das ruhig, man kann sogar die Vögel wieder hören", ruft ein Radler, der in der Spitzengruppe dem Polizeifahrzeug Richtung Mozartstraße folgt. Für eine gute halbe Stunde erlauben sich die radelnden Demonstranten, den Verkehrsstrom vor ihren Häusern auszubremsen.

Johannes Lohmöller, Anwohner der Gluckstraße, hatte zu der Kundgebung aufgerufen, um auf die Situation in der stark belasteten Straße aufmerksam zu machen und der Forderung nach Bau der Entlastungsstraße Nachdruck zu verleihen. Die Osnabrücker entscheiden am 25. Mai in einer Bürgerbefragung über den Bau der Straße.

Lohmöller verteilte vor der Abfahrt Schilder mit der Aufschrift " Free Willi" mit Anspielung auf den Namensgeber der Straße, den Komponisten Willibald Gluck (1714– 1787). " Der würde sich im Grab herumdrehen, wenn er wüsste, was auf seiner Straße los ist", sagte Lohmöller.

Am Freitag ist an dieser Straße auch ein kleines Plakat-Duell los. An fünf Häusern prangen seit dem Morgen Transparente " Entlastungsstraße jetzt!", darunter auch Häuser an der Ecke Liszthof/ Gluckstraße. 50 Meter weiter das Gegenmodell: Barbara und Joachim Kleine rüschkamp haben " Stopp Westumgehung" auf eine Platte gepinselt und am Ende des Liszthofes prominent ausgestellt. In diesem Quartier treffen die gegensätzlichen Interessen aufeinander.

" Ja", sagt Johannes Lohmöller von der Gluckstraße, " es gibt in der Nachbarschaft schon mal heftigere Diskussionen, aber ich versuche, dem mit einem Lächeln zu begegnen." 80 Kinder leben nach seinen Angaben im Musikantenviertel, dem ehemals britischen Quartier. " Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem SUV zur Schule, weil die Gluckstraße zu gefährlich ist. Und trotzdem sind sie gegen die neue Straße."

An der Demo nahmen auch Paul Meimberg (SPD) und Katharina Pötter (CDU) teil. Deren Fraktionen hatten diese Woche einen Verein " Entlastungsstraße West Jetzt!" gegründet. Vereinsmitvorsitzender Fritz Brickwedde widersprach am Freitag in einer Mitteilung Äußerungen der Grünen und FDP, wonach die neue Straße zusätzliche Lärm- und Abgasbelastungen bringen werde. " Auf der heimlichen Westumgehung fahren zurzeit 10 000 Fahrzeuge im Abstand von drei bis fünf Metern zu den Häusern ohne Lärmschutz. Auf der Entlastungsstraße werden es zwar 13 000 bis 16 000 Fahrzeuge sein, aber in deutlichem Abstand zur Wohnbebauung und mit bestem Lärmschutz versehen", erklärte Brickwedde. Außerdem würden 15 Straßen im Osnabrücker Stadtgebiet deutlich vom Verkehr entlastet.
Bildtexte:
Radler-Demo für die Entlastungsstraße West auf der Gluckstraße
Plakat-Wand an der Gluckstraße: Anwohner werben für die neue Straße.
Spontane Gegen-Demo: Barbara, Joachim, Niklas Kleinerüschkamp.
Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
Wilfried Hinrichs


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