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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ministerpräsident packt am Piesberg mit an
 
Der Praktikant aus der Staatskanzlei
Zwischenüberschrift:
Stephan Weil sortiert Abfall der Osnabrücker – FDP wittert Steuergeldverschwendung
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Hätten Sie ihn erkannt? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, rechts) hat am Montag im Osnabrücker Abfallwirtschaftszentrum am Piesberg mit angepackt. Gemeinsam mit Lehrmeister Matthias Schulz wuchtete er gut drei Stunden etwa ausrangierte Kühlschränke in Abfallcontainer. In unregelmäßigen Abständen greift Weil Niedersachsen in unterschiedlichsten Berufen unter die Arme um einen Eindruck zu bekommen, wie es außerhalb der Staatskanzlei in Hannover zugehe, sagt er selbst. Am Abend war der Ministerpräsident dann wieder ganz Politiker und nahm an einer Podiumsdiskussion teil.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück. Ein Mann packt an: Ministerpräsident Stephan Weil hat am Montagnachmittag den Anzug gegen die Arbeitskleidung der Müllwerker des Osnabrücker Abfallwirtschaftszentrums Piesberg getauscht und für mehrere Stunden den Abfall der Osnabrücker sortiert. Die Opposition betrachtet die Aktion naserümpfend aus dem fernen Hannover.
" Arbeit und Dialog" hat die Staatskanzlei die Reihe getauft, bei der Landesvater Weil in losen Abständen quer durch sein Zuständigkeitsgebiet reist und ganz normalen Niedersachsen bei der Arbeit unter die Arme greift. Im Anschluss findet stets eine Podiumsdiskussion statt.
" Jedes Mal bin ich ein bisschen schlauer nach Hause gefahren", betonte er am Montag in Osnabrück. Hier durfte er unter anderem Matthias Schulz beim Tragen von Kühlschränken helfen. Drei Stunden hatte der Ministerpräsident dafür im Terminkalender reserviert.
Osnabrück war die vierte Station auf der Tour. Zuvor hatte Weil beispielsweise Wurst im ostfriesischen Norden produziert. Weitere Termine sind unter anderen das Aufnahmelager in Braunschweig. " Wenn ich nicht aufpasse", begründete der Ministerpräsident seine Praktikantentätigkeit, " dann werde ich von offiziellen Terminen und Lobbyisten umzingelt." Er wolle raus aus der Staatskanzlei und " einen Eindruck bekommen, wie es konkret vor Ort ausschaut".
Die Opposition im Landtag ist naturgemäß weniger begeistert von der Aktion als der Ministerpräsident. Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Jörg Bode beispielsweise wirft Weil vor, " nur schöne Bilder" produzieren zu wollen. Bode bezweifle, dass der Ministerpräsident " große Erkenntnisse für seine Arbeit erlangt".
Der FDP-Mann verweist auf die Kosten, die die Landesregierung pro Termin zwischen 2000 und 5000 Euro taxiert. " Nur damit der Ministerpräsident nett in die Kamera lächelt, muss der Bürger den Geldbeutel aufhalten."
Ganz genau hingeschaut hatte die CDU beim Praktikum des SPD-Politikers in Norden. Hier war Weil beim Wurstmachen abgelichtet worden an seiner Hand die Armbanduhr, die er nicht abgenommen hatte. CDU-Landtagsabgeordnete Anette Schwarz witterte eine Verbrauchergefährdung und stellte eine Anfrage an die Landesregierung. Die betonte aber, vom Praktikanten sei keine Gefahr ausgegangen.
Bildtext:
Das sieht nach Arbeit aus: Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) und Matthias Schulz hieven beim Kurzzeitpraktikum des Politikers Kühlschränke in einen Container.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Dirk Fisser


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