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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Gedächtnis der Stadt
Zwischenüberschrift:
Tag der offenen Tür im Landesarchiv an der Schlossstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Am Samstag hat sich das niedersächsische Landesarchiv Osnabrück der Öffentlichkeit präsentiert und dabei auch Einblicke in Bereiche gewährt, die dem Besucher sonst verwehrt bleiben.

Das Geschichtsbild der Gegenwart speist sich zum großen Teil aus Quellen, die ihr Dasein im Verborgenen fristen: Das Schriftgut vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte, Kartenmaterial oder auch bildliche Darstellungen lagern häufig in Archiven und werden von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Dabei sind sie oft für jeden zugänglich: Um auf die Nutzungsmöglichkeit historischer Archive hinzuweisen, findet bundesweit alle zwei Jahre der " Tag der Archive" statt.

Natürlich ist nicht jedes Archivgut so spektakulär wie die Kaiserurkunde Friedrich Barbarossas aus dem Jahr 1171: Das Schriftstück dokumentiert die Verleihung des " Ius non evocando", eines kaiserlichen Privilegs, das den Osnabrücker Bürgern eine eigene, weitgehend unabhängige Rechtssprechung zubilligte. Die Urkunde gehört sicherlich zu den kostbarsten Stücken, die im niedersächsischen Staatsarchiv an der Schlossstraße eingelagert sind und am Samstag ausnahmsweise der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Über fast zehn Kilometer Bestandsgut verfügt das Osnabrücker Landesarchiv vieles davon sind Personenstandsakten oder rechtliche Dokumente, in der Regel stammen sie aus Behördenbeständen. " Nur knapp fünf Prozent des angezeigten Materials wird von uns aber tatsächlich übernommen", berichtete Archivleiterin Birgit Kehne. Für die Archivare bestehe die Herausforderung bei der Übernahme vor allem in der Einschätzung, unter welchen Fragestellungen künftige Generationen die Geschichte unserer Gegenwart schreiben könnten. " Sie brauchen dafür ebenso historisches Wissen wie ein starkes Gespür für relevante zeitgenössische Entwicklungen."

Neben der Archivierung sei vor allem der Erhalt überlieferten Schriftgutes ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt der Archive, die Schaffung trockener Milieus sei zur Wahrung des Materials unabdingbar. Praktische Einblicke in die Restaurierung angegriffener Schriftstücke oder Urkundensiegel boten sich am Samstag ebenso wie ein Ausblick in die Zukunft des Archivwesens: Wie man elektronische Datenbanken archivieren könne, sei eine Fragestellung, die das Archivwesen derzeit ebenso stark beschäftige wie die elektronische Aufbereitung der vorhandenen Bestände, erzählte Kehne. Derzeit befänden sich bereits erste Bestandsauszüge online, weitere sollen folgen. Wer darauf nicht warten könne, dürfe gerne jederzeit persönlich im Archiv an der Schlossstraße vorbeischauen. " Grundsätzlich können sich Interessierte mit einer Suchanfrage jederzeit an uns wenden und im Lesesaal Einblick in entsprechendes Material erhalten."
Bildtext:
Die Archiv-Chefin Dr. Birgit Kehne führte die Besucher auch in Bereiche des Landesarchivs, die normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.
Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Markus Pöhlking


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