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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neues Rückgrat für Campus in Haste
Zwischenüberschrift:
Holländische Architekten entwickeln Masterplan für Campus-Erweiterung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Wallenhorst. Auf dem Westerberg wird bereits seit Jahren kräftig gebaut und wenn es nach der Leitung der Hochschule Osnabrück geht, sollen auch am Standort Haste bald die Bagger anrücken. Noch fehlt das Geld, doch der Masterplan für einen generalüberholten Lernort steht bereits.

Bei dem Begriff " zoniertes Rückgrat" denken die meisten vermutlich an einen Fall für den Orthopäden. Tatsächlich stammt der Ausdruck von den beiden holländischen Architekten Frans Boots und Henk Döll. Mit ihrem Entwurf für einen neuen Hochschul-Campus in Haste haben sie die Jury überzeugt und sich in einem Workshop gegen vier andere Teams durchgesetzt.

Das " zonierte Rückgrat" ist der Kern des Sieger-Entwurfs. Darin heißt es, momentan werde die Identität des Hochschulstandorts Haste noch stark durch seine Aufteilung in zwei Teile geprägt. Gemeint sind einerseits der Campus, der zwischen Oldenburger Landstraße und der Straße Am Krümpel liegt, und andererseits der landwirtschaftliche Versuchsbetrieb Waldhof, der bereits zur Gemeinde Wallenhorst gehört. Diese beiden Standorte sollen nach Vorstellung der holländischen Architekten baulich miteinander verbunden werden.

In ihrem Plan teilen sie das Gebiet in acht flexibel nutzbare Zonen auf. Zwischen dem Campus im Süden und dem Waldhof im Norden planen sie unter anderem einen Naschgarten, landwirtschaftliche Versuchsfelder und Obstwiesen. Eine weitere Zone ist der seit 2012 genutzte Standort " Schmied im Hone". In der schematischen Darstellung der acht Zonen entsteht ein Bild, das tatsächlich wie eine Wirbelsäule anmutet und eben deshalb die nach Kreuzschmerzen klingende Bezeichnung " zoniertes Rückgrat" bekommen hat.

" Der Entwurf konnte vor allem deshalb überzeugen, weil er nur behutsam in die vorhandene Infrastruktur eingreift", sagt Arno Kröger, Leiter des Gebäudemanagements der Hochschule. Kröger selbst wünscht sich vor allem, dass der südliche Campus von der Oldenburger Landstraße aus endlich als Hochschulstandort erkennbar wird. " Wir zeigen uns da gar nicht richtig!"

Bislang wird der Besucher hier von alten Gewächshäusern begrüßt. Nach den Vorstellungen der holländischen Planer sollen die verschwinden und im hinteren Teil des Geländes neu gebaut werden. Auf dem beschrifteten Plan findet sich dort die Bezeichnung " Venlo-Gewächshaus". Die Befürchtung, dass der Hochschul-Standort Haste niederlandisiert werden soll, kann entkräftet werden: Das " Venlo-Gewächshaus" ist schlicht der am weitesten verbreitete Gewächshaustyp.

Einen typisch holländischen Vorschlag hat Arno Kröger im Masterplan trotzdem entdeckt, denn in einem Entwurf empfangen eine Brücke und ein Wasserlauf den Besucher des Campus an der Oldenburger Landstraße. " Das sind eben die Holländer, wenn die über Wasser fahren, dann fühlen sie sich zu Hause", sagt Kröger mit einem Lachen.

Absolute Priorität für den runderneuerten Hochschulstandort Haste hat ein Hörsaalgebäude auf dem Waldhof. Insgesamt sollen dort vier Neubauten entstehen. Notwendig sind die neuen Gebäude vor allem deshalb, weil der Waldhof in Zukunft auch ein Lernort für die konventionelle Landwirtschaft sein wird. Bislang ist hier nur der ökologische Landbau vertreten.

Die nötige Fläche für die Neubauten ist vorhanden. Vor Kurzem hat die Hochschule einem Bauern ein Stück angrenzendes Land abgekauft. Bevor am Waldhof die Bagger anrücken können, muss allerdings noch die Gemeinde Wallenhorst zustimmen.

Wann der neue Lernort Gestalt annimmt, steht derweil noch in den Sternen. Der Finanzbedarf, den die Hochschule beim Land Niedersachsen angemeldet hat, beläuft sich auf rund 13, 5 Millionen Euro. " Ich würde mich natürlich freuen, wenn das Geld nächstes Jahr kommt", sagt Arno Kröger. " Aber ich fürchte, bis der Masterplan vollständig umgesetzt ist, wird es noch fünf bis zehn Jahre dauern."
Bildtext:
Nur eine Zukunftsvision der Architekten, aber so könnte der Südcampus in Haste künftig aussehen. Unter anderem soll die Hochschule an der Oldenburger Landstraße (die Straßen sind grau eingezeichnet) einen repräsentativen Eingang bekommen. Ob dafür wirklich ein kleiner Aussichtsturm gebaut wird, ist genauso wie der Großteil der übrigen Planungen noch völlig offen.
Grafik:
Henk Döll
Autor:
Hendrik Steinkuhl


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