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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wer kennt diese Straße?
Zwischenüberschrift:
Erinnerungen an Brück, Schlösser & Co.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vor 24 Jahren schloss die Maschinenfabrik Brück, Schlösser & Co. ihre Tore. In den Erinnerungen der ehemaligen Mitarbeiter ist sie aber noch sehr lebendig, wie die zahlreichen Rückmeldungen zum Archivfoto der letzten Woche zeigen.
" Meine Mutter hat von ungefähr 1930 bis 1933 im Haushalt der Familie Schlösser gearbeitet", erzählt eine Leserin. Noch heute ist sie von der Großzügigkeit Frau Schlössers beeindruckt, die ihrer Mutter zur Hochzeit das eigene Hochzeitskleid gab.
Edwin Lenz hat bei Brück, Schlösser & Co. 1952 eine Lehre als Dreher angefangen. Gegen 250 Mitbewerber hatte er sich in einer Aufnahmeprüfung durchgesetzt und eine von drei Lehrstellen erhalten. Eine Lehrwerkstatt gab es damals noch nicht, erzählt Lenz. Nach zwei bis drei Monaten in der Firma musste er bereits selbstständig an der Drehbank Eisenbahnräder, drehen. Dabei kam es auf äußerst exakte Arbeit an.
Die Bohrungen mussten auf tausendstel Millimeter genau sein. Die Arbeitsbedingungen waren rau. So gab es bei Fehlern auch schon mal einen Kinnhaken vom Meister, und bei der Arbeit trug Lenz zum Schutz gegen Metallspäne Holzschuhe. Nach seiner Lehre hat Lenz noch zehn Jahre in der Fabrik gearbeitet. Noch heute erinnert er sich gern an seine VDF-Drehbank, an der er sich " wie zu Hause" fühlte. Horst Scheffczyk hat von 1949 bis 1952 das Handwerk des Modellbauers in der Maschinenfabrik gelernt. Er baute nach Zeichnungen Modelle, in denen Maschinenteile gegossen und geformt wurden. Zwei Jahre nach seiner Lehre wurde Horst Scheffczyk Leiter des Modellbaus. Bis zum Konkurs 1989 blieb er der Firma treu.
Horst Rademacher war 36 Jahre lang Betriebsratsvorsitzender bei Brück, Schlösser & Co. Den alten Unternehmer Schlösser beschreibt Rademacher als konservativ und nicht sehr gewerkschaftsfreundlich. Aber er war " zuverlässig, und sein Wort galt." Schlösser ließ sich von den Argumenten der Arbeitnehmervertreter überzeugen und stimmte zum Beispiel Lohn- und Gehaltserhöhungen zu und führte auch eine betriebliche Altersversorgung ein. Der Konkurs im November 1989 kam nach Ansicht Rademachers völlig überraschend. Die Fabrik befand sich gerade in einer Übergangsphase, in der neue Maschinen und Techniken entwickelt wurden. Für Arbeiter und Angestellte handelten Rademacher und die Gewerkschafter einen Sozialplan aus. Die hoch qualifizierten Mitarbeiter haben schnell wieder eine Anstellung gefunden, berichtet Rademacher.
Das neue Archivfoto zeigt eine Straßenkreuzung mit Wohn- und Geschäftshäusern in Osnabrück. Leider ist nicht vermerkt wann und wo die Aufnahme gemacht wurde. Erkennen Sie die Straße und die Läden?
Bildtexte:
Ein wenig verlassen wirken die Straßen und die Geschäfte auf diesem Archivfoto.
Edwin Lenz bei der Arbeit an seiner VDF-Drehbank in der Maschinenfabrik Brück, Schlösser & Co.
Foto:
Archiv/ privat
Autor:
r.


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