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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ausstellung über Karl den Großen
 
Erinnern an Karl den Großen
Zwischenüberschrift:
Ausstellung thematisiert Nutzen des Karolingers für Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Im Diözesanmuseum am Osnabrücker Dom wurde gestern eine neue Sonderausstellung über Karl den Großen eröffnet. Dazu folgten rund 300 Besucher Bischof Franz-Josef Bode zu einem liturgischen Impuls durch den Hohen Dom. Nur mit Kerzen ausgestattet, ging es dabei zu verschiedenen Erinnerungsorten Karls des Großen, so zum Beispiel in die Basilika und zur ältesten Mauer Osnabrücks im Kreuzgang. Am Gedenkort für die Lübecker Märtyrer gedachte man in Fürbitten der Opfer von Gewaltherrschaft. Noch bis in den Oktober dieses Jahres ist die Ausstellung mit edlem Schmuckwerk, gefälschten Schriftstücken und manch Skurrilem rund um den legendären Kaiser zu besichtigen. Hintergrund der Ausstellung ist der Todestag des Karolingers, der sich in diesen Tagen zum 1200. Mal jährt.

Osnabrück. Zum 1200. Todestag von Karl dem Großen hat das Diözesanmuseum am Dom eine Sonderschau zusammengestellt. Bis Ende Oktober dieses Jahres stehen edles Schmuckwerk, gefälschte Schriftstücke und manch Skurriles rund um den legendären Kaiser zur Ansicht.

Eröffnet wurde die Ausstellung im Dom mit Bischof Franz-Josef Bode. In der abgedunkelten Kirche und mit Kerzen ausgestattet, machten sich die 300 Besucher auf den Weg zu sogenannten Erinnerungsorten Karls des Großen in der Basilika, da runter die älteste Mauer Osnabrücks im Kreuzgang. Am Gedenkort für die Lübecker Märtyrer gedachte man in Fürbitten der Opfer von Gewaltherrschaft. Bibeltexte und gregorianischer Gesang rundeten den liturgischen Impuls ab.

" Obwohl Karl Osnabrück wohl nie betreten hat, ist seine Wirkung auf die spätere Stadt und die Bürger bemerkenswert", sagte Hermann Queckenstedt bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Während Münster zum Gründerbischof Liudger historisch echte Quellen aufbiete, gelinge das für Osnabrück und seinen ersten Bischof Wiho nicht. Die Osnabrücker hätten daher Karl den Großen als Gründer von Bistum und Stadt gewählt und instrumentalisiert, so der Diözesanmuseumsleiter.

Stumme Zeitzeugen

Diese Inanspruchnahme war 200 Jahre nach Karls Tod am 28. Januar 814 bereits in vollem Gange. Nachzuvollziehen ist das auch heute noch anhand zweier Urkunden, die in der Ausstellung gezeigt werden: " Pergament, Siegel und Monogramm sind echt aber nicht die Texte", erklärte Queckenstedt. Verfälschen ließ sie der damalige Bischof Benno II., um wirtschaftliche Ansprüche geltend zu machen. Bezug zu Karl haben die verblichenen Schriftstücke, da sie den Dom als die erste Kirche im damals gerade annektierten Sachsen bezeichneten. Mutmaßlich installierte sie der Kaiser als strategisch wichtige Basis zur Nordmission. Aus der Zeit der ersten Missionskirche um 800 zeigt die Ausstellung auch eine vergoldete Fibel. Dieser Gewandverschluss in Form einer Taube mit Kreuz auf dem Rücken " führt zu den Menschen, die christianisiert haben", so Museumschef Queckenstedt.

Wer in Osnabrück in den folgenden Jahrhunderten um Geltung rang, nutzte Karl den Großen nach Belieben. So behauptete das Dom-Kapitel in der Frühen Neuzeit, dass Kamm, Krone sowie Schachspiel und ein Stab Geschenke Karls des Großen seien. " Da stimmt nichts von", meinte Queckenstedt, denn die Dinge seien nachweislich erst lange Zeit nach Karls Tod entstanden, manche gar nicht datierbar.

Ein museumspädagogisches Programm begleitet die Ausstellung. Führungen sind auf Anfrage unter Telefon 05 41/ 318-481 möglich.
Bildtext:
Mit einem liturgischen Impuls bei Kerzenlicht wurde von Bischof Franz-Josef Bode (links) die Sonderausstellung über Karl den Großen im Osnabrücker Dom gestartet.
Foto:
Elvira Parton
Autor:
Stefan Buchholz


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