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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Vier Brüder starben den "Heldentod"
Zwischenüberschrift:
Ausstellung: Eine Stadt im Ersten Weltkrieg – Die gefallenen Söhne der Familie Hellmann
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Kann man sich das Leid einer Mutter vorstellen, die vier ihrer Söhne im Ersten Weltkrieg verloren hat? Wohl kaum. Aber genau dies widerfuhr Marie Hellmann aus Osnabrück. Erst 1913 hatte sie ihren Ehemann Carl Hellmann, den Gründungsvater des heutigen Weltunternehmens Hellmann Worldwide Logistics, zu Grabe getragen. In den drei Folgejahren fielen ihre Söhne Karl, August, Friedrich und Wilhelm auf den Schlachtfeldern in Russland und Frankreich.

Neun Kinder hatten Carl und Marie Hellmann, die Töchter Auguste, Marie und Anna und die Söhne Heinrich, Karl, Friedrich, Wilhelm, August und Emil. Heinrich und Friedrich Hellmann übernahmen das vom Vater 1871 gegründete Transportunternehmen und änderten den Namen 1906 in " Gebr. Hellmann". Mit Pferdefuhrwerken boten sie " Transporte aller Art" an. Der Wohn- und Geschäftssitz der Familie befand sich damals an der Kokschen Straße 53.

1914, zu Kriegsbeginn, wurden fünf der sechs Söhne eingezogen, darunter auch der 37 Jahre alte Karl als Landwehrsoldat. Er fiel als Erster am 1. Oktober 1914. August, der jüngste Sohn der Familie, kam am 11. Januar 1915 mit 24 Jahren ums Leben. Wilhelm starb am 8. September 1916 in Russland den " Heldentod", wie es in den Todesnachrichten an die Hinterbliebenen hieß.

" Warum, ja warum dies alles? Müssen wir es denn nun gerade sein, die alles hergeben?", fragt Friedrich in einem Brief an Schwester Marie, nachdem er vom Tod seines dritten Bruders Wilhelm erfahren hat. Weiter schreibt er: " Jeder Glaube an eine Gerechtigkeit geht einem verloren. So verfährt das Schicksal mit uns! Ich befürchte nur, daß unsere liebe Mutter unter der Wucht der Ereignisse völlig zusammenbricht. Dies kann kein Mensch auf die Dauer ertragen."

Mutter Marie Hellmann musste aber wenig später noch mehr ertragen, denn schon am 23. Oktober 1916 fiel auch Friedrich. Als Unteroffizier im Reserve-Infanterie-Regiment 92 hatte er vor Verdun gekämpft.

In der Osnabrücker Zeitung war über die Schlacht, in der er starb, am nächsten Tag Folgendes zu lesen: " Mit stolzer Freude hat die Heimat am gestrigen Tage die Kunde von den Heldentaten ihrer Söhne vernommen, und sendet Dank und Gruß hinüber zu den Tapferen auf den Schlachtfeldern Frankreichs, die im nervenzerrüttenden Feuer aller Kaliber den Feind siegreich abwehren. [. . .] Heißer Dank ihnen allen, namentlich auch denen, die ihre Pflichttreue mit ihrem Blute besiegelten."
Bildtexte:
Karl Hellmann
August Hellmann
Wilhelm Hellmann
Friedrich Hellmann
Fotos:
privat

Eine Stadt im Ersten Weltkrieg

Bis zum 28. September zeigt das Museum Industriekultur seine Ausstellung " Eine Stadt im Ersten Weltkrieg. Osnabrück 1914–1918". In dieser Serie stellen wir Exponate der Ausstellung vor. Zu sehen sind sie im Magazingebäude am Süberweg 50a in Osnabrück. Die Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags 10 bis 18 Uhr.
Autor:
Regine Bruns


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