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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Eltern müssen draußen bleiben"
Zwischenüberschrift:
Kinderstadt wird von 123 Einwohnern organisiert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 123 Einwohner zählt die Kinderstadt, die am gestrigen Dienstag ihre Pforten geöffnet hat. Noch bis Samstag organisieren Kinder im Haus der Jugend ihr Zusammenleben selbst. Heute steht die Wahl des Oberbürgermeisters und des Stadtrats auf dem Plan.

Am Dienstagmorgen wurden die neuen Einwohner von insgesamt 54 Erwachsenen begrüßt. Darunter sind Mitarbeiter der Ferienzentren, Praktikanten der Evangelischen Fachschule und Prozess-Helfer. Marius Schott vom Haus der Jugend erklärte den Kindern, dass die Erwachsenen ihnen nur zur Seite stehen. " Jedes Kind hat eine Stimme", sagte er. Im Klartext hieß das, dass jedes Mädchen und jeder Junge mitbestimmen, wie die Kinderstadt gestaltet wird.

Marius Schott sagte den Einwohnern auch, dass sie nun für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Morgens und Nachmittags suchen sich die Kinder im Arbeitsamt neue Jobs. Die Bandbreite reicht vom Handwerk über Medien bis Lebensmittel. Im Gegensatz zu den vorherigen Kinderstädten gibt es dort nun auch ein Tattoo-Studio und eine Modellier-Werkstatt. Die Zeitung der Kinderstadt hat übrigens bei einer Umfrage herausgefunden, dass der beliebteste Arbeitgeber das Kino ist.

Apropos: Die Redakteure haben in der heutigen Ausgabe einige heiße Eisen im Feuer. Sie haben herausgefunden, dass die Müllabfuhr gemein zu den Bürgern ist. Wer etwas in eine Mülltonne schmeißt, muss dafür einen Osnataler zahlen, so heißt die Währung der Kinderstadt. Wer Müll auf den Boden schmeißt, muss dagegen nichts bezahlen. Skandal! Außerdem muss für Wasser bezahlt werden. Liv (11), die in der Bank arbeitet, wo es das gekühlte Wasser zu kaufen gibt, verteidigte die Maßnahme: " Die Bank braucht ja eine Einnahmequelle." Die Beiträge der jungen Journalisten sind übrigens im Internet unter www.kinderstadt-os.de nachzulesen.

Dort wird auch berichtet, wer von den 13 Kandidaten zum Oberbürgermeister gewählt wurde. Lionella (9) war gestern guter Hoffnung. " Ich will die Kinderstadt verbessern, Arbeitslosengeld einführen und für mehr Jobs sorgen", umriss sie ihr Wahlprogramm. Ihre Wahlwerbung finanzierte sie mit dem Geld, das sie am Dienstagvormittag beim Juwelier verdient hat. Erst mal hat sie sich aber einen Muffin gegönnt. " Das war so anstrengend, den Wahlkampf zu organisieren. Da habe ich Hunger gekriegt", erklärte sie.

Wenn Lionella nicht zur Oberbürgermeisterin gewählt wird, dann sei sie ein wenig traurig, sagte sie. " Ich habe mir doch so viel Mühe gegeben." Vielleicht kann Burkhard Jasper sie ein wenig trösten. Der Bürgermeister der Stadt Osnabrück empfängt am Freitag eine Delegation aus der Kinderstadt im Rathaus. Dann kann sich Lionella darüber informieren, wie der Job eines Stadtoberhaupts in Wirklichkeit aussieht. Am Samstag können sich Erwachsene darüber informieren, wie die Kinderstadt funktioniert und organisiert wird. An diesem Tag dürfen sie dort reinschnuppern. Bis dahin gilt: " Eltern müssen draußen bleiben."

Bildtexte:
Sich selbst organisieren die 123 Bürger der Kinderstadt im Haus der Jugend, die am gestrigen Dienstag ihre Pforten geöffnet hat.
Wer Oberbürgermeisterin werden will, muss einen Wahlkampf auf die Beine stellen.
Blick in die Redaktion: Auch eine Kinderstadt braucht eine Zeitung.
Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Thomas Wübker


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