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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Touristiker: Pkw-Maut würde Osnabrück treffen
Zwischenüberschrift:
Niederländer abgeschreckt? – 77 Prozent kommen mit dem Auto
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die lokalen Touristikexperten blicken skeptisch auf die Maut-Pläne der Bundesregierung. Osnabrück und die Region müssten mit negativen Folgen rechnen, wie aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht.
Kommt die von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) konzipierte Pkw-Maut für Ausländer, könnten Osnabrück und Münster an Anziehungskraft für niederländische Tagestouristen verlieren. Diese Sorge klingt aus der Antwort durch, die die Osnabrück Marketing und Touristik GmbH (OMT) dem Osnabrücker Stadtrat gegeben hat. Die Grünen hatten von den Fachleuten wissen wollen, wie sich die Straßengebühr auf den Ausflugs- und Einkaufstourismus in unserer Region auswirken würde.
Nach Erhebungen des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik besuchten im vergangenen Jahr 36 119 Ausländer Osnabrück und buchten 60 622 Übernachtungen. Rund 8405 Übernachtungen entfielen auf Gäste aus den Niederlanden, 5277 auf polnische und 2085 auf dänische Touristen. Über die Zahl der Tagesgäste in Osnabrück liegen nur relativ alte Zahlen des deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (DWIF) von 2008 vor: Demnach kommen jährlich 14 Millionen Tagesgäste nach Osnabrück, die einen Umsatz von 470 Millionen Euro erzeugen. Vom Tourismus hängen in Osnabrück nach Angaben der OMT 9160 Arbeitsplätze ab. Die Daten werden nach OMT-Angaben zurzeit aktualisiert.
Wie hoch der Anteil der Niederländer an den Tagestouristen ist, lässt sich laut OMT nicht ermitteln. " Jedoch sind die Einkaufsmöglichkeiten und der Besuch des Weihnachtsmarktes bei den Niederländern beliebte Tagestouren", heißt es in der Antwort der Verwaltung auf die Grünen-Anfrage. Deshalb werde der Markt im Nachbarland vom Stadtmarketing und dem Tourismusverband Osnabrücker Land seit Jahren kontinuierlich bearbeitet. " Der niederländische Markt bietet Wachstumspotenzial", so die OMT. Deutschland sei das beliebteste Reiseziel der Niederländer, dank des niedrigen Preisniveaus und der guten Anbindung der westlichen Ballungszentren Amsterdam und Utrecht über die A 30.
Bevorzugtes Verkehrsmittel der Holländer für Reisen nach Deutschland ist das Auto. 77 Prozent der Reisenden kommen mit ihrem eigenen Pkw. Vier Prozent ziehen mit ihrem Wohnmobil durch deutsche Lande (Zahlen über Wohnanhänger liegen nicht vor).
Eine Prognose, wie sich eine Maut auf den kleinen Grenzverkehr konkret auswirken würde, wagen die städtischen Touristikexperten nicht. Sie sind sich aber sicher, dass negative Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung im Städtedreieck Münster, Osnabrück, Twente (MONT) zu erwarten sind.
Die Grünen ziehen daraus den Schluss: Pkw-Maut schadet Osnabrück. " Wir sorgen uns, dass der kleine Grenzverkehr und der Ausflugs- und Tagestourismus Schaden nehmen. Dieser hat sich in Osnabrück in den letzten Jahren außerordentlich gut entwickelt", erklärte der Grünen-Ratsherr und Landtagsabgeordnete Volker Bajus. Von den niederländischen Tagestouristen profitierten der Handel, der Zoo, die Museen, der Weihnachtsmarkt und auch die Maiwoche. " Mit der Maut ziehen wir den Grenzzaun, der durch die EU-Integration eigentlich schon lange gefallen ist, wieder hoch. Politisch arbeiten wir in der Metropolregion MONT mit unseren niederländischen Nachbarn eng zusammen und entwickeln gemeinsame Projekte. Die Vignette wirkt da wie eine Beleidigung für unsere Freunde. Das brauchen wir nicht", so Bajus.
Verkehrsminister Dobrindt (CSU) ist dagegen die überzeugt, dass die Maut den Grenzverkehr nicht beeinträchtigen wird. Ausnahmen für Grenzregionen sei nicht notwendig, sagte er in einem Interview.

Der kleine Grenzverkehr würde unter der Pkw-Maut leiden, sagen Osnabrücker Touristiker.
Foto:
Manfred Fickers

Pkw-Maut

Das Konzept von Verkehrsminister Dobrindt (CSU) sieht eine Vignettenpflicht für in- und ausländische Fahrzeuge bis zu 3, 5 Tonnen vor. Deutsche Fahrzeughalter sollen bei der Kfz-Steuer entsprechend entlastet werden. Geplant sind Vignetten für zehn Tage zum Preis von 10 Euro, für zwei Monate (20 Euro) und einem Jahr. Die Jahresvignette soll für Benziner 103, 04 Euro , für Diesel-Fahrzeuge 112, 35 Euro kosten. Tages- und Monatsvignette können im Internet oder an Tankstellen erworben werden. Kritiker sehen die Pkw-Maut skeptisch, weil sie mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden wäre, als ausländerfeindlich empfunden würde, umweltpolitisch keine Effekte hätte und gegen EU-Recht verstieße.
Autor:
hin


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