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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Überschrift:
Straßen werden nachts zu Rennstrecken
 
Straßen werden zu Rennstrecken
Zwischenüberschrift:
Polizei blitzt nicht – Stadt verweist auf stationäre Anlagen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Mit manchmal 100 Kilometern pro Stunde und mehr rasen einige Autofahrer nachts durch Osnabrück insbesondere an den Wochenenden. Angst, ertappt zu werden, brauchen die Raser kaum zu haben.

Wer nachts mit den erlaubten 50 Kilometern pro Stunde auf Straßen wie dem Wall oder der Martinistraße unterwegs ist, stellt für manch andere Autofahrer zynisch betrachtet eine Verkehrsbehinderung dar. Zumeist jüngere Autofahrer sind nicht selten mit 80, 100 oder gar noch mehr Kilometern pro Stunde im Stadtgebiet unterwegs.

Teilweise liefern sie sich auf zweispurigen Straßen regelrechte Rennen und sind eine Gefahr nicht nur für sich selbst. Denn aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und bei illegalen Straßenrennen kommen immer wieder Menschen ums Leben. Im März 2005 etwa starb in Bielefeld eine 25-jährige Zuschauerin eines illegalen Straßenrennens, nachdem ein 21-Jähriger mit seinem aufgemotzten Auto in eine Menschenmenge am Straßenrand gefahren war.

Fehlende Kapazitäten

Angst, ertappt zu werden, müssen die Raser nachts in Osnabrück kaum haben. Mobile Geschwindigkeitskontrollen zu später Stunde durch die Stadt oder Polizei gibt es nicht. " Die Polizei Osnabrück konzentriert ihre Messungen auf Unfallschwerpunkte außerhalb geschlossener Ortschaften", sagt Anke Hamker, Pressesprecherin der Polizei. " Wir können nicht jedes Wochenende blitzen", ergänzt sie.

Insbesondere an den Wochenenden habe die Polizei allerhand zu tun, sagt Hamker weiter. Kapazitäten für Geschwindigkeitskontrollen seien nicht vorhanden. Würden Raser andere Autofahrer gefährden, sollten diese das Kennzeichen notieren und die Polizei verständigen, empfiehlt Hamker.

Falle einer Streife ein Raser auf, halte sie diesen selbstredend an, versichert sie. Geschwindigkeitskontrollen überlasse die Polizei im Stadtgebiet der Stadt Osnabrück.

Landkreis kontrolliert

Denn auch Osnabrück kann Raser belangen. Die Stadt habe zwar zwei mobile Blitzerteams, versichert Stadtsprecher Sven Jürgensen aber eben nicht zu später Stunde. " Nachts messen diese Teams nicht", bestätigt er. Jürgensen verweist auf die stationären Geschwindigkeits- und Rotlichtblitzer an neuralgischen Stellen im Stadtgebiet, die rund um die Uhr im Einsatz sind.

Außerhalb der Stadt ticken die Uhren übrigens anders: Der Landkreis Osnabrück blitzt nach eigenen Angaben auch in den Abend- und Nachstunden.

Einige Autofahrer in Osnabrück verwechseln die Straßen nachts mit einer Rennstrecke. Sie müssen kaum befürchten, erwischt zu werden. Das Foto entstand auf der Hannoverschen Straße. Durch die Langzeitbelichtung verschwimmen die Lichter der Autos zu Streifen.Foto: Jörn Martens

Kommentar

Bis etwas passiert

Stadt und Polizei gehen nachts kaum gegen Raser in Osnabrück vor. Folglich ist es nicht verwunderlich, wenn die Straßen dann zur Rennstrecke werden.

So lange Raser nicht um Geld und vor allem ihren Führerschein fürchten müssen, werden sie weiterhin rasen. Die Polizei hat insbesondere an den Wochenenden viel zu tun, doch das entbindet sie nicht ihrer Pflicht der Verkehrsüberwachung. Die Stadt kann sich nicht auf stationären Radarkontrollen ausruhen die kennt fast jeder Autofahrer.

Es muss wohl erst etwas Schlimmes passieren, bis Stadt und Polizei Handlungsbedarf erkennen. Dabei nähmen sicherlich einige Raser den Fuß vom Gas, wenn sie wüssten: Irgendwo in Osnabrück versteckt sich an jedem Wochenende nachts ein mobiler Blitzer. Wüssten sie es nicht, könnten sie zumindest zeitlich begrenzt gar nicht mehr aufs Gaspedal drücken, weil der Führerschein weg ist. Und unreifen Rasern, die sich auf der Straße wie auf einem Kinderspielplatz austoben, gehört er entzogen bevor jemand zu Schaden kommt.

Selbstredend ist jeder Autofahrer verpflichtet, sich an die Verkehrsregeln zu halten. Doch wo er das nicht tut, müssen Stadt und Polizei aktiv werden und ihn bestrafen. Und zwar, bevor etwas Schlimmes passiert.

Osnabrück. Mit hundert Kilometern pro Stunde und mehr rasen manche Autofahrer nachts durch Osnabrück. Angst, ertappt zu werden, brauchen die Raser kaum zu haben, denn der Polizei fehlen Kapazitäten, um die Geschwindigkeitsverstöße zu erfassen.
Autor:
Jörg Sanders


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