User Online: 2 | Timeout: 16:02Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist wirkungslos
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Herr Wienand stellt mit Recht fest, dass die Kosten für die Energiewende nur auf den Schultern der »kleinen Leute« abgewickelt werden′, die diese Kosten bald nicht mehr tragen können. Er schlägt daher vor, die Ökostromumlage aus Steuern zu finanzieren und, wenn erforderlich, die Steuern zu erhöhen, da, wie er sagt, das Ergebnis der Energiewende allen in Deutschland zugutekommt′. Dies trifft nicht zu.
In Deutschland profitiert niemand außer den Ökostromproduzenten. Dagegen profitieren in China die Solarzellenhersteller (diese beherrschen inzwischen den Markt), im europäischen Ausland profitieren die Kraftwerksbetreiber (klimaschädliche Stromproduktion in Kohlekraftwerken wird für sie billiger, da die deutschen Ökostromsubventionen die CO 2 - Verschmutzungszertifikate billiger machen). Und vor allem: Das Klima und der Klimaschutz profitieren von der deutschen Energiewende nicht im Geringsten.
Die Energiewende ist kein Selbstzweck. Ihr erklärtes Ziel war es, das Klima durch eine Verminderung der CO 2 - Emissionen zu schützen. Dass die Ökostromsubvention durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dieses Ziel vollständig verfehlt, die Energiewende also nichts zum Klimaschutz beiträgt, ist seit Jahren bekannt Klimaökonomen haben wiederholt darauf hingewiesen.
Der fünfte Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC wurde am 14. April dieses Jahres in Gegenwart von Sigmar Gabriel in Berlin vorgelegt. In der Zusammenfassung für Entscheidungsträger (unter www.de-ipcc.de einsehbar) geht der Weltklimarat der Frage nach, ob eine Förderung erneuerbarer Energien sinnvoll ist, wenn, wie in Europa der Fall, gleichzeitig ein Emissionshandelssystem besteht. Die Antwort der Wissenschaftler ist eindeutig: Eine Förderung erneuerbarer Energien ist in diesem Fall wirkungslos, sehr teuer und deshalb sogar kontraproduktiv′, so Professor Joachim Weimann, einer der Kommentatoren dieses IPCC-Berichtes. Warum die Ökostromsubvention in Deutschland zwar teuer, aber vollständig wirkungslos ist, hat Professor Hans-Werner Sinn seit 2011 mehrfach erläutert. Im Februar 2011 erklärte er die Wirkungslosigkeit des EEG mit folgenden Worten: Das EEG ist wirkungslos, weil es mit dem europäischen Emissionshandel kollidiert, der 99 Prozent des CO 2 - Ausstoßes bei der Stromerzeugung erfasst. Den Emissonshandel gibt es seit 2005 [. . .]. Die großen Börsen sind in Amsterdam und in Leipzig. Dort werden die Emissionszertifikate gehandelt, die den Kraftwerken zugeteilt werden. Aber wo auch immer Zertifikate eingesetzt werden da der Cap, also die Gesamtmenge der Zertifikate, in Brüssel festgelegt wird, kann das EEG den CO 2 - Ausstoß nicht verringern. Der grüne Strom, den es in Deutschland hervorbringt, verdrängt zwar den in Deutschland erzeugten Strom aus fossilen Quellen, doch zugleich verdrängt er auch die Emissionszertifikate aus Deutschland und senkt deren Preis. Zu dem niedrigeren Preis finden diese Zertifikate in anderen EU-Ländern Absatz und ermöglichen dort den Ausstoß von genauso viel zusätzlichem CO 2 , wie in Deutschland eingespart wird. Die Kohle- und Gaskraftwerke stehen dann eben in Polen oder Italien.′
Da die Förderung von Ökostrom nichts für den Klimaschutz bewirkt, wie dies auch von NOZ-Lesern gezeigt wurde, ist nicht einzusehen, warum Stromverbraucher oder Steuerzahler hierfür zahlen sollen. Eine Finanzierung aus Steuergeldern würde die unwirksame Förderung zementieren, und wir würden die Chance verpassen, das EEG abzuschaffen und das Klima mit wirklich wirksamen Mitteln zu schützen."
Eberhard Eichwald
Bad Essen
" Dass die Subventionierung insbesondere des erzeugten Sonnenstroms in Deutschland aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine sehr teure Angelegenheit ist, dürfte den Stromkunden inzwischen bewusst sein. Auch für das Stromnetz ist die unregulierte Einspeisung dieses Stromes eine erhebliche Herausforderung.
Früher mussten sich die Kraftwerke nur auf den schwankenden Bedarf der Stromkunden einstellen, heute müssen sie zusätzlich die Schwankungen von Wind- und Sonnenstrom ausregeln. Weil sowohl bedeutende Stromspeicher als auch Netzverbindungen für die Übertragung großer Leistungen in Deutschland fehlen, wird mit zunehmendem Ausbau unregulierter Einspeisungen das Risiko lokaler Netzüberlastungen mit der Folge von Abschaltungen größer. Da sich in Folge auf ein derartiges Ereignis die Energieströme andere Wege suchen, könnte diese Situation einen Dominoeffekt auslösen, der zum totalen Zusammenbruch des deutschen und auch des europäischen Stromnetzes führen kann. Die Folgen werden sich nicht auf die Vernichtung materieller Werte erheblichen Ausmaßes in kürzester Zeit beschränken, sondern voraussichtlich sehr viel weitreichender sein. Das Risiko für ein derartiges Ereignis steigt mit dem Ausbau der unregulierten Einspeiser und der gleichzeitigen Abschaltung der Kernkraftwerke, die in Deutschland die zuverlässigsten und leistungsstärksten Stromerzeugungsanlagen mit exzellenten Regelungseigenschaften darstellen. Diese Risikoentwicklung sollten wir baldmöglichst entschärfen!"

Christian Ewald
Nürnberg
Autor:
Christian Ewald
 
Eberhard Eichwald


Anfang der Liste Ende der Liste