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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Senkrechter Efeu-Garten für das Hasehaus
 
Hasehaus am Neumarkt: Mieter stehen Schlange
Zwischenüberschrift:
Grüner Blickfang am Neumarkt macht eine Spezialkonstruktion nötig – Erstbezug ab Oktober
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Hängenden Gärten von Babylon, sollte es sie jemals wirklich gegeben haben, gehören zu den sieben Weltwundern der Antike. Über 2500 Jahre später hat jetzt auch Osnabrück seine schwebende Botanik: Mit Efeu, hochgezogen wie eine grüne Gardine und wie von Geisterhand an der Wand gehalten, bespielen die Erbauer des Hasehauses am Neumarkt die Südfassade.

Ende vergangener Woche wurde der sogenannte " senkrechte Garten" an der Gebäudeseite zum Kollegienwall angebracht. Für diese in Montagehöhe und Dimension beispiellose Form der Fassadenbegrünung dachten sich die Planer eine Spezialkonstruktion aus. Diese besteht im Kern aus einem Metallgerüst mit Kübeln. Düngung und Bewässerung erfolgen vollautomatisch und sensorgesteuert. Der Pflege und Wartung durch Menschen dient eine Art Fahrstuhl, der bei Nichtgebrauch unsichtbar auf dem Dach verstaut ansonsten zur Reinigung der übrigen Fronten aus Stein und Glas eingesetzt wird. " Wir wollen, dass die Wand immer grün bleibt 365 Tage im Jahr", erklärt Projektentwickler Albrecht Bielke vom Investor Hoff und Partner aus Gronau.

Das grüne Gesicht des 20-Millionen-Euro-Baus, im Firmensprech " Vertical Garden" genannt, lassen sich die Münsterländer einiges kosten. Wie viel genau, bleibt Betriebsgeheimnis. Nur das verrät Bielke: " In der Herstellung ist es teurer als die Natursteinfassade."

Ökologische Bauweise

Die variantenreiche, dramatische Optik des vom niederländischen Architekten Rob Beerkens entworfenen Hasehauses hat Methode das Gebäude soll von keiner Seite gleich aussehen. Wer aus Richtung Staatsanwaltschaft, Polizei und Gericht auf das Hochhaus zukommt, dessen Blick wird jetzt von einer grünen Wand angezogen. Doch äußerliche Reize sind nur ein Motiv. Der senkrechte Garten steht laut Investor " beispielhaft für die ökologisch rücksichtsvolle und nachhaltige Bauweise" des Hasehauses. Er speichere Wasser, spare Energie, senke die Umgebungstemperatur, reduziere Umgebungslärm, absorbiere Kohlendioxid und isoliere den Baukörper.

Der zur Begrünung benötigte Efeu, wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung auf die Atemwege übrigens zur Arzneipflanze des Jahres 2010 gekürt, wurde bereits im Winter in einer Baumschule gezüchtet. In Aluminiumbehältern wuchs es zu etwa vier mal drei Meter großen Stücken heran, die nun entlang eines Netzes von Stahlmatten an der Hauswand ranken. Die Versorgung der Pflanze unterliege einem " ausgeklügelten System", heißt es bei Hoff und Partner. Der Wasser- und Nährstofftank befinde sich im Keller des Hasehauses. " Einstellungsänderungen können bei Bedarf direkt über das Internet erfolgen." Ein Fachunternehmer werde die Anlage rund um die Uhr überwachen, mindestens siebenmal im Jahr in Augenschein nehmen und wuchernden Efeu regelmäßig stutzen.

Restflächen frei

Was die Vermarktung der Nutzflächen im Hasehaus angeht, sind die Investoren mehr als zufrieden. " Der Vertrieb ist dem Zeitplan voraus", sagte Projektentwickler Bielke unserer Zeitung am Montag auf Nachfrage. " Es sind nur noch wenige Restflächen zwischen 260 und 100 Quadratmeter frei." Als Mieter würden weiterhin am ehesten Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte " oder andere freie Berufe und Dienstleister" infrage kommen. Die ersten Einzüge seien für Anfang Oktober vorgesehen.

Für die zuletzt noch verfügbaren Luxuswohnungen in den obersten Etagen des siebenstöckigen Gebäudeteils " Haseturm" habe sich eine Warteliste gebildet, so Bielke. Für die verbleibende Gastronomiefläche im Erdgeschoss, wo sich vor allem die Restaurantkette L′Osteria ausbreiten wird, gebe es inzwischen vier Bewerber mit unterschiedlichen Konzepten von der Kaffeebar bis zur offenen Grillküche. Eine Entscheidung darüber, wer den Zuschlag erhält, soll " in den nächsten drei Monaten" fallen. Die Namen der Interessenten nannte Bielke nicht.

Bildtexte:
Noch im Bau, aber an der Südseite bereits schön grün: das Hasehaus am Osnabrücker Neumarkt. Der spektakuläre " Senkrechtgarten" ist eine einzigartige Spezialkonstruktion. Foto:
In Alubehältern wuchs der Efeu zu etwa vier mal drei Meter großen Stücken heran, die nun entlang eines Netzes von Stahlmatten an der Südwand des Hasehauses ranken.

Fotos:
Gert Westdörp/ Hoff und Partner

Osnabrück. Drei Monate vor dem geplanten Einzug der ersten Mieter am 1. Oktober sind im neuen Hasehaus am Neumarkt in Osnabrück nur noch wenige Büroflächen frei. " Der Vertrieb ist dem Zeitplan voraus", sagte Projektentwickler Albrecht Bielke vom Gronauer Investor Hoff und Partner unserer Zeitung auf Nachfrage. Für die Luxuswohnungen in den obersten Etagen des 20-Millionen-Euro-Baus gebe es inzwischen eine Warteliste. Um die verbleibenden, für Gastronomie vorgesehenen Nutzflächen reiße sich eine Handvoll Firmen mit unterschiedlichen Konzepten, sagte Bielke. Die Ideen reichten von der Kaffeebar bis zur offenen Grillküche. Über die Vergabe soll nach den Sommerferien entschieden werden.
Unterdessen wurde an der Südseite des spektakulären Hochhauses ein in dieser Form einmaliger " Senkrechter Garten" montiert.
Autor:
Sebastian Stricker


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