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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nicht alle haben es begriffen
 
Der Neumarkt ist bis Februar gesperrt
 
Gedenkminute vor offizieller Baustelleneröffnung
Zwischenüberschrift:
Polizei muss Autofahrer höflich, aber bestimmt auf Sperrung hinweisen
 
Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erinnert an Unfallopfer
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. So mancher Autofahrer wollte am Montagmorgen offensichtlich noch nicht glauben, dass ihm der Weg über den Neumarkt fortan für die nächsten Monate versperrt ist. Trotz Sperrung und Hinweisschildern verirrte sich der eine oder andere auch nach 9 Uhr, dem Beginn der Sperrung, noch in die Baustelle, die das endgültige Ende des Tunnels einläutet. Das Bauwerk wird ausgegraben.

In der Hasestadt wird in Geschichte geschrieben: Der Tunnel unter dem Neumarkt vor 50 Jahren als Meisterwerk Osnabrücker Baukunst in die Erde gegraben wird wieder ausgebuddelt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bagger und anderes schweres Gerät werden zunächst einmal bis Februar 2015 Stück für Stück der ehemaligen unterirdischen Einkaufsmeile aus dem Erdreich holen. Ein technisch anspruchsvolles Projekt, dem vor allem der Individualverkehr Tribut zollen muss. Ein gutes halbes Jahr lang ist die Strecke über den Neumarkt für Pkw-Fahrer tabu. Allerdings werden alle Parkhäuser während der Bauphase erreichbar bleiben, allerdings teilweise auf anderen Wegen. Nur die Nikolaigarage ist wie eh und je von der Dielingerstraße aus anzufahren.

Nur Busse, Radfahrer und Baustellenfahrzeuge haben noch die Lizenz für die Passage. Alle anderen auch die Taxen müssen über die Wälle ausweichen. Radfahrer können den Neumarkt während der Bauarbeiten passieren ebenso wie der Busverkehr. Radler und Busse müssen sich jedoch je eine Spur pro Fahrtrichtung teilen.

Seit Montagmorgen, 9 Uhr, gilt diese Regelung. Allerdings wollten wohl noch nicht alle wahrhaben, was da auf ihrer gewohnten Strecke passiert, sodass es im Baustellenbereich zu dem einen oder anderen abenteuerlich anmutenden Fahrtrichtungswechsel kam. Um Schlimmeres zu verhindern, hat die Polizei einen Streifenwagen am neuralgischen Punkt vor Sportarena postiert.

Zwei Uniformierte wiesen uneinsichtige Fahrer höflich, aber bestimmt auf die neue Verkehrsführung hin und hielten sie so davon ab, in den Baustellenbereich hineinzufahren. " Viele fahren einfach hinter den Bussen her", so Georg Linke, " dann kommt es im Baustellenbereich zu Blockaden. Das wollen wir natürlich verhindern."

Der Sprecher der Osnabrücker Polizei wies noch einmal darauf hin, dass der Kollegienwall die letzte Möglichkeit sei, vom Berliner Platz aus kommend abzubiegen. Auf Anregung der Polizei seien in diesem Bereich die Fahrbahnmarkierungen verändert worden, um die Straßenführung so deutlich wie möglich zu machen. Jetzt hofft die Polizei auf Verständnis und Einsicht der Autofahrer. Linke lässt aber im Gespräch mit unserer Zeitung auch keinen Zweifel aufkommen, dass die Geduld seiner Kollegen endlich ist. Mit anderen Worten: Wer sich demnächst (wobei " demnächst" wohl einen nicht dehnbaren, sondern eher kurzfristigen Zeitraum beschreibt) nicht an die Sperrung hält, wird per Knöllchen zur Kasse gebeten.

Die Busfahrer der Stadtwerke haben in den kommenden Monaten keinen leichten Job. Durch die Baustelle werden ihre Wege an manchen Stellen enger, und es bedarf einer guten Übersicht, um die langen Fahrzeuge, ohne anzuecken, durch den Baustellenparcours zu manövrieren.

Katja Diehl von den Stadtwerken nannte Verspätungen von maximal fünf Minuten als Begleiterscheinung der Bauarbeiten am Montag. Fahrgäste trafen an diesem Tag auf eine breite Front von Mitarbeitern, die über die Veränderungen vor allem bei den Bussteigen Auskunft geben konnten. Sie hatten eine Menge Arbeit, da sich die Lage der Bussteige im Laufe des Tages immer wieder verändern konnte, je nach Fortschritt der Bauarbeiten. Auch in den kommenden Tagen werden Stadtwerkemitarbeiter in gelben Westen bereitstehen, um bei Fragen Auskunft zu geben. Für Diehl birgt der Dienstag noch einige Spannung: " Wir gehen davon aus, dass wir am Dienstag eine neue Situation haben, wenn wir den morgendlichen Berufsverkehr bewältigen müssen."

Der Feierabendverkehr verlief weitestgehend reibungslos. Nur wenige Autos passierten am Abend den Neumarkt. Staus gab es nicht.
Bildtext:
Nicht mehr lange, dann wird da, wo jetzt noch Asphalt liegt, ein tiefes Loch den Neumarkt zieren.
Foto:
Hermann Pentermann

Kommentar
Stopp! Umleitung!

Hallo, Autofahrer! Warn-, Verbots- und sonstige Schilder haben einen Sinn meistens jedenfalls –, der sich in der Botschaft " Bitte beachten" zusammenfassen lässt. Am Montag war noch Gelegenheit zu üben. Ab Dienstag wird es ernst. Dann muss das klappen, liebe Autofahrer, sonst gibt es Knöllchen. Und mit was? Mit Recht.

Neumarktsperrung ist ja nicht für immer. Bald gibt es wieder freie Fahrt. Dann aber nur noch auf zwei Spuren. Eine Lösung, die helfen könnte, schwere Unfälle wie den vom April 2013 zu verhindern. Zu Recht hat Oberbürgermeister Wolfgang Griesert an dieses tragische Ereignis erinnert. Mit seiner Gedenkminute vor den Gestecken und Kerzen, die Freunde und Verwandte des mit 22 Jahren verstorbenen jungen Mannes am Neumarkt platziert haben, hat Griesert ein Zeichen gesetzt und deutlich gemacht, dass die Stadt nicht einfach zur Tagesordnung übergeht und die Erinnerungsstätte skrupellos abräumt. Eine schöne Geste.

Osnabrück. Seit gestern, 9 Uhr, ist es so weit: Der Neumarkt ist für den Individualverkehr gesperrt, weil der Tunnel ausgegraben wird. Der Rückbau der ehemaligen Neumarktunterquerung ist der Startschuss für die komplette Neugestaltung des Platzes.

Osnabrück. Blumen und Kerzen erinnerten bis Montag auf der Mittelinsel am Neumarkt an jenen jungen Mann, der im April 2013 Opfer eines Verkehrsunfalls wurde. Mit einer Gedenkminute gedachte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert vor der offiziellen Eröffnung der Neumarktbaustelle des 22-Jährigen. Griesert sagte, man habe mehrfach versucht die Familie zu erreichen, um darauf hinzuweisen, dass Gestecke und Kerzen nun den Bauarbeiten weichen müssten. Das sei leider nicht gelungen.
Nach der Gedenkminute wandte sich der OB an die Vertreter aus Verwaltung, Politik und Bauunternehmen. " Der 2. Juni 2014 ist ein Meilenstein, der die Stadt nachhaltig weiter nach vorne bringt", so Griesert. Dass Mitglieder der Fraktionen im Rat an dem Startschuss für die Bauarbeiten zum Tunnelrückbau teilnähmen, zeige, welche Bedeutung das Projekt für die Stadt Osnabrück habe, sagte Griesert. Mit Blick auf das Hasehaus machte er deutlich, dass nun die Umgestaltung des Neumarktes endgültig begonnen habe.
Den Skeptikern der Neugestaltung prophezeite Griesert, dass dem zentralen Platz in Osnabrück in Zukunft eine neue Bedeutung zukommen werde. Osnabrücks Oberbürgermeister äußerte Verständnis für die Situation des Handels in den kommenden Wochen, während derer die Bauarbeiten die Erreichbarkeit der Geschäfte erschweren werden. Allerdings müsse es wohl immer erst schlechter werden, bevor es besser werden könne. Einzelhandel und Gastronomie würden langfristig von der Entwicklung profitieren, zeigte sich Griesert zuversichtlich.
Bildtexte:
Mit einer Gedenkminute gedachte OB Wolfgang Griesert vor der Eröffnung der Neumarktbaustelle eines 22-jährigen Unfallopfers.
Vertreter aus Rat, Verwaltung und der beteiligten Unternehmen gaben am Montag den Startschuss für die Neumarktbaustelle.
Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Jörg Sanders, Benjamin Beutler, Dietmar Kröger


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