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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine Ruine soll gerettet werden
Zwischenüberschrift:
Haltestelle für den Stüveschacht?
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Eine Vision für das Stüveschachtgebäude: Franz Heidemann engagiert sich für den Erhalt des Denkmals in der Nähe der Lechtinger Straße. Wie stehen die Chancen?

Spaziergänger mögen in der Ruine am Piesberg eine geheimnisumwitterte Geschichte vermuten. Franz Heidemann sieht hier weniger den Charme des Verfalls als vielmehr eine Bedrohung für ein Denkmal der Industriegeschichte. Sein Urgroßvater Joseph Heidemann hat in dem 207 Meter tiefen Schacht gearbeitet, um Kohle heraufzuschaffen. In der jetzigen Ruine standen am Ende des 19. Jahrhunderts Wasserhaltemaschinen Dampfmaschinen trieben Pumpen an, die das Wasser aus den Tiefen des Berges holten.

Und es waren auch die Wassermassen, die den Betrieb des Schachtes unwirtschaftlich machten. Nach nur zehn Jahren wurde das Haus nicht mehr gebraucht, wie auch die anderen Gebäude daneben. Heidemann schätzt das Haupthaus auf eine Breite von 95 Metern. Unter anderem befand sich darin eine Leichenhalle: " Es waren harte Zeiten."

Bessere Zeiten für das Denkmal malt sich Heidemann so aus: Räume für historische Dokumentationen und für die Vorführung von Filmen im Erdgeschoss. Hier könnten auch Schüler und Studenten unterrichtet werden. Für die zweite Etage stellt sich Heidemann ein Restaurant und ein Café vor. Vielleicht könnte auch der Stollen hin zum Haseschacht und damit zum Museum wieder geöffnet werden?

Für Museumsdirektor Rolf Spilker ist die Ruine offensichtlich eine Baustelle zu viel. Und Detlef Gerdts, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, dämpft die Visionen so: " Wir hätten schon viel gewonnen, wenn wir das Gebäude als begehbare Ruine sichern könnten." Das sei auch sein Ziel. Doch: " Über einen Ausbau mit Etagen haben wir noch nicht nachgedacht."

Umso mehr denkt der Wallenhorster Architekt Markus Wiekowski genau darüber nach. Vor Jahren hatte der ehemalige Denkmalpfleger Bruno Switala das Museum Industriekultur mit ihm zusammengebracht. Damals ging die Idee um, das Stüveschachtgebäude als Magazin für das Museum einzurichten. Dann sah es beinahe so aus, als würde die Bundesgartenschau nach Pye kommen, und es entstanden größere Visionen.

Die Gartenschau kommt nicht, doch Heidemann und Wiekowski pflegen weiterhin ihre Visionen. Und sie sehen eine Chance, sie in die Tat umzusetzen, wenn die historische Feldbahn auch Lechtingen anfahren sollte. Für den Fall ist das Stüveschachtgebäude tatsächlich als Haltestelle eingeplant. Doch fehlt derzeit die konkrete Aussicht auf die dazugehörige Schmalspurbahn. Die Stadt hatte vergangenes Jahr einen Antrag auf Fördergeld von der Europäischen Union gestellt, ging jedoch bisher leer aus. " Wir können erst Ende 2015 wieder einen Antrag für die nächste EU-Förderperiode stellen", berichtet Gerdts.

Bildtext:
Die Idylle trügt: Bei aller Schönheit ist die Stüveschachtruine in Gefahr. Franz Heidemann möchte sie wieder belebt sehen auch als Erinnerung an den Bergbau.

Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Jann Weber


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