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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Streit um Weststraße eskaliert
 
Straßenstreit mit Hitler-Bild
Zwischenüberschrift:
Plakatklau, Hitler-Bild, zerstochene Reifen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Streit um die Westumgehung/ Entlastungsstraße West nimmt dramatische Züge an. Plakate verschwinden, Autos werden beklebt, Hitler-Bilder ausgehängt. Und möglicherweise sind auch zerstochene Reifen und eine zerkratzte Motorhaube Folgen der emotionsgeladenen Auseinandersetzung um die geplante Straße.
Bevor am Sonntag die Straßen-Gegner von der Initiative Bepo und " Stopp Westumgehung" zur demonstrativen Trassenbegehung aufbrachen, sammelten sie 30 bis 40 seltsame Zettel ein, die an Laternenmasten hingen. Unbekannte hatten die Plakat-Optik der Straßen-Gegner benutzt und dazu einen spatenschwingenden Adolf Hitler gestellt. Die Aussage geht gegen die geplante Straße aber gegen diese Art des Protestes verwahren sich die Gegner. Simone Körber von der Initiative Bepo erstattete Anzeige. " Wir wollen eine faire und sachliche Auseinandersetzung", sagte sie am Rande der Demo. Sie schließt nicht aus, dass die Hitler-Zettel nur dazu dienten, die Initiative zu verunglimpfen.
Es geht ein Riss durch den Stadtteil. Der Straßenstreit entzweit Nachbarschaften und einstmals gute Freunde. Die Reifen eines Anhängers mit Plakaten gegen die Straße sind eines Nachts zerstochen worden. Ein engagierter Straßengegner fand die Motorhaube seines Autos zerkratzt vor. Simone Körber betont, dass sie die Taten nicht der anderen Seite zur Last legen will: " Wir hüten uns, Vorwürfe zu machen." Aber das Klima sei so gereizt, dass solche Auswüchse nicht ausgeschlossen seien.
In der Nacht zum Freitag verschwanden in Hellern etwa 40 Plakate der CDU, auf denen mit einem Kindergesicht für die Entlastungsstraße geworben wird. Die Plakate seien an 20 Standorten " fein säuberlich" entfernt worden, sagte am Sonntag Anette Meyer zu Strohen. " Keine Reste, sogar die Kabelbinder haben die Diebe mitgenommen", sagte die CDU-Ratsfrau. Sie habe schon viele Wahlkämpfe mitgemacht, so die ehemalige Landtagsabgeordnete weiter, " aber so etwas habe ich noch nicht erlebt".
Auch mindestens fünf Autobesitzer an der Gluckstraße erlebten Ende der Woche unliebsame Überraschungen. Unbekannte hatten ihre Autos mit Aufklebern der Grünen gegen die " Westumgehung" beklebt. Betroffen war auch Johannes Lohmüller, der sich für den Straßenbau engagiert und Grünen-Sprecher Michael Hagedorn in die Verantwortung nahm. Hagedorn distanzierte sich ausdrücklich von dieser Aktion. Die Aufkleber hätten die Grünen am Stand auf dem Wochenmarkt verteilt. " Wenn Einzelne damit Blödsinn machen, können wir doch auch nichts dafür." Lohmöller und Hagedorn tauschten sich am Wochenende aus, die Wogen sind geglättet.
Einen Fehlgriff korrigierten die Grünen noch am Sonntag. Auf ihrer Facebook-Seite hatten sie die Straßen-Befürworter in einen Zusammenhang mit Rassismus gebracht. Nach Protesten nahmen die Grünen den missverständlichen Beitrag von der Seite.

Bildtexte:
Hitler als Vorbereiter der Westumgehung? Im Westen der Stadt tauchten am Wochenende diese Aushänge auf. Die Polizei ist eingeschaltet.

Wer hat fremde Autos beklebt?

Fotos:
Lohmöller/ Hinrichs

Kommentar
Einzeltäter

Der Straßenstreit wird hart geführt, keine Frage. Auch unterschritt manche Äußerung in der Anfangsphase des Wahlkampfes den Anstandspegel. Doch zerstochene Reifen, Hitler-Bilder und Plakatdiebstahl sind eindeutig nicht die Methoden, die die Protagonisten beider Seiten in ihren Repertoires haben. Hier wie dort bemühen sich die führenden Köpfe um eine sachliche und faire Auseinandersetzung. Doch hier wie dort gibt es offenbar Einzelkämpfer, die mit übereifrigen und unbedachten Beiträgen wie auf der Facebookseite der Grünen oder gar mit bösartigen Attacken wie beim Plakatdiebstahl in Hellern die Gegenseite verunglimpfen oder ihnen Schaden zufügen wollen. Es ist nicht leicht, in diesem Klima kühlen Kopf zu bewahren und eine sachliche Debatte u führen. Es muss aber sein.

Osnabrück. Der Streit um die Entlastungsstraße West eskaliert. Gestohlene Plakate, Zettel mit Hitler-Bild, zerstochene Reifen: Einige Betroffene verzichten offenbar auf Sachargumente und versuchen, dem politischen Gegner zu schaden oder ihn zu verunglimpfen.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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