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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kriegskasse der Gegner ist voll
 
Werbefeldzug gegen Weststraße
Zwischenüberschrift:
Streit um Werbefeldzug der Initiative "Stopp Westumgehung"
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der professionelle Wahlkampf der Weststraßen-Gegner zieht neidische Blicke auf sich. " Wir staunen, was die auf die Beine stellen", sagt Daniel Bugiel mit Blick auf die Werbemacht von " Stopp Westumgehung". Steffen Grüner von Pro-West äußert sich bissiger: Eine " Geldelite" dominiere die öffentliche Meinung, schreibt er in einer Pressemitteilung.

Die Großplakate der Initiative " Stopp Westumgehung" stehen auf Augenhöhe neben den Europawahl-Wänden der großen Parteien. So eine Wand Wahlkämpfer nennen sie Wesselmänner nach der gleichnamigen Bochumer Verleihfirma kostet pro Wahlkampfperiode 480 Euro. 29 Wesselmänner haben die Straßengegner in Osnabrück aufstellen lassen, wie Andreas Kühn, der Sprecher der " Bürgerinitiative zum Erhalt und zur Pflege des westlichen Naherholungsgebietes" (Bepo), gestern sagte. Das macht nach unserer Rechnung 13 920 Euro allein für die Großplakate. Zum Vergleich: Die SPD hat 31 Wesselmänner zur Europawahl aufstellen lassen.

Darüber hinaus schaltet die Stopp-Initiative Kinowerbung und Zeitungsanzeigen, lässt Flyer drucken und T-Shirts beflocken. Mit Unterstützung einer professionellen Werbeagentur entwickelte die Initiative verschiedene Werbe-Produkte und sucht dafür Spender. Kritiker rechneten die Kosten dieser Werbemittel zusammen und kamen auf einen Werbeetat von 125 000 Euro. " Mehr als das Zweieinhalbfache des Werbeetats der Parteien im Wahlkampf", so Steffen Grüner.

" Wir sind weit von dieser Summe entfernt", entgegnet Andreas Kühn, " man muss Soll und Ist sehr deutlich trennen." Wie viel Geld der Initiative zur Verfügung steht, wollte Kühn nicht verraten: " Ich öffne doch jetzt nicht unsere Buchführung." Den Verein gebe es schon seit 1991. Er habe sich lange vorbereiten können und Mitgliedsbeiträge und Spenden gesammelt. Er betrachte es als das gute Recht der Bürgerinitiative, in der Öffentlichkeit präsent zu sein und die Menschen von ihrem Anliegen zu überzeugen.

Aussagen, Hausbesitzer an der geplanten Trasse seien gezielt von Bepo zu Spenden aufgefordert worden, weist Kühn zurück: " Wir gehen nicht hausieren." Es gehe bei der Bürgerbefragung schließlich nicht um den Schutz einzelner Hausbesitzer am Westerberg, sondern " um das Gesamtinteresse der Stadt". Außerdem, so Kühn, sei diese Debatte " etwas merkwürdig" angesichts der Tatsache, dass SPD und CDU gemeinsam einen Verein für die Westumgehung gegründet hätten und nun auf Sammeltour gingen.

Die Spendensammlung läuft, wie SPD-Fraktionschef Frank Henning gestern bestätigte. Über die Resonanz konnte er aber nichts sagen.

Ein Landtags- oder Bundestagswahlkampf kostet den SPD-Stadtbezirk etwa 20 000 bis 30 000 Euro, wie Geschäftsführer Dirk Koentopp auf Anfrage sagt. Der Europawahlkampf wird von der Bundespartei finanziert. Die Osnabrücker CDU gibt generell keine Auskünfte über Wahlkampfkosten.

Daniel Bugiel, Sprecher von Pro-West, ist " ein bisschen neidisch" auf die Finanzkraft seiner Kontrahenten. Sein Ziel: " Wir wollen 10 000 Euro für den Wahlkampf zusammenbekommen, das haben wir aber noch nicht erreicht." Der Theologe setzt Hoffnung auf den von SPD und CDU gegründeten Verein, " um der medialen Präsenz von Bepo und Grünen etwas entgegensetzen zu können". Aber: " Am besten ist es ohnehin, mit Fakten zu überzeugen."

Bildtext:
Plakate zur Europawahl und zur Bürgerbefragung nebeneinander: Die Konkurrenz blickt " neidisch" auf den Werbeetat der Straßengegner.

Omnipräsent: Plakat an der Katharinenkirche.

Fotos:
Jörn Martens, Arne Köhler
Autor:
Wilfried Hinrichs, Rainer Lahmann-Lammert


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